Huawei P20 Pro: Lohnt sich der Kauf selbst 2021 noch?

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Das Adjektiv "aktuell" lässt sich nun wirklich nicht mehr auf das Huawei P20 Pro anwenden. Dennoch gibt sowohl Aspekte die gegen, als auch welche die für einen Kauf des einstigen Flaggschiff-Smartphones sprechen. Beispielsweise kann das Handy technisch auch im Jahr 2021 noch überzeugen. Allerdings …
Huawei P20 Pro
Bildquelle: inside digital

Als das Huawei P20 Pro im April 2018 auf den Markt kam, war das Smartphone ein echter Überflieger. In unserem Test erreichte das Huawei-Gerät eine fast perfekte Wertung von 4,5 von 5 maximal möglichen Sternen und setzte in puncto Kamera neue Maßstäbe. Und auch im Jahr 2021 dürfte das Smartphone die Erwartungen von Durchschnittsnutzern, die nicht gerade 3D-Spiele auf den besten Grafik-Einstellungen spielen wollen, vollkommen erfüllen. Wobei es objektiv betrachtet in einigen Bereichen dann doch zu aktuellen Flaggschiffen aufschauen muss. Besonders kritisch ist jedoch ein anderer Aspekt, und dieser kann das bisher aufgeführte, positive Bild des Huawei P20 Pro ganz schnell irrelevant machen.

Huawei P20 Pro in der Übersicht

Das Huawei P20 Pro läuft mit dem hauseigenen Prozessor Kirin 970. Seither wurden zwei neue Generationen veröffentlicht, Kirin 980 und Kirin 990, doch wie bereits erwähnt: Für den alltäglichen Gebrauch ist das Smartphone nach wie vor in jeglicher Hinsicht geeignet. Dasselbe gilt auch für den Speicher. Hier kann das Handy 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Hauptspeicher vorweisen. Zum Vergleich: Das aktuelle Flaggschiff Huawei Mate 40 Pro verfügt über 8 und 256 GB.

Ein größerer Nachteil, den die Hardware des P20 Pro mit sich bringt, ist die Konnektivität. So unterstützt das 2018er-Modell weder 5G noch Wi-Fi 6 (802.11ax). Doch auch hier spielt lediglich Wi-Fi 6 eine nennenswerte Rolle, denn es wird noch eine Weile dauern, bis 5G in Deutschland flächendeckend (oder zumindest zu großen Teilen) verfügbar ist. Bis dato ist diese Funktion größtenteils zu vernachlässigen.

Software Android 8.1 Oreo
Prozessor Kirin-970
Display 5,8 Zoll, 1.080 x 2.240 Pixel
Arbeitsspeicher 4 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 3.400 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 165 g
Farbe Schwarz, Roségold, Blau
Einführungspreis 649 €
Marktstart 06.04.2018

Display und Akku

Nun zum Display: Dieses ist mit 6,1 Zoll zwar nicht sonderlich groß, dafür ist allerdings auch das Gehäuse vergleichsweise handlich. Die Betonung liegt dabei auf „vergleichsweise“, denn dank eines breiten Gehäusestreifens unterhalb des Displays ist das Huawei P20 Pro länger, als es sein müsste. Ob das jedoch ein Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden. Denn auf besagtem Gehäusestreifen platzierte Huawei einen Touch-Sensor, der als Zurück-Button, als Fingerabdrucksensor und als Smart-Assistent-Taste fungiert. Ob dies jedoch wirklich praktisch ist, ist Geschmackssache. Zumindest die Auflösung bleibt mit 1.080 x 2.240 Pixeln (408 ppi) auf einem für Huawei-Geräte guten Niveau. Die Punktdichte übertrifft sogar die des Nachfolgers Huawei P30 Pro (398 ppi), unterliegt jedoch der Auflösung des Huawei Mate 40 Pro (456 ppi).

Was den verbauten Akku angeht, so kann dieser mit 4.000 mAh ebenfalls auch heute noch überzeugen. Die beiden Nachfolgemodelle (P30 Pro und P40 Pro) bieten mit jeweils 4.200 mAh keine deutliche Steigerung – besonders, wenn man die größeren Displays und leistungsstärkeren Prozessoren in die Rechnung mit einbezieht. Und selbst das Huawei Mate 40 Pro verfügt lediglich über 4.400 mAh. Allerdings ist die Schnellladefunktion der neueren Modelle mit 40 und 66 Watt der des Huawei P20 Pro (22,5 Watt) deutlich überlegen. Und wer es braucht: Kabelloses Laden unterstützt das P20 Pro ebenfalls nicht. Noch wichtiger ist allerdings, dass du das 2018 präsentierte Smartphone nicht gebraucht kaufen solltest. Denn die Leistung von Lithium-Ionen-Akkus nimmt mit der Zeit und abhängig von der Nutzung ab. Somit existiert keine Garantie, dass gebrauchte Geräte trotz der ursprünglich sehr guten Laufzeit, auch heute noch lange betriebsbereit bleiben.

Kamera des Huawei P20 Pro

Zu guter Letzt wäre da noch die Kamera des Huawei-Senioren. Diese besteht aus drei Modulen: Einem Teleobjektiv mit 8 Megapixeln (f/2.4), einem Hauptsensor mit 40 Megapixeln (f/1.8) und einem lichtstarken Monochrom-Sensor mit 20 Megapixeln (f/1.6). Damit konnte das Huawei P20 Pro seinerzeit nicht nur überzeugen, sondern begeistern, doch diese Zeiten sind vorbei. So gibt es aktuell zahlreiche Smartphones, die dem einstigen Überflieger überlegen sind. Für Alltags-Photographie reicht das Setup des Huawei P20 Pro allerdings auch 2021 noch allemal aus.

Huawei P20 Pro: Software & USA-China-Handelskrieg

Nachdem wir die technischen Besonderheiten des Huawei P20 Pro ausreichend beleuchtet haben, kommen wir zur Achillesferse des chinesischen Smartphones: der Software. Und diese kann gleich in mehrfacher Hinsicht kritisiert werden. So hat das Handy nach seiner Vorstellung bereits zwei große Versionsupdates (Android 9 Pie und Android 10) erhalten. Damit ist das Gerät zwar beinahe auf dem neuesten Stand, weitere größere Aktualisierungen wird Huawei allerdings nicht mehr verteilen.

Mit Blick auf den Handelskrieg zwischen den USA und China müssen sich potenzielle Nutzer des Huawei P20 Pro dagegen keine Sorgen machen. Das Smartphone unterstützt nach wie vor sämtliche Google-Dienste und steht anderen Android-Geräten somit in nichts nach. Das eigentliche Software-Problem ist weitaus weniger spektakulär, dafür umso relevanter. Denn Huawei hat bereits vor langer Zeit aufgehört, sein 2018er-Flaggschiff mit Sicherheitspatches zu versorgen. Darum befindet sich das aktuelle Sicherheitslevel des Smartphones auf dem Stand des 1. Juli 2020. Und das ist wohl das wichtigste Argument gegen den Kauf des P20 Pro.

Preis-Leistung

Als das Huawei P20 Pro das Licht der Welt erblickte, kostete es noch satte 899 Euro. Seither ist jedoch bereits viel Zeit verstrichen, sodass das Gerät heute bei namhaften Händlern nur noch knapp 400 Euro auf die Preiswaage legt – also weniger als die Hälfte. Das klingt zwar gut, doch der Preis befindet sich schon seit Längerem auf diesem Niveau. Tatsächlich konnte das Gerät sogar schon öfters zu besseren Konditionen erworben werden – und sollte ein Händler noch einige P20-Pro-Modelle in seinem Lager entdecken, könnte der Preis wieder etwas fallen. Ein natürlicher Preisverfall wird allerdings nicht mehr eintreten. Stattdessen wird das Handy irgendwann einfach von den Ladentheken verschwinden. Daraus ergibt sich folgende Schlussfolgerung: Wenn du das Huawei P20 Pro kaufen möchtest, solltest du lieber zeitnah zugreifen. Warten lohnt sich bei dem Gerät nicht mehr – es wird höchstens noch älter. Noch besser wäre es jedoch, zu einer der neueren Alternativen zu greifen.

Alternativen zum Huawei P20 Pro

Huawei P30 Pro

Die einzige sinnvolle Huawei-Alternative zum P20 Pro stellt das direkte Nachfolgemodell Huawei P30 Pro dar. Es verfügt über alle Google-Dienste, gehört jedoch ebenfalls schon lange nicht mehr zu den neueren Modellen. Zudem ist es mit bestenfalls rund 500 Euro deutlich teurer als der Vorgänger. Dafür erhielt das Gerät eine sogar noch etwas bessere Testwertung als das 2018er-Gerät und wird (voraussichtlich!) noch ein weiteres großes Android-Versionsupdate erhalten. Auch interessant ist an dieser Stelle das Huawei P30 Pro New Edition. Das Handy entspricht größtenteils der Standard-Version, wurde jedoch im Mai 2020 eingeführt und wird folglich länger mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Kostenpunkt: ab rund 560 Euro bei namhaften Händlern.

