Redmi Note 11 Pro 5G im Test: Verliert Xiaomi den Anschluss?

8 Minuten
Mit einer 108-Megapixel-Kamera, großem Akku und einem 120 Hertz AMOLED-Bildschirm hat das Redmi Note 11 Pro 5G einiges zu bieten. Doch halten sich die Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger in Grenzen. Kann das Mittelklasse-Smartphone dennoch überzeugen?
Das Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G im Test
Das Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G im TestBildquelle: Timo Brauer / inside digital

Die Redmi Note Serie ist der absolute Kassenschlager des chinesischen Herstellers Xiaomi. Über 240 Millionen Smartphones der Serie konnte Xiaomi in den vergangenen Jahren verkaufen. Das Redmi Note 8 Pro (2019) und Redmi Note 9 Pro (2020) waren bei unseren Lesern besonders beliebt. Und auch das Redmi Note 10 Pro (2021) konnte uns im Test überzeugen, stand jedoch ein wenig im Schatten des Xiaomi 11 Lite mit 5G. Mit dem neuen Redmi Note 11 Pro 5G möchte man zu altem Glanz zurückfinden, bietet aber technisch nur wenig Neues.

Redmi Note 11 Pro 5G: Optisch ein echtes 2022er-Smartphone

Apple hat es Mitte 2020 vorgemacht und rund anderthalb Jahre später springen fast alle Android-Hersteller auf den Design-Trend auf: Smartphones müssen wieder eckig sein. Das Redmi Note 11 Pro 5G ist hierbei keine Ausnahme und kommt in einem kantigen Design mit breiten Rahmen und flacher Rückseite daher. Dabei liegt das Smartphone gut in der Hand und ist – auch wenn das optisch nicht so wirkt – etwas schlanker als der Vorgänger.

Das Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G (links) neben seinem direkten Vorgänger
Das Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G (links) neben seinem direkten Vorgänger

Unser Testgerät sieht mit seinem matten Kunststoff-Rahmen und einer ebenfalls matten Rückseite mit perlmuttfarbenen Farbeffekten wirklich gut aus. Darüber hinaus gibt es noch ein blaues Modell mit Wellenmuster sowie eine klassisch schwarze Variante zur Auswahl.

Verarbeitung und Klang

Nichts auszusetzen, gibt es an der Verarbeitung. Diese ist wie gewohnt hochwertig. Sogar ein IP-Rating ist vorhanden. Jedoch garantiert dieses nur Schutz vor Staub und Sprühwasser und nicht vor Untertauchen. Im Rahmen findet sich ein Fingerabdrucksensor. Dieser arbeitet zuverlässiger und schneller als im Display verbaute Modelle und entsperrt das Redmi Note 11 Pro 5G im Bruchteil einer Sekunde.

Positiv aufgefallen sind uns auch die verbauten Lautsprecher. Diese bieten Stereo-Klang mit einer gleichmäßigen 50:50-Verteilung und sind lauter und klarer als beim Vorgänger. Bei voller Lautstärke kann das Smartphone durchaus einen Raum beschallen, falls gerade kein Bluetooth-Lautsprecher zur Hand ist. Fans kabelgebundener Kopfhörer finden beim Redmi Note 11 Pro 5G sogar noch einen klassischen Kopfhöreranschluss vor.

Das Redmi Note 11 Pro 5G mit kabelgebundenen Kopfhörern
Auch für Fans kabelgebundener Kopfhörer hat das Smartphone etwas zu bieten

AMOLED und 120 Hertz

Bereits beim Vorgänger konnte Xiaomi in puncto Bildschirm glänzen. Und so spendiert man auch dem neuen Redmi Note 11 Pro 5G ein 6,7 Zoll großes AMOLED-Panel mit 120 Hertz Bildwiederholrate. Dieses bietet kräftige, aber nicht überzogene Farben und echtes Schwarz. Letzteres freut insbesondere Fans des Dunkelmodus in MIUI. In der Software steht sogar ein Always-On-Modus zur Verfügung. Dieser kommt jedoch mit einer großen Einschränkung daher.

