Telekom: So sollen alle Funklöcher verschwinden

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Mobilfunk soll künftig auch dort funktionieren, wo heute nur noch „Kein Netz“ steht. Die Telekom setzt dafür auf eine zusätzliche Verbindung, die komplett ohne Sendemasten auskommt. Damit gäbe es erstmals ein flächendeckendes Netz.
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Telekom-Handys telefonieren bald per SatellitBildquelle: Timo Brauer / inside digital

Die Deutsche Telekom will letzte Versorgungslücken in Europa mithilfe von Starlink schließen. Konkret geht es um „Satellite-to-Mobile“ beziehungsweise „Direct-to-Device“. Dein Smartphone soll sich in bestimmten Situationen direkt mit Satelliten verbinden können, wenn das normale Mobilfunknetz nicht erreichbar ist. Der geplante Start ist für Anfang 2028 in mehreren europäischen Telekom-Landesgesellschaften vorgesehen – darunter auch Deutschland. Das gab die Telekom jetzt auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekannt,

Satellit als Ergänzung, nicht als neues Mobilfunknetz

Die Telekom verkauft das Vorhaben als Baustein ihres „Überall-Netzes“: Du sollst immer die beste verfügbare Verbindung bekommen – in der Regel über das terrestrische Netz, also über klassische Mobilfunkstandorte. Erst wenn dort keine Versorgung möglich ist, soll die Satellitenanbindung einspringen. Denn auch, wenn das Telekom-Netz als das bestausgebaute in Deutschland gilt, gibt es bis heute Gebiete, in denen der Ausbau besonders schwierig ist. Etwa wegen Naturschutzauflagen oder Topografie. Das ist ein wichtiger Punkt: Satellite-to-Mobile ist hier nicht als Ersatz für 5G-Ausbau angekündigt, sondern als Lückenfüller für genau die Stellen, an denen neue Standorte politisch, praktisch oder finanziell extrem aufwendig wären.

So soll Direct-to-Device technisch funktionieren

Der Dienst soll im MSS-Spektrum (Mobile Satellite Service) von Starlink laufen. Geplant ist, dass kompatible Smartphones automatisch umschalten: Verliert dein Gerät das terrestrische Signal (zum Beispiel 5G), wechselt es ins Satellitennetz. Laut Telekom und Starlink soll das künftig Daten-, Video-, Sprach- und Messaging-Dienste ermöglichen. Das unterscheidet diesen Dienst von bisher angekündigten Satelliten-Diensten, die direkt mit dem Handy kommunizieren sollen. Hier sind in aller Regel nur SMS möglich.

Wichtig ist dabei: Das Ganze ist an „kompatible“ Endgeräte gebunden. Die Telekom rechnet damit, dass die Zahl passender Smartphones bis 2028 wächst. Außerdem verweist Starlink auf eine V2-Satellitenkonstellation der nächsten Generation, die bis dahin bereitstehen soll. Was davon im Alltag wie gut funktioniert, wird sich erst zeigen, wenn der Dienst real verfügbar ist.

Mehr Resilienz – aber kein Freifahrtschein

Neben Funklöchern argumentiert die Telekom mit Ausfallsicherheit: Bei außergewöhnlichen Situationen wie Naturkatastrophen oder längeren Stromausfällen soll eine satellitengestützte Verbindung zusätzliche Sicherheit bringen. Allerdings dürfte es dann auch schnell zu Überlast-Szenarien kommen, wenn – wie im Januar in Berlin – plötzlich 40.000 Haushalte in einem Stadtbezirk kein Netz mehr haben. Auch im Normalbetrieb ist das Szenario klar: Fällt eine terrestrische Station aus oder wird gewartet, könnte ein Satellitenfallback theoretisch helfen, zumindest eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Allerdings: Nur außerhalb von Gebäuden.

Die Telekom konnte auf Nachfrage noch keine Aussage zur Preisgestaltung machen. Das heißt: Selbst wenn die Technik kommt, ist offen, ob sie inklusive ist, als Option gebucht werden muss oder in bestimmten Tarifen landet.

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