Schlimmer geht immer: Deutsche Bahn treibt Unpünktlichkeit 2021 auf die Spitze

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Eine Störung, Verspätung eines vorausfahrenden Zuges, Personen am Gleis, verspätete Bereitstellung des Zuges. Die Liste ist lang, warum ein Zug der Deutschen Bahn Verspätung haben kann. Vielfahrer wissen das. Doch dass die Bahn ihre Unpünktlichkeit 2021 noch einmal toppen kann, ist erstaunlich.
Zugverspätung bei der Deutschen Bahn: Erstattung per App beantragen Titelbild
Zugverspätung bei der Deutschen Bahn: Erstattung per App beantragenBildquelle: Markus Winkler via Unsplash

Bahnreisende, vor allem aber Vielfahrer und Pendler wissen um den Kampf um Pünktlichkeit, den man regelmäßig mit der Deutschen Bahn austragen muss. Egal, ob Baustellen, Störungen oder Unwetter – irgendeinen Grund gibt es immer. Und wenn du denkst, schlimmer geht es nicht mehr: Eine neue Statistik zeigt, dass die Deutsche Bahn es 2021 geschafft hat, ihre Unpünktlichkeit auf die Spitze zu treiben.

Deutsche Bahn so unpünktlich wie nie

Wer mit dem Zug eine Reise antritt, wird vermutlich von vornherein Pufferzeiten und damit auch mögliche Verspätungen und Ausfälle der Deutschen Bahn mit einplanen. Was in Ländern wie Japan ein absolutes Horrorszenario wäre, ist auf Deutschlands Schienen trauriger Alltag. 2021 toppt nun jedoch auch 2020 hinsichtlich verspäteter Züge. Wie die Deutsche Bahn anhand einer aktuellen Statistik bekannt gibt, kamen nur 75,2 Prozent aller Fernverkehrszüge zur geplanten Zeit an.

Und 2020 ließ Hoffnung aufkeimen: Denn im ersten Pandemiejahr kamen 82 Prozent aller ICs und ICEs pünktlich an. Das war der höchste Wert seit 15 Jahren. Geringer war der Wert in den vergangenen Jahren beispielsweise 2013, wo nur knapp 74 Prozent der Züge sich an ihren Fahrplan halten konnten, wie Statista ermittelte. Damit rutschen die Ziele der Deutschen Bahn erneut in weite Ferne.

  • Zur Orientierung: Ein Zug gilt als verspätet und wird demnach in die Statistik aufgenommen, sobald er sechs Minuten zu spät sein Ziel erreicht.

Bahn Verspätung: Das waren 2021 die Gründe

Laut der Deutschen Bahn haben die drastischen Verspätungen im vergangenen Jahr triftige Gründe gehabt. So waren es vor allem Krisen von „historischem Ausmaß“, die den Zugverkehr in ganz Deutschland behinderten. Dazu zählt insbesondere die Flutkatastrophe im Juli in NRW sowie Rheinland-Pfalz, wo große Teile der Infrastruktur zerstört wurden.

Hinzu kamen außerdem einige Baustellen in der gesamten Republik, die zu Engpässen führten. Auch der Tarifstreit mit der GDL und dem daraus resultierenden Streik der Lokomotivführer sorgte im Sommer 2021 für Wirbel. Durch den Streik standen in beinahe ganz Deutschland fast alle Züge über mehrere Tage hinweg still.

Bildquellen

  • Ein IC2 der Deutschen Bahn: Deutsche Bahn
  • Zugverspätung bei der Deutschen Bahn: Erstattung per App beantragen: Markus Winkler via Unsplash
FlixTrain in der Seitenansicht vor einem Feld.
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7 KOMMENTARE

  1. Paul

    Na so wird das nix mit der Verkehrswende.

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  2. Der Lokführer

    Traurig, dass die Bahn immer nur an ihrer Pünktlichkeit gemessen wird…. Ich habe meist nur aufgrund der Fahrgäste verspätung.

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    • Frechdachs

      Tja lieber Lokführer!Ich als Pfleger verstehe Dich;:Die Arbeit wäre so viel leichter, hätte ich keine Patienten…..
      Aber mal ehrlich,was mich die DB schon an Nerven& Freizeit gekostet hat,geht auf keine Kuhhaut.
      Und dann immer diese“tollen“Antworten:Dann fahren Sie doch mit dem Auto!!!!
      Oder aber:Auf Deutschlands Schienen ist soo viel los,da müssen Sie mit Verspätung rechnen.(Und damit es noch mehr wird wollen wir in Zukunft noch mehr Züge auf die Schienen bringen!?)
      Übrigens habe ich die BC100, somit denke ich,das ich mir ein Urteil erlauben kann.