Um die günstigen Redmi-Smartphones softwareseitig künstlich abzuwerten, bleibt der Always-On-Modus nämlich nur für maximal zehn Sekunden nach Sperren des Smartphones aktiv. Die Einstellung ihn dauerhaft zu aktivieren fehlt. Wenn du also auf ein echtes Always-On-Display Wert legst, musst du zu einem Smartphone der Xiaomi-Reihe oder einem anderen Hersteller greifen.

Der Bildschirm des Redmi Note 11 Pro 5G
Der Bildschirm des Redmi Note 11 Pro 5G

Die Helligkeit des Displays fällt mit 780 Nits minimal heller aus, als noch beim Vorgänger. Diesen Unterschied merkt man jedoch nur im direkten Vergleich. Im Alltag ist das Display hell genug. Nur bei direktem Sonnenlicht könnte es noch ein wenig heller sein.

5G – Aber nicht mehr Leistung

Ob der aktuellen Chip-Knappheit geschuldet oder nicht: In der Redmi Note 11 Serie stecken deutlich schwächere Prozessoren. So setzt das Redmi Note 11 Pro 5G auf einen Snapdragon 695 statt auf einen Chip der 7er-Reihe wie bei vergangenen Modellen. In der Version ohne 5G kommt sogar nur ein MediaTek Helio G96 zum Einsatz. Während die 5G-Version leistungstechnisch mit dem Vorjahresmodell mithalten kann, fällt die Leistung der LTE-Version sogar geringer aus.

Bei unserem 5G-Modell ist die Leistung im Alltag vollkommen ausreichend. Die Benutzeroberfläche und alle Apps reagieren performant und ohne Ruckler auf unsere Eingaben. Lediglich im Multitasking-Menü sind uns der ein oder andere Ruckler aufgefallen.

Mit dem Redmi Note 11 Pro 5G erhält der neue Mobilfunkstandard auch bei Redmi Einzug. Zwar gab es schon zuvor Sondermodelle mit 5G. Bei denen musste man jedoch auf viele andere Funktionen verzichten.

Keinen Fortschritt bei der Kamera

Bei der Kamera gibt es beim Redmi Note 11 Pro 5G sogar einen leichten Rückschritt zu vermelden. So verbaut Xiaomi ein zum Vorgänger identische Kamera-Setup, und lässt dabei nur den zugegebenermaßen überflüssigen Tiefensensor weg.

  • Hauptkamera: 108 Megapixel; f/1,9 Blende
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 8 Megapixel; 118° Sichtfeld; f/2,2 Blende
  • Makro-Kamera: 5 Megapixel; 2-10 cm Abstand; f/2,4 Blende
  • Sensor für Tiefeninformationen: 2 Megapixel; f/2,4 Blende
  • Frontkamera: 16 Megapixel; f/2.5 Blende

Standardmäßig speichert das Redmi Note 11 Pro 5G Fotos mit 12 Megapixeln. Hierzu werden jeweils 9 nebeneinanderliegende Pixel zu einem kombiniert. Auf diese Weise kann ein höherer Dynamikumfang erreicht werden. Auf Wunsch kannst du jedoch auch Fotos mit den vollen 108 Megapixeln aufzeichnen. Dies bietet sich insbesondere bei idealen Lichtbedingungen an, um kleine Details einzufangen.

Mit der 108-Megapixel-Hauptkamera sind tolle Fotos möglich. Sowohl bei idealen Bedingungen, als auch bei Motiven mit Licht und Schatten kann das Redmi Note 11 Pro 5G überzeugen. Dank der hohen Auflösung werden die vielen kleinen Details des Motivs einwandfrei eingefangen.

Ein Foto mit dem Redmi Note 11 Pro 5G
Ein Foto mit dem Redmi Note 11 Pro 5G
Hauptkamera (12 Megapixel mit Pixel Binning)
Hauptkamera (12 Megapixel mit Pixel Binning)

Steht hingegen nur wenig Licht zur Verfügung, gerät das Smartphone ins Straucheln.

