ICE wird eingeschränkt: Hier brauchst du bald ein Zusatzticket

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Im Sommerreiseverkehr 2022 waren einige ICE-Verbindungen stark ausgelastet. In diesem Jahr möchte die Deutsche Bahn vorbeugen und fordert manche Reisende auf, ein Zusatzticket zu kaufen. Wir zeigen dir, welche Verbindung betroffen ist und welche Alternativen es gibt.
Ein ICE steht im Bahnhof - Koffer und Reisegepäck auf dem Bahnsteig davor
ICE wird eingeschränkt: Hier brauchst du bald ein ZusatzticketBildquelle: Timo Brauer / inside digital

Insbesondere internationale Verbindungen mit der Bahn waren vergangenen Sommer stakt ausgelastet. Zusammen mit Problemen wie nicht genügend einsatzfähigen Zügen und Lokführern kam es zu überfüllten Bahnsteigen, ausgebuchten Zügen und unzufriedenen Reisenden. In diesem Jahr soll es anders laufen.

DB und NS schränken ICE-Nutzung ein

Um Probleme in diesem Jahr vorzubeugen, haben die Deutsche Bahn und das niederländische Bahnunternehmen NS (Nederlandse Spoorwegen) angekündigt, manche Reisende im Sommer von der ICE-Nutzung auszuschließen.

Betroffen ist die ICE-Linie 78 von Frankfurt am Main über Köln, Düsseldorf, Duisburg und Utrecht nach Amsterdam. Reisende mit einem Interrail-Ticket dürfen die Verbindung vom 17. Juni bis zum 18. August jeweils von 6 bis 16 Uhr nicht mehr verwenden. Oder müssen sich ein zusätzliches Ticket zum Vollpreis kaufen.

Dies ist eine gravierende Einschränkung für Reisende, die sich etwa einen Benelux-Pass gekauft haben, um in diesem Sommer nach Amsterdam oder in andere Städte in den Niederlanden zu reisen. So sind die Tickets schon seit Monaten im Verkauf und werden nun auf der wichtigsten Verbindung für alle Reisenden aus dem Süden und Westen Deutschlands für ungültig erklärt.

Ein nachvollziehbarer Schritt wäre gewesen, auf der stark nachgefragten Verbindung eine Reservierungspflicht einzuführen. Gewisse Tickets kurzfristig von der Fahrt auszuschließen, ist in unseren Augen nicht in Ordnung und schädigt das Image der Bahn als verlässliche Reiseoption.

ICE mit blauem Band wirbt für das Reisen mit Interrail-Ticket
Der ICE mit blauem Band wirbt für das Reisen mit Interrail-Ticket – und darf mit diesem nicht mehr genutzt werden

Im Internet häufen sich die Beschwerden von betroffenen Nutzern, die bereits ein Ticket gekauft haben und sich nun für eine alternative Route entscheiden müssen.

Diese Alternativen gibt es

Reisende aus Frankfurt am Main und Köln können alternativ über Brüssel nach Amsterdam reisen. Dies verlängert die Reisezeit jedoch aus Köln von 2:50 Stunden auf 4 Stunden und aus Frankfurt von 4 Stunden auf 5:30 Stunden. Außerdem fallen zusätzliche Kosten von 29 Euro pro Reisendem an, da für den durch Belgien verkehrenden Thalys eine Reservierungspflicht besteht.

Ohne zusätzliche Kosten können Reisende aus NRW mit einem Umstieg in Rheine und Reisende aus Frankfurt am Main mit Umstieg in Hannover die IC-Linie 77 nach Amsterdam nutzen. Jedoch ist auch dies mit einer deutlich längeren Fahrtzeit verbunden.

Reisende aus Düsseldorf und dem Ruhrgebiet können alternativ auch den Regionalverkehr der Linie RB 19 nach Arnheim nutzen und von dort mit einem niederländischen Intercity nach Amsterdam reisen. Doch auch diese Route ist im Sommer erfahrungsgemäß stark ausgelastet.

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3 KOMMENTARE

  1. Biondi

    schaut erst das die Züge pünktlich sind bevor ihr Preise steigt

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  2. Dieter

    ok,erst einmal ein Ticket verkaufen und dann für ungültig erklären. Möglicherweise hat der Konzern auch noch im Sinn den Preis nicht zu ersetzen. Das ist schlicht weg Betrug. Wo sind denn da die EU Personen die protestieren und Entschädigung verlangen.

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  3. Hergott

    Also wenn ich schon ein Ticket gekauft hätte und es nachträglich für ungültig von der Bahn erklärt wird,würde ich sofort Klage wegen vorsätzlichen Betrug einreichen. Bin Mal gespannt wenn das mehrere machen wie die Bahn dann reagiert?

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