Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht: So soll Pepper Durchfallquoten senken

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Ein Roboter namens Pepper soll künftig den Fahrschulunterricht revolutionieren. Mithilfe des Lehrroboters möchte das Passauer Start-up Educatio der Branche ein wichtiges Hilfsmittel liefern, mit dem künftig die Durchfallquoten von Fahrschülern sinken sollen. Kann das funktionieren?
Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht - ein Roboter als Assistenz-Lehrer
Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht - Pepper als Assistenz-LehrerBildquelle: Educatio

Die Durchfallquoten der Theorieprüfung steigen von Jahr zu Jahr, während die Wartelisten der Fahrschulen immer länger werden. Benötigte man früher nur Monate, um sich dem Führerschein zu widmen, können es mancherorts mittlerweile Jahre werden. Zur gleichen Zeit stehen die Fahrschulen vor dem Problem, dass Ausnahmeregelungen für den Onlineunterricht auslaufen. Ein Roboter namens Pepper revolutioniert den Fahrschulunterricht, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht – ein Roboter als Assistenz-Lehrer

Pepper ist ein humanoider Roboter der Firma Softbankrobotics, der als persönlicher Roboter konzipiert wurde. In Japan erfreut sich das Modell im Umgang mit Menschen längst großer Beliebtheit. Dort wird Pepper unter anderem eingesetzt, um Kindern Lieder vorzusingen oder ältere Menschen zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren. Auch bei Empfängen kommt die Roboterdame zum Einsatz. Möglich werden diese Interaktionen für Pepper, da sie Mimik und Gestik ihres Gegenübers analysieren kann. Diese wichtigen Eigenschaften sollen dem Modell auch im Einsatz von Fahrschulklassen helfen. Das Passauer Start-up Educatio sieht in Pepper eine großartige Möglichkeit, um einen innovativeren Unterricht zu bieten. Bereits heute nutzen mehr als 100 Fahrschulen Educatios Selbstlern-Plattform ‚Dreiv‘ für die Führerscheintheorie. Pepper stellt den neusten Ansatz des Unternehmens dar, um Fahrschullehrern in ihrem Unterricht zu unterstützen.  

Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht - so soll Pepper Durchfallquoten senken
Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht – so soll Pepper Durchfallquoten senken

Dort wird Pepper vor allem als ‚Ice-breaker‘ eingesetzt. Sie stellt Fragen, die sich Fahrschüler häufig selbst nicht trauen, über die Lippen zu bringen. Pepper kann die Stimmung im Raum auflockern und hilft unangenehmen Pausen im Unterricht vorzubeugen. Dadurch entsteht weder eine bedrückende Stille, in der sich kein Schüler traut zu reagieren, noch kann der Unterricht stagnieren. Zusätzlich kann Pepper den Unterrichtsablauf auffrischen. Der Roboter ist in der Lage Verkehrsregeln anhand konkreter Beispiele zu erklären und kann Verkehrssituationen auf ihrem Tablet zeigen und so Input zu bestimmten Themen liefern. Damit wird der Roboter zum Blickfang im Klassenzimmer, der die Aufmerksamkeit der Fahrschüler anders binden kann als ein klassischer Lehrer.

Der Reiz des Unbekannten fördert Informationsvermittlung

Bisher seien die Rückmeldungen, die das Unternehmen auf Ausstellungen und Messen zu seinem Roboter-Ansatz erhielt, durchweg positiv. Einer der Gründe für den effektiven Einsatz von Peppers liegt dabei laut Aussage von Oliver Frey, Geschäftsführer von Educatio, im Reiz des Neuen und Unbekannten. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass ein humanoider Roboter im Klassenzimmer unweigerlich die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich zieht. Im Gegensatz zu menschlichen Lehrpersonen, die Schüler bereits aus anderen Kontexten können, ist der Roboter eine Neuheit. Dadurch steigt die Konzentration der Schüler von selbst, was zusätzlich durch die angenehme Lernatmosphäre mit Pepper aktiv gefördert wird. Der Roboter wirkt somit negativen Lerntendenzen in Fahrschulen entgegen. Diese können aus mehreren Faktoren schnell in Fahrschulen entstehen.

Zum einen sitzen dort Fahrschüler unterschiedlichster Hintergründe und Altersgruppen zusammen, zum anderen sieht sich nicht jeder Fahrlehrer als Pädagoge. Die Unterrichtsweise kann sich stark von Fahrschule zu Fahrschule und auch intern von Lehrer zu Lehrer unterscheiden. Da sich viele der Fahrschüler zugleich als zahlende Kunden betrachten, kann die Motivation in Klassenzimmer leiden. So kann schnell eine negative Haltung entstehen, bei der die Fahrschüler ihre Zeit im Unterricht lediglich absitzen und versuchen, die Prüfungsfragen mit Lern-Apps auswendig zu erlernen. Dadurch kommen ein wirkliches Verstehen und Erarbeiten der Unterrichtsinhalte nie zustande.

Genau an diesem Punkt setzt Pepper für Fahrschulen an und wirkt der Entwicklung negativer Muster entgegen. Zurzeit ist Pepper in erster Linie ein Forschungsprojekt für Education. In den nächsten Schritten soll sie eine individuelle Ergänzung für den Schüler-Lehrer-Austausch werden und in Fahrschulen aktiv eingesetzt werden. Man darf gespannt sein, wie sich das Lernen mit Roboter auf die Durchfallquoten von Fahrschülern auswirkt. Eines ist jedoch bereits sicher: Der Einsatz von Pepper bringt frischen Wind in Fahrschul-Klassenzimmer.

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  • Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht – so soll Pepper Durchfallquoten senken: Educatio
  • Ein Roboter revolutioniert den Fahrschulunterricht – ein Roboter als Assistenz-Lehrer: Educatio

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Gute Nachrichten für alle Fans des Autoherstellers Peugeot. Neben einem Upgrade des Peugeot e-208 haben die Franzosen für 2023 auch eine vollständig elektrifizierte Version des Peugeot 308 im Gepäck. Er kommt in zwei Varianten - erstmals wird es in Europa dann auch einen Kombi als E-Auto geben.

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1 KOMMENTAR

  1. Frei

    Führerschein in China zu machen ist mit großen Abstand viel innovativer:
    https://www.youtube.com/watch?v=tuw_DDqO9TQ
    Und das hat China nicht abgekupfert. Da kann Deutschland viel lernen…

    Aber wenn selbstfahrende Autos mit Leven 5 in einigen Jahren da sind, wird Führerschein nur Plastikmüll.
    Und Millionen Berufsfahrer + Fahrlehrer + Fahrprüfer werden Hartz4 Kandidaten.
    Junge Menschen sollten bereits schon heute Nachdenken, ob sich Führerschein zu machen noch lohnt?

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