In den dunklen Kohleförderbrücken der Zeche Zollverein gerät das Redmi Note 11 Pro 5G an seine Grenzen
In den dunklen Kohleförderbrücken der Zeche Zollverein gerät das Redmi Note 11 Pro 5G an seine Grenzen

Fotos bei Nacht kann man komplett vergessen. Hier liefern andere Smartphones derselben Preisklasse – wie etwa das Samsung Galaxy A53 – deutlich mehr.

Ein Foto mit dem Redmi Note 11 Pro 5G bei Nacht
Bei Dunkelheit konnte uns die Kamera nicht überzeugen

Die Ultraweitwinkel-Kamera ist schon seit zwei Generationen unverändert. Mit einer Auflösung von gerade einmal 8 Megapixeln und übersättigten Grüntönen macht das Fotografieren mit diesem Objektiv keinen Spaß.

Ein Foto mit der Ultraweitwinkel-Kamera
Viel Unschärfe am Rand und übersättigte Farben

Zweimal hingucken mussten wir hingegen bei der Videofunktion. Waren beim Vorgänger noch Aufnahmen in 4K mit 30 Bildern oder Full-HD mit 60 Bildern die Sekunde möglich, schafft das neue Redmi Note 11 Pro 5G gerade einmal Full-HD bei 30 Bildern pro Sekunde. Dieser Rückschritt ist vermutlich auf den schwächeren Prozessor zurückzuführen.

Überzeugende Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist traditionell eine Stärke von Xiaomi-Smartphones. Das Redmi Note 11 Pro 5G ist hier keine Ausnahme. Trotz 5G-Mobilfunk und 120 Hertz Bildschirm kommt das Smartphone in unserem Benchmark-Test auf eine Laufzeit von 12 Stunden und 50 Minuten. Ein überdurchschnittlich guter Wert. Nur bei Dauernutzung wie Navigation oder beim Spielen war der Akku an einem Tag leer zu bekommen. Im Alltag kommt man mit dem Smartphone also mühelos durch den Tag. Wenig-Nutzer können auf 120 Hertz und 5G verzichten, um etwa auf Reisen auch zwei Tage ohne Laden zu schaffen.

Ist der 5.000 mAh große Akku doch einmal leer, geht das Aufladen dank mitgeliefertem 67 Watt-Netzteil angenehm schnell. In rund 40 Minuten ist der Energiespeicher von 0 auf 100 Prozent aufgeladen. Im Alltag solltest du also nie mehr als eine halbe Stunde am Kabel hängen. Schön ist hierbei, dass Xiaomi nicht auf proprietäre Technik setzt und man das mitgelieferte Netzteil auch für andere Smartphones, Tablets und sogar Notebooks nutzen kann.

Fazit: Verliert Xiaomi den Anschluss?

Unabhängig vom Markt betrachtet, ist das Redmi Note 11 Pro 5G ein grundsolides Mittelklasse-Smartphone. Xiaomi setzt hier auf sein bewährtes Erfolgsrezept aus einem großen, schönen Display, einer brauchbaren Hauptkamera und einer ausgezeichneten Akkulaufzeit. Letztes Jahr hatte man das AMOLED-Display als große Neuerung, doch in diesem Jahr bleibt die Weiterentwicklung aus. So hat es das Redmi Note 11 Pro 5G schwer, sich gegen die starke Konkurrenz von Samsung zu behaupten.

Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G Testsiegel mit 3,5 von 5 Sternen

Hardware-Wertung im Detail

  • Gehäuse: 3,5 von 5 Sternen
  • Display: 4,5 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 4 von 5 Sternen
  • Kamera: 3 von 5 Sternen
  • Software: 3,5 von 5 Sternen
  • Akku: 4 von 5 Sternen

Betrachtet man den Preis von 370 Euro, kostet das Redmi-Smartphone mehr als Samsungs Galaxy A53 5G. Und dieses Smartphone kann mit einem stärkeren Prozessor, helleren Display, besseren Kameras und einem deutlich längeren Update-Support mit Update-Garantie aufwarten. Zudem ist das Samsung-Smartphone wasserdicht. Einziger Nachteil ist die schlechtere Akkulaufzeit.

Für den aufgerufenen UVP von 369,90 Euro ist das Redmi Note 11 Pro 5G in unseren Augen zu teuer. So würden wir zum nur minimal schlechter ausgestatteten Vorgänger, dem Redmi Note 10 Pro, raten. Dieses Smartphone ist aktuell für rund 230 Euro erhältlich. Alternativ bietet sich Samsungs Galaxy A53 5G an.

Jedoch fallen Xiaomi-Smartphones nach Release relativ schnell im Preis und sind in Angeboten häufig deutlich preiswerter zu haben. So haben wir für unser Testgerät im Handel lediglich 235 Euro bezahlt. Für diesen Preis ist das Smartphone ein echtes Schnäppchen und eine klare Kaufempfehlung.

→ Redmi Note 11 Pro 5G bei MediaMarkt kaufen

Pros des Redmi Note 11 Pro 5G im Test

  • hochwertiges Äußeres
  • schicke matte Rückseite
  • 120 Hertz AMOLED-Display
  • gute Stereo-Lautsprecher

Contras des Redmi Note 11 Pro 5G im Test

  • kaum Verbesserungen zum Vorgänger
  • etwas schwacher Prozessor
  • Kamera nur durchschnittlich
  • relativ teuer

Über unsere Links

Mit diesen Symbolen kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, inside digital weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!

Bildquellen

  • Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G vs Redmi Note 10 Pro: Timo Brauer
  • Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G Kopfhörer: Timo Brauer
  • Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G Display: Timo Brauer
  • Redmi Note 11 Pro 5G Testfoto: Timo Brauer
  • Redmi Note 11 Pro 5G Testfoto: Timo Brauer
  • Redmi Note 11 Pro 5G Testfoto lowlight: Timo Brauer
  • Redmi Note 11 Pro 5G Testfoto bei Nacht: Timo Brauer
  • Redmi Note 11 Pro 5G Testfoto Ultraweitwinkel: Timo Brauer
  • Xiaomi Redmi Note 11 Pro 5G Rückseite: Timo Brauer
Realme Narzo 5G
Neue 200-Euro-Handys: Zum Marktstart gibt es schon Rabatt
Der heiß umkämpfte Smartphone-Markt bekommt noch mehr attraktive Modelle. Und das im wichtigen Budget-Bereich um die 200 Euro herum. Dazu startet man mit einer Rabatt-Aktion zum Marktstart eines nicht minder interessanten Modells.

Deine Technik. Deine Meinung.

5 KOMMENTARE

  1. Peter

    Spätestens bei den Preisen für seine Smartphones hat Xiaomi schon lange den Anschluss verloren. Was MIUI angeht, fährt man ein ehemals innovatives OS gegen die Wand.
    Mich als wirklich langjährigen Nutzer hat man jedenfalls verloren und mich wieder in die Arme von Google mit seinem in Preis und Leistung hervorragenden Pixel „getrieben“.

    Antwort
  2. Wolf Jäger

    Ich besaß ein LG G8 Thinq- das mir leider kaputt gegangen ist- und habe mich deshalb für das Xiaomi entschieden. Die Bloatware und das ganze Look and feel gefallen mir überhaupt nicht. Das Ding macht mich wütend. Ich habe mich dazu entschlossen die 220 Euro in mein G8 zu investieren und den Chinaböller als Elektronikschrott recyclen zu lassen. wer soetwas toll findet, hatte noch nie ein gutes Smartphone in der Hand

    Antwort
    • Timo Brauer inside digital Team

      Welche Oberfläche einem besser gefällt, ist schließlich Geschmackssache. Nicht jedem muss alles gefallen. Ich mag die von Xiaomi recht gerne und wurde mit der von LG nie richtig warm. Bloatware ist in dieser Preisklasse leider Standard. Zum Glück kann man die Apps mit 2-3 Klicks deinstallieren. Das LG war schließlich mehr als doppelt so teuer.

      Antwort
  3. Jan

    Wie sieht es mit der videostabilisierung aus? Hatte gelesen, dass die nicht vorhanden ist. Darum habe ich auch den Kauf storniert. Als es auf Markt kam, hatte es sogar vorbestellt.

    Antwort
    • Timo Brauer inside digital Team

      Eine optische Bildstabilisierung gibt es nicht. Diese bietet in der Mittelklasse nur Samsung.

      Antwort

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein