Neues Handy-Netz von 1&1: So soll es in ländliche Regionen kommen

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Mobilfunkmasten aufbauen und Antennen dranhängen ist das eine, das andere ist, das Netz dahinter zu betreiben. Vor dieser Aufgabe steht auch Neueinsteiger 1&1 Drillisch. Zwar verfügt der Konzern schon über eigene Glasfasernetze, doch die werden nicht ausreichen, um die Sendemasten zu versorgen. Doch es gibt eine Lösung.
1&1 Headquarter
Bildquelle: United Internet

Wie der Bundesverband Breitbandkommunikation – kurz Breko – und 1&1 Versatel heute bestätigt haben, haben der Branchenverband und das Unternehmen eine langfristig angelegte Zusammenarbeit vereinbart. Dabei geht es um die Anmietung von bestehenden oder neu zu errichtenden Glasfasernetzen zur Anbindung von Mobilfunkmasten durch 1&1 Versatel.

1&1 Drillisch kann auf 200 Glasfaser-Netze zugreifen

Im Breko sind mehr als 200 Netzbetreiber in ganz Deutschland organisiert, die eigene Glasfasernetze bauen. Das sind oftmals Stadtwerke, aber auch privatwirtschaftliche Unternehmen. Auch Versatel ist vor seiner Übernahme durch United Internet aus zahlreichen lokalen und regionalen Anbietern entstanden. Alleine 1&1 Versatel verfügt nach eigenen Angaben schon über ein Glasfasernetz von 50.000 Kilometern – vor allem in Großstädten. Da allerdings ist es sehr engmaschig.

Die Netzbetreiber verfügen ebenso wie 1&1 Versatel in weiten Teilen Deutschlands über Glasfasernetze. Diese lassen sich nicht nur zur direkten Versorgung von Firmen und Haushalten, sondern eben auch zur Anbindung von Mobilfunksendern nutzen. Vodafone und Telekom erledigen das dort, wo Sendemasten mit Glasfasernetzen angebunden werden, in der Regel mit ihren eigenen Netzen, O2 mit einem bunten Strauß an Partnern. 1&1 konnte bislang nur auf sein eigenes Netz durch die übernommene Versatel verweisen. Die Netze der Breko-Netzbetreiber haben zusammen eine Länge von etwa 400.000 Kilometer, teilte der Verband auf Nachfrage mit.

Ausbau auch in unterversorgten Regionen möglich

„Durch die Zusammenarbeit mit dem Breko und seinen Mitgliedern nimmt die Planung des 5G-Mobilfunknetzes unserer Schwestergesellschaft 1&1 Drillisch weiter Fahrt auf“, sagt der 1&1-Versatel-Technikchef Claus Beck. Durch die Kooperation werde das 5G-Netz von 1&1 Drillisch bereits in der ersten Ausbauphase nicht nur Ballungsräume abdecken, sondern auch in bisher unterversorgten Regionen verfügbar sein.

Auch für die Stadtnetzbetreiber ist die Zusammenarbeit von Vorteil. Sie haben eine weitere Einnahmequelle für ihre Netze und können sie besser auslasten. „Unsere Mitgliedsunternehmen bauen überall in Deutschland Glasfasernetze auf und sind damit auch ideale Partner für die Mobilfunkbetreiber“, so Breko-Chef Stefan Albers.

Der Vorteil des Rahmenvertrages sei, die Infrastruktur auch für die Anbindung von Mobilfunkstationen einzusetzen, ohne langwierige Verhandlungen führen zu müssen. Die Basis dafür ist ein verhandelter Mustervertrag zwischen der Breko Einkaufsgemeinschaft und United Internet.

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