Zum Schutz: Android-Nutzer müssen Apples neue App installieren

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Apples neues Produkt, der AirTag, kann zum Ausspionieren zweckentfremdet werden. Um dem vorzubeugen, entwickelte das US-Unternehmen mehrere Schutzmechanismen – teilweise jedoch nur für iPhones und iPads. Nun sollen auch Android-Smartphones geschützt werden. Doch das geschieht nicht automatisch.
Apple Chef Tim Cook auf einer Keynote
Apple Chef Tim Cook auf einer KeynoteBildquelle: Apple

Im April 2021 hat Apple ein neues Produkt auf den Markt gebracht: den AirTag. Dabei handelt es sich um einen Tracker, der jedoch gänzlich ohne GPS auskommt. Stattdessen verbindet er sich per Bluetooth mit nahegelegenen Apple-Geräten und „bittet“ sie, den Standort an die iCloud zu senden. Der gesamte Prozess soll anonym und verschlüsselt sein, doch einem Sicherheitsforscher ist es nichtsdestotrotz bereits gelungen, einen AirTag zu hacken. Darüber hinaus hagelte es Kritik an dem Stalking-Potenzial der neuen Tracker. Nun verstärkt Apple seine Datenschutzmaßnahmen – und das hat ungeahnte Folgen für Android-Nutzer.

Apples neue AirTag-Schutzmaßnahmen

Grundsätzlich boten die AirTags bisher zwei größere Sicherheitsmaßnahmen: Sollte jemandem ein fremder AirTag untergeschoben worden sein, wurde demjenigen nach einiger Zeit eine entsprechende Warnmeldung auf seinem iPhone eingeblendet. Darüber hinaus spielte der Airtag nach Ablauf von drei Tagen einen Warnton – in diesem Zeitraum konnten Dritte Android-Nutzer bisher jedoch problemlos ausspionieren.

Laut einem Bericht von Cnet hat Apple den dreitägigen Zeitraum nun auf 8 bis 24 Stunden gekürzt. Was für Android-Nutzer jedoch wichtiger sein dürfte: Im Laufe des Jahres will Apple eine Android-App vorstellen, die – genauso wie iPhones – eine Warnmeldung ausspielt, sollte sich ein fremder AirTag über einen längeren Zeitraum in der Nähe befinden. Was zunächst positiv klingt, sorgt auch für Kopfschütteln. Denn nun müssen Android-Nutzer, die nicht ausspioniert werden möchten, eine Apple-Anwendung installieren. Und das nur, weil Apple ein Produkt mit Stalking-Potenzial weitflächig auf den Markt gebracht hat. Andererseits sind GPS-Tracker, die eine noch bessere Nachverfolgung ermöglichen, schon lange nichts Neues mehr – und zwar teilweise ohne jegliche Schutzmechanismen. Apple hat die Stalking-Gefahr lediglich durch einen höheren Bekanntheitsgrad und höchstwahrscheinlich auch durch höhere Verkaufszahlen gesteigert.

Weitere Details zur neuen Android-App gegen den AirTag wollte Apple gegenüber Cnet nicht verraten. Das Signalton-Zeitraum-Update spielt der US-Hersteller dagegen bereits seit Donnerstag aus.

Bildquellen

  • Apple AirTag mit Schlüssel­anhänger: Holger Eilhard
  • Apple Chef Tim Cook auf einer Keynote: Apple
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3 KOMMENTARE

  1. So eine Hetze und unseriöse Berichterstattung. Nur für den Klick, die Schlagzeile? Was ist mit objektiver, neutraler Berichterstattung? Oder wenigstens ergänzen, dass es ein Apple-Hasser schreibt.
    Jetzt gibt es AirTags. Grundsätzlich nützlich, aber natürlich auch missbräuchlich zu nutzen. Apple stellt sogar ein kostenloses Tool für Android zur Verfügung und muss sich nun dafür diskreditieren lassen?
    Haben alle anderen Tracker-Hersteller auch Apps zur Verfügung gestellt?
    „ Denn nun müssen Android-Nutzer, die nicht ausspioniert werden möchten, eine Apple-Anwendung installieren. Und das nur, weil Apple ein Produkt mit Stalking-Potenzial weitflächig auf den Markt gebracht hat. “. Sind es nicht die missbräuchlichen Nutzer, die hier angeklagt werden sollten bzw. gehört das überhaupt in den Bericht?

  2. Hallo Bernhard, in dem Artikel steht, dass iPhones eine zusätzliche Warnmeldung ausspielen. Android-Smartphones sollen das demnächst dank der zusätzlichen Apple-App auch tun.

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