Samsung Galaxy A72

Eine weitere interessante Alternative stellt derweil das Samsung Galaxy A72 dar. Das Smartphone kam im März 2021 auf den Markt und stellt die High-End-Variante der Mittelklasse-Handys von Samsung dar. Darum verfügt es, genauso wie das Huawei P20 Pro, über 6 GB Arbeitsspeicher. Dafür ist die Akkukapazität mit 5.000 mAh deutlich größer. Das ist allerdings auch notwendig, da das Display des Galaxy A72 mit 6,7 Zoll das des P20 Pro deutlich überragt. Und was die Android-Versionsupdates angeht: Android 11 ist ab Werk verfügbar und Android 12 sowie Android 13 und sogar Android 14 stellt keinen unerfüllbaren Wunschtraum dar. Kostenpunkt: ab circa 420 Euro.

Fazit

Vor ungefähr zwei Jahren wäre das Huawei P20 Pro eine exzellente Wahl gewesen – und nicht viel teurer als jetzt. Inzwischen hat sich der Kaufpreis jedoch bereits seit vielen Monaten nicht mehr zugunsten eines Interessenten verändert und auch Updates werden nicht mehr verteilt. Folglich solltest du lieber zweimal überlegen, ob nicht ein anderes Smartphone, wie das Huawei P30 Pro oder das Samsung Galaxy A72, doch eine bessere Wahl darstellt. Andererseits hat das Huawei P20 Pro mit dem Touch-Sensor unterhalb des Displays und einem nicht gerundeten Bildschirm auch einige spezifische Merkmale, die das Gerät von einem Großteil der möglichen Alternativen abheben. Und technisch veraltet ist das Huawei-Handy ebenfalls noch keineswegs, lediglich das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht mehr optimal.

Deine Technik. Deine Meinung.

8 KOMMENTARE

  1. Ich weiß nicht, wie man damals dermaßen von dieser Kamera schwärmen konnte. Gestern ein paar Fotos draußen mit Abendsonne gemacht. Schärfe, Auflösung, Artefakte und Kontrastumfang sind wirklich mies schon im Normalmodus. Mit HDR wirds dann richtig übel.

  2. Ich hab noch Bilder die mit dem p20 Pro gemacht wurden und sie mit Bildern verglichen die ich mit einem Samsung S20 gemacht habe, da musste ich feststellen das die Bildqualität keinen Deut besser waren. Hab das S20 umgehend wieder verkauft. Im Vergleich zum P30 Pro ist das S20 höchstens Mittelklasse. Wie gesagt, meine eigenen Erfahrungen.

  3. Damals war Nokia das Maß aller Dinge und Snake das coolste game überhaupt… Aber Damals ist vergangen, denn die Erde dreht sich weiter und die Technik mit ihr.

  4. Der Artikel an sich ist Weltklasse 😂😂😂

    Ist es oder ist es nicht?
    Wenn der Redakteur doch das Fazit schon im vornherein wusste….. Warum schreibt man dann überhaupt einen solchen Artikel?

    Ich werd dann mal auch Redakteur…..

    Lohnt sich ein Sony Ericsson? Weil es ist günstiger als früher 😂😂😂😂😂😂😂😂

    Unglaublich…… Wie konnte sich ein so brillanter Artikel in meine Personifizierten Nachrichten einschleichen?
    🙈

  5. Hallo zusammen, ich habe mir im April 2018 sofort das P20 pro gekauft. Nach gut 2 Jahren habe ich mir zuerst das p30 pro und dann im Juli das p40 pro gekauft. Nach einem Monat hab ich das p40 pro wieder verkauft und mir wieder für 100 € ein sehr gutes gebrauchtes P20 pro zugelegt.
    Warum:
    – klar p40 pro macht etwas bessere Bilder, außer: bei 3x Zoom ist das P20 pro definitiv besser!!! Die Videos vom p40 pro sind klar besser, mache ich aber nicht so oft.
    – P20 pro hat leider keine Weitwinkel Funktion
    – ich finde die Gegenlicht Aufnahmen des P20 pro bisher unübertroffen
    – mag kein Handy mit runden Kanten, das geht auf Dauer definitiv kaputt. Die Bedienung ist mit Gestensteuerung mit runden Kanten besser.
    – ich habe beim P30 und P40 die Fotoaufnahme Funktion durch tippen auf den Bildschirm sehr sehr vermisst.
    – die Akkulaufzeit des P20 pro ist definitv besser.
    – das P20 pro ist deutlich leichter und handlicher.
    – ich hatte den Play Store beim P40 pro am laufen aber ohne Push Services und Google Assistent wollte ich das Handy dann nicht weiter betreiben.

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