Handynummer mitnehmen: Wird die Portierung bald deutlich günstiger?

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Es ist einer der wenigen Preise, an denen sich im Mobilfunk seit 15 Jahren nichts geändert hat: Die Kosten für eine Nummernportierung. Doch jetzt könnte sich das ändern: Statt 30 Euro wären es bald nur noch wenige Euro. Die Bundesnetzagentur ist gefragt.
Ein Mann telefoniert mit dem Handy
Bildquelle: Pixabay

Hintergrund der möglichen Absenkung der Portierungskosten ist ein Antrag von 1&1. Dabei geht es im Antrag erst einmal nicht um den Preis, den Endkunden zahlen müssen, sondern um den Preis, den 1&1 an seine Netzpartner zahlen muss.

Im konkreten Fall geht es um Vodafone. Wenn 1&1 eine Nummer eines Kunden von Vodafone in das Netz seines Hauptvertragspartners O2 portiert, ist dafür von 1&1 eine Gebühr an Vodafone fällig. Der Endkunde zahlt für den Vorgang üblicherweise etwa 30 Euro. Der Vorleistungspreis gilt als Geschäftsgeheimnis, dürfte sich aber etwa auf der Hälfte dieses Niveaus bewegen.

Vodafone lehnt Kostensenkung auf Antrag ab

Vodafone hatte den inside handy vorliegenden Unterlagen zufolge den Antrag auf eine Absenkung abgelehnt. Die Begründung: Es gehe 1&1 um die Vorbereitung einer Massenmigration. 1&1 hält dagegen, dass es sich um Kunden handelt, die das Netz bewusst wechseln wollen. Dafür stelle man den Kunden noch nicht einmal Portierungskosten in Rechnung – müsse diese aber an Vodafone zahlen.

Die maximale Höhe des Endkunden-Entgeltes hatte die Bundesnetzagentur beziehungsweise deren Vorgänger im Jahr 2004 auf 29,95 Euro festgelegt. Zuvor verlangten einzelne Anbieter weitaus mehr als 100 Euro von ihren Kunden. Eine Absenkung des Entgeltes könnte auch zu mehr Wettbewerb unter den Anbietern führen. Der Grund: Mit niedrigen Wechselkosten sinkt die Wechselhürde. Schon 2004 hatte die zuständige Kammer der damaligen Regulierungsbehörde ebenso wie das Bundeskartellamt Zweifel, ob die Höhe des Endkundenpreises angemessen ist und behielt sich eine weitere Überprüfung vor. Passiert ist hier bis heute allerdings nichts.

1&1: Tatsächliche Kosten liegen im Cent-Bereich

Die Bundesnetzagentur teilte inside handy auf Nachfrage mit, dass im laufenden Verfahren keine Auskünfte zur Sache erteilt werden können. „Unabhängig von dem genannten Verfahren unterliegen Entgelte für eine Rufnummernportierung von Amts wegen der nachträglichen Entgeltkontrolle nach dem Telekommunikationsgesetz. Die Beschlusskammer prüft derzeit, ob und inwieweit ein Einschreiten der Bundesnetzagentur geboten ist.“

In der inside handy vorliegenden Kostenrechnung geht 1&1 davon aus, dass durch einen inzwischen vollautomatisierten Portierungsvorgang beim Netzbetreiber Kosten von 6 Cent netto pro Vorgang entstehen. Selbst wenn dann noch eine Gewinnmarge und die Einberechnung von möglichen manuellen Kosten beim Endkundenprozess hinzu, könnte das für Endkunden eine Absenkung der Portierungskosten auf unter 10 Euro bedeuten. Das würde einen Anbieterwechsel deutlich günstiger und einfacher machen. Wie das Verfahren der beiden Anbieter nun ausgeht, liegt aber erst einmal in der Hand der Bundesnetzagentur, die zu einer mündlichen Anhörung geladen hat.

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