Umdenken bei Apple: Dieser Schritt verändert alles

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Kein schlichter Marketing-Gag: Der Right to Repair Act stellt Bedingungen an die Reparierbarkeit von elektronischen Geräten, die auch zu Änderungen bei künftigen iPhones und Macbooks führen dürften - auch hierzulande.
Apple-Logo auf dem iPhone XR
Apple-Logo auf dem iPhone XRBildquelle:

Der Ressourcenverbrauch der Menschheit, insbesondere in den westlichen Konsumgesellschaften, ist zu hoch. Am 2. August wurde in diesem Jahr der Erdüberlastungstag gefeiert, also der Tag, an dem der Ressourcenverbrauch das übertrifft, was die Erde über Jahr hinweg bereitstellt. Ein Grund: Wir werfen zu viel zu schnell weg. Gerade bei elektronischen Produkten landet dabei viel auf dem Müll, das eigentlich noch repariert werden könnte. Doch Aufwand und Kosten sind zu hoch.

Verklebter Akku, verlöteter Speicher: Tausch unmöglich

Als einer der Treiber dieser Entwicklung galt nicht zuletzt Apple. Zum einen sollten Notebooks, Smartphones und Tablets immer schlanker werden. Dazu wurden SSD und Akku verklebt, der Prozessor und der Arbeitsspeicher auf dem Mainboard verlötet, sodass ein Austausch nahezu unmöglich war. Zum anderen spielten Sicherheitsaspekte eine Rolle. Bei Smartphones werden etwa die Displays so mit dem restlichen Smartphone verknüpft, dass ein Austausch nicht mehr ohne weiteres möglich ist. Der Hersteller befürchtete darüber hinaus die Kontrolle über seine Geräte zu verlieren und befürchtete Hackern Tür und Tor zu öffnen, wenn diese problemlos die Hardware ändern könnten.

Bereits im vergangenen Jahr verabschiedeten sich die US-Amerikaner von diesem Prinzip. Seither werden auch hierzulande Reparatur-Kits angeboten, mit denen Versierte – aktuell nur – ihre iPhones eigenständig reparieren können. Doch allein die Kosten für die speziellen Werkzeuge machen so manche Reparatur unwirtschaftlich.

Right to Repair mit deutlich höheren Anforderungen

In den USA geht Apple nun noch einen Schritt weiter und kündigt an das Recht auf Reparatur (Right to Repair Act) in Kalifornien zu unterstützen, wie Tech Crunch berichtet. Das Gesetz legt eine ganze Reihe von Bedingungen fest, die Reparaturen erleichtern. So müssen Ersatzteile für Gerätschaften, deren Händlerpreis höher als 50 Dollar, noch drei Jahre nach Ende der Produktion geliefert werden. Ab 100 Dollar steigt der Zeitraum auf sieben Jahre. Zudem muss die Reparatur ohne herstellereigene Spezialwerkzeuge ausgeführt werden können. Anleitungen und Ersatzteile müssen zu fairen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden.

Hinzu kommt, dass sich Apple nicht mehr nur auf einzelne Gerätekategorien wie aktuell begrenzen darf, sondern die Möglichkeiten zur Reparatur auf das gesamte Angebot ausdehnen muss.

Gehen Reparaturen künftig leichter von der Hand?

Bei einer konsequenten Umsetzung der in dem Gesetz verankerten Forderungen, dürften sich bei künftigen iPhones und Macbooks tatsächlich Änderungen und Vereinfachungen zeigen, die eine Reparatur erleichtern. Naheliegend ist etwa, dass die Erreichbarkeit bestimmter Komponenten vereinfacht wird.

Auf der anderen Seite wird die Integrationstiefe auch bei Apple eher zu- als abnehmen. Das zeigt sich schon daran, dass immer mehr Funktionseinheiten in den Prozessor wandern: Die GPU ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Chips. Gerüchten zufolge entwickelt Apple ein eigenes 5G-Modem, das schließlich ebenfalls in die hauseigenen SoCs integriert werden dürfte. Und bei neuen Chip-Designs wird Arbeitsspeicher immer häufiger auf die CPU- und GPU gestapelt. Das alles macht eine Reparatur nicht gerade einfacher. Letztlich bleibt nur die Hoffnung, dass sich Apple ein Beispiel an Framework nimmt und einzelne Funktionseinheiten als leicht zu tauschende Module anbietet, die untereinander nicht mehr individuell verknüpft werden.

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