Neue EU-Regel: Deshalb ist die Preise-Trickserei bei Rabatten nun vorbei

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Viele Unternehmen arbeiten das ganze Jahr auf sie hin, Verbraucher sparen ihr Geld, bis sie da ist - die Rabattschlacht. Mehrmals im Jahr gibt es Anlässe wie den Black Friday, Cyber Monday oder Schlussverkäufe, Produkte im Preis zu senken. Doch können Verbraucher hier wirklich sparen? Nicht zwingend, denn ausgeklügelte Tricks stehen an der Tagesordnung. Damit Kunden nicht länger übers Ohr gehauen werden, gibt es nun neue EU-Regelungen.
Menschen beim Einkaufen
Menschen beim EinkaufenBildquelle: unsplash

Jeder kennt die investigativ recherchierten Beiträge zu Rabatten im Fernsehen. Jeder hat schon gesehen, dass Unternehmen bei Schlussverkäufen oder an Stichtagen wie dem Black Friday günstige Preise vorgeben, obwohl das Produkt ursprünglich deutlicher günstiger war als der reduzierte Betrag. Die neuen EU-Regeln für Rabatte sollen das Verhalten eindämmen.

Rabattschlachten sollen Kunden dazu animieren, mehr zu kaufen, als sie wollen oder Dinge, die sie vielleicht gar nicht brauchen. Der Knackpunkt: Verbrauchern wird die Illusion aufgetischt, sie könnten an ausgewählten Tagen besonders viel Geld sparen. Doch ist das die Realität? Meistens nicht.

Rabatte: Viele Angebote, kein Durchblick, wenig Sparpotenzial

Die attraktiven Angebote häufen sich, teilweise sind sie sogar zeitlich limitiert. Für Verbraucher ist es oft fast unmöglich, den Überblick zu behalten und Produkte miteinander zu vergleichen. Unternehmen greifen dabei immer wieder zu Tricks, die Verbraucher letztlich hinters Licht führen. Kurz vor Rabattaktionen erhöhen sie den Preis der Produkte, sodass der reduzierte Preis letztlich den Ursprungspreis ergibt. Der Kunde spart also nichts.

Damit soll nun Schluss sein: Die EU-Kommission hat zugunsten der Verbraucher neue EU-Regeln für solche Rabatte – der „Neuer Deal für Verbraucher“ – festgelegt. Die sollen Kunden vor undurchsichtigen Machenschaften schützen.

„Neuer Deal für Verbraucher“: Das bedeutet die neue Regelung für dich

Der neue Verbraucher-Deal soll pauschal mehr Transparenz in den Prozess bringen. So müssen Verkäufer in Zukunft bei sämtlichen Produkten den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage neben dem aktuellen, rabattierten Betrag angeben. So will man vermeiden, dass der Preis von Händlern zuerst erhöht und dann mit einem falschen Rabatt gekennzeichnet wird.

Darüber hinaus gibt die EU-Regel für Rabattaktionen künftig folgendes vor:

  • Auf Online-Marktplätzen muss angegeben sein, ob der Verkäufer eine Privatperson oder ein Unternehmen ist. Davon abhängig variieren die Ansprüche des Kunden bei Problemen und Defekten. Kunden sollen Risiken bereits im Voraus besser einschätzen können.
  • Es muss ersichtlich sein, ob der Verkäufer für eine gute Platzierung in einer Online-Suche bezahlt hat und nach welchen Kriterien die Produktplatzierung zustande kam. Gekaufte positive Kritiken sind künftig verboten.
  • Markenprodukte sollen in Zukunft in allen EU-Ländern die gleiche Qualität besitzen.

EU-Regel bei Rabatten: Strafen für Unternehmen bei Verstößen

Innerhalb von zwei Jahren soll die neue EU-Regel umgesetzt werden. Die Kommission arbeitet bereits seit 2018 an den neuen Richtlinien. Aber erst Ende des vergangenen Jahres konnte man die gesetzlichen Hürden nehmen.

Halten sich Unternehmen nicht an die vorgegebenen Regeln, drohen saftige Strafen – bei starken Vergehen bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes. Die zuständige Kommissionspräsidentin Vera Jourova erklärt: „Die neuen Vorschriften werden die Transparenz und Sicherheit im Online-Handel erhöhen, was im Interesse der Verbraucher liegt.“

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2 KOMMENTARE

  1. Die Frage die ich mir da jetzt nur stelle ist,
    Wieso dauert es 2 Jahre bis die Umsetzung erfolgen muss?!
    Die gewünschte Angaben kann eigentlich jeder Anbieter/ Händler binnen 2 Monaten umsetzen.

  2. Bei diesen zeitlich begrenzten Aktionen empfiehlt es sich, einfach mal eine Preisvergleichseite wie idealo, billiger.de und wie sie alle heißen, zu besuchen. Dort sieht man nicht nur, WER den günstigsten Preis hat, sondern auch wann. Da wird ein preisverlauf angezeigt und dann kann man oft erkennen, dass der angebliche Schnäppchenpreis gar nicht nicht so einmalig ist, wie man denken soll. Ist natürlich nicht 100% verlässlich, aber in vielen Fällen hilft es einem, nicht gleich in einen Kaufrausch auszubrechen.

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