Apples AirTag gehackt: Phishing-Angriffe und Stalking möglich

3 Minuten
Apples neue AirTags sollen Nutzern dabei helfen, ihre verlorenen Gegenstände wiederfinden zu können. Doch die Tracker lassen sich auch zweckentfremden. Ein gehacktes Gerät könnte viel Schaden anrichten und auch gegen Stalking sind Airtags laut Kritikern nur unzureichend geschützt.
Apple AirTag mit Schlüssel
Apple AirTag mit SchlüsselBildquelle: Holger Eilhard / inside digital

Apple hat vor knapp einem Monat ein neues Produkt vorgestellt – den AirTag. Der Tracker versetzt seinen Besitzer in die Lage, deren Schlüsselbund, das Portemonnaie oder beispielsweise den Rucksack nahezu überall aufspüren zu können. Das Problem: Genauso wie die meisten anderen technischen Gerätschaften, lässt sich auch der AirTag von Apple hacken. Und genau das ist nun auch geschehen.

Deutscher IT-Forscher hackt sich in einen AirTag

Der Sicherheitsforscher Thomas Roth (alias Stacksmashing) verkündete zuletzt auf Twitter, er habe sich innerhalb einiger Stunden Zugriff zum Mikrocontroller des AirTags verschaffen können. Eine schlechte Nachricht für AirTag-Nutzer. Denn auf diese Weise könnte die integrierte NFC-Funktion, die eigentlich dazu genutzt wird, um beispielsweise die Kontaktdaten des Besitzers anzeigen zu lassen, missbraucht werden. Roth stellte ein Video auf Twitter online, in dem ein manipulierter AirTag dazu genutzt wird, um den Song „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley auf YouTube aufzurufen. Hacker könnten die NFC-Verbindung dagegen unter anderem für Phishing-Angriffe nutzen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Dieser externe Inhalt von Twitter ergänzt den Artikel. Du hast die Wahl, ob du diesen Inhalt laden möchtest.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass externer Inhalt geladen wird. Personenbezogene Daten werden womöglich an Drittplattformen übermittelt. Nähere Informationen enthält die Datenschutzerklärung.

Wenn du dich vor AirTag-Hackern schützen möchtest, hilft, wie auch in den meisten Fällen, eine gesunde Portion Misstrauen. So solltest du AirTags beispielsweise nur bei vertrauenswürdigen Händlern erwerben und diese im Nachhinein auch nicht längere Zeit unbeaufsichtigt liegen lassen. Bei fremden AirTags solltest du ebenfalls Vorsicht walten lassen. Konkret empfiehlt es sich, sich stets zweimal zu überlegen, ob man eine NFC-Verbindung mit dem Gerät aufbauen möchte.

AirTags als Stalking-Gerätschaften?

Abseits des Hacks wurden AirTags in den vergangenen Wochen verstärkt für ihre angeblichen Qualitäten als Stalking-Gerätschaft kritisiert. So könnte man einen AirTag einer beliebigen Person zustecken und diese anschließen ausspionieren. Das ist natürlich auch dem Entwickler bewusst. Darum hat Apple seine AirTags mit einigen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet. Sollte sich der Tracker eine Zeit lang nicht in der Nähe des Besitzers befinden, erhalten iPhones in der unmittelbaren Umgebung einen Warnhinweis. Nach Ablauf von drei Tagen spielt der AirTag zudem einen akustischen Warnton. Doch Kritikern reichen diese Maßnahmen nicht aus.

Es wird bemängelt, dass ein dreitägiger Zeitraum zu lang sei, und dass der Warnhinweis nur auf Apple-Geräten angezeigt werde. Android-Nutzern spielt das Gerät bis auf das akustische Signal keinerlei Benachrichtigungen aus. Stalker können diese somit mehrere Tage lang ungestört ausspionieren. Auf der anderen Seite eignen sich die unzähligen bereits seit Jahren verfügbaren GPS-Tracker oftmals noch besser als technische Stalking-Unterstützer. Somit ist die Kritik zwar durchaus berechtigt, allerdings betrifft diese nicht nur AirTags, sondern die absolute Mehrheit der Tracking-Geräte.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL