Einst hatte die Telekom ihr TV-Angebot nur für die eigenen Internet-Kunden im eigenen Netz angeboten. Ein Receiver war notwendig und es handelte sich um ein geschlossenes IPTV-Netz. Doch damit ist lange Schluss. Die alten Magenta TV-Receiver sind kaum noch zu bekommen, längst setzt die Telekom auf das sogenannte OTT-Verfahren. Das heißt, sie nutzt eine klassische Internetleitung – egal von welchem Anbieter – und lässt dich Magenta TV über Smart-TV-Apps, Apple TV 4K oder eigens entwickelte TV-Sticks und Boxen schauen, die du an jedem Anschluss nutzen kannst. Jetzt testet die Telekom Magenta TV 2.0. Mehr noch: Das alte Magenta TV soll über kurz oder lang abgeschaltet werden. Dafür müssen bestehende Kunden auf das neue Produkt umgestellt werden. Dieser Prozess läuft schon seit Monaten, gar Jahren. Doch jetzt gibt es einen neuen Schwung.
Magenta TV 2.0: Das hat sich geändert
Das neue Magenta TV ist im Wesentlichen eine weiterentwickelte Benutzeroberfläche. „Unter der Haube“ scheint es einem ersten Eindruck nach keine Änderungen zu geben. Doch das täuscht. Wichtig zu wissen: Mit der Umstellung werden deine bestehenden Aufnahmen und Senderlisten gelöscht.
Im Wesentlichen hat sich mit dem neuen Magenta TV die Benutzeroberfläche geändert. Darauf weist – in unserem Fall – der Magenta TV One Receiver nach der Eingabe der Benutzerdaten auch hin. Er installiert sich als erstes ein Update und zeigt anschließend den Hinweis, dass die neue Benutzeroberfläche übersichtlicher und intuitiver sei. Dieses Menü kannst du wahlweise selbst so anordnen, wie du es möchtest. Oder aber der Receiver macht das für dich. Dann wird die Häufigkeit der Nutzung der einzelnen Kacheln ausgewertet und die Anordnung danach angepasst.
Insgesamt wirkt das neue Startmenü moderner und übersichtlicher. Passend zu den jeweiligen Hauptrubriken TV, Megathek oder Kids findest du unter ihnen erste Inhalte. Die Möglichkeit, diese Rubriken selbst anordnen zu können, ist zweifelsohne die größte sichtbare Neuerung von Magenta TV 2.0. Allerdings: Ganz so individuell mag man es bei der Telekom offenbar doch nicht. So verdonnert dich die Telekom dazu, dass du die Kachel „Aktuelles“ zwangsweise an erster Stelle belassen musst. Und wer keine Kinder hat, muss trotzdem die Kachel „Kids“ behalten.
Lineares Fernsehen rückt scheinbar in den Hintergrund
Willst du Magenta TV zum Schauen des linearen Fernsehens nutzen, ist das möglich. Wählst du allerdings die Rubrik TV aus, landest du direkt im TV-Programm eines Senders – so wie vor zwanzig Jahren nach dem Anschalten des Kabelfernsehers. Den elektronischen Programmguide (EPG) musst du erst suchen. Du findest ihn, wenn du im laufenden Programm OK drückst und nach unten scrollst. Alternativ musst du auf der Startseite nach der Ansteuerung der Rubrik „TV“ drei Mal nach unten scrollen, bis du den EPG findest. Immerhin hat die Fernbedienung des Magenta TV One auch eine EPG-Taste. Was sich geändert hat, ist allerdings, dass du nun in einer Anzeige sehen kannst, welche TV-Sendungen aktuell beliebt sind bei anderen Zuschauern. Leider hat die Telekom es auch in Magenta TV 2.0 noch nicht geschafft, dass du das laufende Programm in einem kleinen Fenster weiterverfolgen kannst, während du durch den EPG scrollst. Nur der Ton läuft weiter.
Zudem ist die Auswahl der Sender deutlich größer. So sind beispielweise die zahlreichen Lokalfenster der Dritten Sender empfangbar. Das war bei Magenta TV 1.0 nicht der Fall. Und auch UHD-Sender von RTL und Sat.1 sowie weitere Kanäle sind endlich verfügbar – wenngleich die Programmangebote übersichtlich sind.
