Amazon Prime Video Live: Amazon will Fern­seh­sen­der werden

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Amazon hat in Deutschland eine Lizenz für einen Live-Rundfunksender beantragt. Der lineare Kanal ist offenbar vor allem für Live-Übertragungen vorgesehen. Wir zeigen dir, was bisher bekannt ist und was der Sender übertragen wird.
Frau vor Fernseher
Bildquelle: Amazon

Wie die Kollegen von teltarif.de berichten, liegt der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (kurz BLM) ein Antrag auf eine Rundfunklizenz für ein TV-Programm von Amazon vor. Der Name: Amazon Prime Video Live.

Unklar ist aktuell, was Amazon auf diesem Kanal wirklich übertragen wird und ob es ein reiner Streaming-Sender sein wird oder ob auch über Kabel und Satellit übertragen werden wird. Bei den Inhalten herrscht weniger Unklarheit. Denn ab der kommenden, im Sommer beginnenden Saison ist Amazon Rechteinhaber der Fußball Champions League. Das Rechtepaket A1 beinhaltet alle Topspiele der Champions League am Dienstagabend.

Warum braucht Amazon eine TV-Lizenz?

Wer in Deutschland regelmäßig und nach einem geplanten Programm TV-Senderungen produziert, benötigt eine Rundfunk-Lizenz. Auch, wenn die Sendungen „nur“ per Internet ausgestrahlt werden. Insbesondere ist eine solche Lizenz notwendig, wenn ein redaktionelles Angebot Bestandteil der Übertragung ist. Beim Fußball sind das die Vor- und Nachberichterstattung sowie die Analyse in der Halbzeit.

Warum ein Antrag in Bayern? Hintergrund ist der Austritt Großbritanniens aus der EU. Das Amazon-Angebot in der EU wird von Amazon Digital UK Ltd bereitgestellt. Es untersteht durch den Brexit der deutschen Rechtshoheit und der Aufsicht der BLM. Sie reguliert das Angebot damit für die gesamte EU. Amazon wiederum greift auf die in München ansässige Amazon Digital Germany GmbH zurück.

Ob der Sender letztlich, so er genehmigt wird, nur im Rahmen des Amazon-Angebotes zu sehen sein wird oder beispielsweise über Kooperationen oder in Eigenregie auch über klassische TV-Kanäle übertragen wird, gilt es abzuwarten. DAZN hatte vor wenigen Monaten den Schritt vom reinen Streaming-Anbieter hin zum Anbieter linearer TV-Sender im Kabelnetz gewagt – auch um die Reichweite zu erhöhen. Aber auch rechtliche Auflagen spielen hier eine Rolle, da beispielsweise die Bundesliga Wert darauf legt, dass die Spiele nicht nur per Internet übertragen werden.

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