Das Thema Rente polarisiert. Senioren beklagen geringe Bezüge, während viele Jüngere gar nicht erst davon ausgehen, im Alter nennenswert etwas vom Staat zurückzubekommen. Und tatsächlich scheint die Rentenlücke unaufhaltsam zu wachsen. Kurzum: Wer eine E-Mail von der Deutschen Rentenversicherung bekommt, nimmt sie ernst und schaut genauer hin. Und genau das machen sich Cyberkriminelle derzeit zunutze.
Vorsicht bei dieser E-Mail
Der Verbraucherzentrale liegt eine Phishing-Mail vor, die Kriminelle gegenwärtig im Namen der Deutschen Rentenversicherung verschicken. Optisch wirkt das Schreiben überzeugend – samt Logo und plausibler Formulierung. Doch in Wahrheit handelt es sich dabei um sogenanntes Phishing, also die wohl am meisten verbreitete Form des Online-Betrugs.
Inhaltlich werden zunächst neue EU-Vorschriften zur Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten thematisiert. Das nehmen die Täter als Vorwand, um die Empfänger dazu zu bewegen, ihre Daten auf Vollständigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Wobei „vervollständigen“ hier das Stichwort ist. Denn natürlich werden die meisten Phishing-Mails willkürlich verschickt; folglich besitzen die Täter in den allermeisten Fällen zunächst keinerlei persönliche Daten.
Um an die Daten zu kommen, platzierten sie einen Button mit der Aufschrift „Hier zum Portal“ in der E‑Mail. Wer darauf klickt, landet üblicherweise auf einer gefälschten Website. In diesem Fall einer Seite, die dem Portal der Deutschen Rentenversicherung nachempfunden ist. Sämtliche hier eingetragenen Informationen landen unmittelbar bei den Cyberkriminellen. Deshalb raten die Verbraucherschützer dazu, Phishing-Mails unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben.
Worauf haben es die Täter abgesehen?
In den allermeisten Fällen geht es den Cyberkriminellen um Bankinformationen. Diese können dazu genutzt werden, um Bankkonten zu kapern und zu plündern. Alternativ können persönliche Informationen auch für Identitätsdiebstahl verwendet oder im Darknet zu ebenjenem Zweck verkauft werden. Abschließend bleibt noch die Möglichkeit, mit den ergaunerten Informationen personalisierte und folglich deutlich gefährlichere Phishing-Angriffe zu starten. Und auch ein Computervirus kann sich in den Phishing-Mails verbergen.
Phishing-Mails erkennen
Bei fragwürdigen E-Mails sollte man als Erstes auf die Adresse des Absenders achten. Diese lässt sich zwar per E-Mail-Spoofing ebenfalls manipulieren, doch das kommt in der Praxis nur selten vor. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man eine beliebige Adresse vorfindet, die nichts mit dem angeblichen Absender der E-Mail gemein hat.
Weiterhin deuten eine unpersönliche Anrede sowie mangelhafte Rechtschreibung und Grammatik auf ein betrügerisches Schreiben hin. Genauso, wie die Aufforderung, auf eine Verlinkung oder einen Button zu klicken. Wir empfehlen, die hinterlegte URL bei Bedarf per Rechtsklick zu kopieren und in einem Textdokument zu überprüfen, anstatt den Link unmittelbar aufzurufen. Denn gelegentlich kann es vorkommen, dass der Klick den Download von Malware verursacht.
Ansonsten empfiehlt es sich, bei Verdacht auf Phishing eigenständig den angeblichen Absender zu kontaktieren und sich bei den Mitarbeitern ob der Echtheit des Schreibens zu erkundigen. In diesem Fall also bei der Deutschen Rentenversicherung.