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  3. Frei

    Oft liegt es an gestörten Signalen auf der Strecke.
    Manchmal zünden Linke oder Grüne oder Tierschützer die Kabel für Streckensteuerung an, nur weil Bahn z.B. schwangere Schweine oder Brennelemente transportiert…
    Auch die Selbstmörder sind eine Zumutung! Bis zu 1000 Fahrgäste in ICE müssen bis 4 Stunden auf der freien Strecke ausharren!
    Oder weil die Lokführer oder Fahrdienstleiter streiken… (Die werden aber wegrationalisiert!)

    Die Zukunft: Bahn wird nur mit redundanten Differenzial-GPS gesteuert, und mit mehrmals redundanten Funkverbindung zum zentralen ebenfalls redundanten EU-weiten Bahn-Steuercomputer.
    Und sollte die mehrfache Redundanz mal ausfallen, bleiben die Bahnen stehen.
    Aber bei bis zu 4-fachen möglichen Redundanz ist das sehr unwahrscheinlich.

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    • Frei

      Mehrwert:
      Keine extrem teuren Signale und noch teurere Zugbeeinflussung auf allen Strecken.
      Keine Kosten für die zu Zeit knappen und oft streikenden Lokführer + Fahrdienstleiter und Sonstigen… (Die könnten dann alle zu H4 versetzt werden…)
      Das dürfte für die Kunden eine Preissenkung von mehr als 60 % bewirken!
      Preis für BC100 könnte auf 1500 € pro Jahr = 125 € / Monat sinken.

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  4. Schwarzes Tigerle

    Wird ähnlich sein wie bei der ÖBB in Österreich.
    Eilzug hat Verspätung, also warten 5 bis 10 Regionalzüge und Linienbusse, damit eine handvoll Fahrgäste den Anschluss erwischen.
    Des weiteren Lokführer die es offensichtlich erregt bei kürzeren Zügen möglichst weit vom Wartebereich entfernt stoppen, damit 50 bis 70 Leute zum Zug laufen müssen.
    Dann bekommt man die Info über die 30€ Entschädigung für 20-30 Stunden Zeitverlust, wo gejammert wird dass sie leider nicht so pünktlich waren wie vom „Gesetzgeber“ vorgeschrieben, um wie zum Trotz in den nächsten Tagen wieder ständig mindestens 15 Minuten verspätung zu haben…
    Es ist auch nicht möglich die Verspätung früher anzuzeigen, diese wird in der Regel erst 5 Minuten vor Abfahrt angezeigt, und die Durchsage kommt dann in der Regel erst 5 Minuten nach geplanter Abfahrtszeit.
    Da muss man zuerst nachschauen ob der Zug von Linz, der 30 Minuten nach Wels braucht, in Linz steht oder schon abgefahren ist, um zu erwägen ob man die Zeit sinnvoll nützen könnte….

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  5. Fax

    70-80% der Verspätung läuft leider von den Fahrgästen aus. Ich erlebe das tagtäglich. Letztens 2 Züge wo einer zwischendurch abgehängt wird und nur ein Teil weiterfährt. Es wird X mal durchgesagt das ein Teil weiterfährt und der andere nicht. Uns dann kommen Fahrgäste die dann das nicht mitbekommen und dann warten und das erst merken wenn alle draußen sind und halten so den Zug auf weil die zuspät ausgestiegen sind um in den anderen zu kommen und halten dann die Tür auf +7 Minuten für 3 züge weil ein anderer nicht rausfahren konnte und ein anderer nicht reinfahren konnte weil gleis Belegt. Paar Stationen weiter Verspäten sich anschlusszüge weil diese wegen des verspäteten Zuges nicht rausfahren können.

    Das zieht sich dann über viele Bahnhöfe und dann soll die DB schuld sein?

    Erstmal sollten die Fahrgäste erstmal nicht Züge aufhalten.

    Zum anderen stehen Verspätungen meist 45 Minuten vorher drin. Wenn man sowas nicht sieht ist das anderen schuld.

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