Clubhouse: Die neue Social Media App im Überblick

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Die rund ein halbes Jahr alte Social Media App Clubhouse wird quasi über Nacht zum neuen Trend in Deutschland. Doch mitmachen darf nicht jeder. Wir zeigen dir was dich in Clubhouse erwartet und wie die App funktioniert.
Bildquelle: William Krause - Unsplash

Das Prinzip von Clubhouse ist schnell erklärt: Die Nutzer können sich in Räumen treffen und sich unterhalten. Text gibt es bis auf kurze Beschreibungen der Räume keinen. In jedem Raum gibt es Moderatoren, Sprecher und Zuhörer. Diese Rollen sind jedoch nicht fix. Jeder Zuhörer kann virtuell die Hand heben und sich als Sprecher aktiv an der Diskussion beteiligen.

Möchtest du selbst als Moderator einen Raum starten, kannst du auswählen ob nur von dir eingeladene Leute, dein komplettes Umfeld oder jeder beitreten darf.

Welche Nutzer sind bereits in Clubhouse angemeldet?

In Deutschland sind viele Nutzer Unternehmer, Gründer, Coaches, Marketing Manager, Journalisten oder Politiker. Doch auch Fußball-Fans, die Tech-Szene und viele andere Menschen treffen sich in den öffentlichen Räumen zum Diskutieren. Den Themen sind keine Grenzen gesetzt: Neben Talks zu allen möglichen politischen und lebensgestaltenden Themen, gibt es auch Gymnastik zum Mitmachen, eine Bibelstunde oder Mediations-Angebote.

Wie kann ich bei Clubhouse mitmachen?

Der Zugriff auf Clubhouse ist derzeit noch stark beschränkt, was bestimmt auch zum Hype der App beiträgt. So kannst du die App zwar herunterladen und deinen Nutzernamen sichern, benötigst aber eine Einladung um die App anschließend zu nutzen. Diese Einladungen können bestehende Nutzer der App in begrenzter Anzahl verschicken. Außerdem sehen bereits angemeldete Kontakte von dir, dass du dich registriert hast und können dir Zutritt gewähren.

Android-Nutzer müssen draußen bleiben

Aktuell kann die Clubhouse-App nur auf Apple-Smartphones und –Tablets mit dem neusten Betriebssystem genutzt werden. Für Android ist die App nicht erhältlich. Auch Nutzer von älteren iPhones (iPhone 6 oder darunter) bleiben außen vor.

Warum das so ist, verrät das Unternehmen nicht. Möglicherweise will man auf diese Weise eine gewisse Audio-Qualität wahren. Alle iPhones besitzen für Smartphone-Verhältnisse hochwertige Mikrofone. In von mir besuchten Räumen kam es fast nie zu Audio-Problemen wie man sie sonst aus Audio- und Video-Konferenzen kennt. Bei Android-Smartphones kommt es stark auf das Modell an, wie gut die Qualität der Mikrofone ist. Auch andere Apps, bei denen es auf eine gute Sound-Qualität ankommt, schließen Android-Nutzer daher kategorisch aus. So ist beispielsweise die Trueplay-Funktion von Sonos auch iPhones vorbehalten.

Privatsphäre trotz Klarnamenpflicht?

Neben den offensichtlichen Regeln von Social Networks, wie den respektvollen Umgang mit anderen Menschen, herrscht in Clubhouse die Pflicht, deinen Klarnamen anzugeben. Jedoch ist das Veröffentlichen von Informationen aus der App oder das Aufzeichnen der Gespräche streng verboten.

Bei der Registrierung wirst du gebeten, der App Zugriff auf dein Kontaktbuch zu geben. Das ist bei Social Networks und Messengern üblich, um dir zeigen zu können, welche deiner Freunde die App bereits haben. Du kannst die App jedoch auch ohne diese Daten uneingeschränkt nutzen oder deine Freunde per Twitter und Instagram hinzufügen.

Generell fragt die App sehr wenig Daten ab. Neben dem freiwilligen Zugriff auf deine Kontakte wird lediglich dein Name und eine Telefonnummer benötigt. Weitere Daten wie beispielsweise dein Standort werden nicht angefordert.

Fazit: Wird Clubhouse das nächste große Soziale Netzwerk?

Mit einem Deutschlandstart mitten im Lockdown hat Clubhouse den richtigen Moment abgepasst. Man verbringt deutlich mehr Zeit zu Hause und hat wenig Kontakt zu anderen Menschen. Audio-Chats auf Clubhouse können hier eine willkommene Ablenkung sein. Doch auch generell macht die App vieles richtig: Alle Gespräche finden im hier und jetzt statt und werden nicht aufgezeichnet. Zusammen mit der einfachen Gestaltung der App, ermutigt das dazu, sich aktiv an einer Diskussion zu beteiligen.

Ob die App dauerhaft zum Erfolg werden kann, hängt von der zukünftigen Entwicklung ab. Derzeit ist es nicht abzusehen, wie sich die Qualität der Räume und der darin stattfindenden Gespräche verändern wird, wenn immer mehr Nutzer auf die Plattform kommen. Außerdem ist die Anzahl der Räume im Moment noch so übersichtlich, dass es keinen komplexen Algorithmus benötigt diese zu sortieren. Da die App auch von Politikern viel genutzt wird, könnte sie insbesondere bei der jüngeren und tech-affinen Wählerschaft wichtig für die kommende Bundestagswahl werden.

Die großen Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter müssen sich jedoch wenig Sorgen machen überholt zu werden. Mit dem Fokus nur auf Sprach-Chats erfüllt Clubhouse zwar ein Bedürfnis, macht die anderen Arten des sozialen Austauschs jedoch nicht überflüssig. Zudem ist es denkbar das Facebook die Funktion von Clubhouse einfach nachbaut, sollte sich das Prinzip der App bewähren. So hat man es bereits mit anderen erfolgreichen Apps wie Snapchat gemacht.

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