Huawei Mate 30 Pro im Test: Der erste Eindruck

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Huawei ist durch Trumps Wirtschaftspolitik zusehends unter Druck geraten. Doch zurückstecken wollen die Chinesen nicht und präsentierten in München ihr neues Flaggschiff, das Huawei Mate 30 Pro. Die Vorzeichen stehen wegen des Verzichts auf die Google-Services schlecht. Trotzdem kann das Huawei Mate 30 Pro im ersten Eindruck des Tests überzeugen.
Huawei Mate 30 Pro in der Hand
Test des Huawei Mate 30 Pro: Die Front und das DisplayBildquelle: Michael Büttner

Die Sorgenfalten waren tief in den vergangenen Wochen bei Huawei: Es wurde gemunkelt, dass das Huawei Mate 30 Pro ganz ohne Android auf den Markt kommen wird. Es gab sogar Gerüchte, dass man das Mate 30 Pro gar nicht nach Deutschland, sondern nur in Asien in den Handel bringen wollte. Zumindest diese beiden Sorgen von Huawei-Fans hat Richard Yu, CEO der Mobile-Sparte, auf der Präsentation in München zerschlagen können.

Das Mate 30 Pro kommt nach Europa, es hat Android 10 installiert und es wird Updates bekommen. Doch eines hat es nicht: die Google Services. Das sind die Apps und Anwendungen, die von Google in Android eingebettet werden und eine reibungslose Verknüpfung von Smartphone und Google-Konto ermöglichen. Mate-Nutzer müssen sich also umstellen. Wie hart die Umstellung sein wird, wird sich im Laufe des Tests herausstellen.

Im ersten Eindruck fehlen die Services des Android-Entwicklers. Huawei hat statt derer einen eigenen App-Store installiert und will so die Nutzer in das Ökosystem ziehen. Die nachträgliche Installation der Google Services wie dem Google Play Store war nicht trivial zu erledigen. Hierfür muss man sich also etwas Zeit nehmen, wenn es denn überhaupt funktionieren wird. Auch das wird der längerfristig angelegte Test des Huawei Mate 30 Pro zeigen.

Huawei Mate 30 Pro im Test: Die technischen Daten

Das Huawei Mate 30 Pro ist wieder gespickt mit der neusten Technik des chinesischen Unternehmens. Mit dem Kirin 990 steckt man sein neues Prozessor-Zugpferd ins Gehäuse. Dazu kommen satte Speicherkapazitäten und ein riesiges 6,8 beziehungsweise 6,5 Zoll großes Display. Den Schritt über die 7-Zoll-Marke, wie ihn Huawei beim Mate 20 X gegangen ist, bleibt also aus. Dafür verbaut Huawei eine Vierfachkamera und ein Display, dass fast 90 Grad um die seitlichen Flanken herumgebogen ist.

Die detaillierten technischen Daten sind im Datenblatt des Huawei Mate 30 Pro gelistet, die Eckdaten sind hier kompakt zusammengefasst:

Huawei Mate 30 Pro
Huawei Mate 30 Pro Front Datenblatt
Software
Prozessor Kirin 990
Display 6,53 Zoll, 1.176 x 2.400 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB
interner Speicher 256 GB
Hauptkamera 7728x5368 (41,5 Megapixel)
Akku 4.500 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 198 g
Farbe Schwarz, Silber, Grün, Violett
Einführungspreis 1.099 €
Marktstart Oktober 2019

Huawei Mate 30 Pro im Test: Der erste Eindruck

Die Mate-Reihe von Huawei war nie besonders kompakt und so ist es kein Wunder, dass das Huawei Mate 30 Pro im ersten Eindruck ebenfalls nicht kompakt in der Hand liegt. Das wuchtige Handy wirkt dabei aber nicht klobig. Die Rundungen auf der Rückseite tun dem Handling spürbar gut. Ebenso ist die Breite, dank 20:9-Display, relativ gering. Damit lässt es sich hervorragend halten.

Rund ist auch das Stichwort bei der Gestaltung der Rückseite: Aus dem Quadrat mit abgerundeten Ecken des Huawei Mate 20 Pro ist ein echter Kreis geworden. Die Kameraeinfassung setzt sich jedoch um ein ganzes Stück vom Rücken ab. Genau dort sammelt sich Schmutz und Staub rasant. Wer eine eingelassene Kamera bevorzugt, kann jedoch auf das Porsche Design Mate 30 RS zurückgreifen. Der Nachteil: Das Luxus-Smartphone kostet mit über 2.000 Euro quasi das Doppelte des Huawei Mate 30 Pro.

Die Optik des Handys ist klasse und man kann immer wieder kleine Highlights entdecken. Der Power-Button ist in Rot abgesetzt und schmiegt sich nett in den Rahmen. Das Display ist optisch ebenfalls eine Augenweide und mit ihm wirkt das Handy, als ob die Front nur noch aus einem Panel besteht.

Huawei Mate 30 Pro Rahmen und Display
Huawei Mate 30 Pro Rahmen und Display

Der Nachteil an der Display-Konstruktion: Der Rahmen wird sehr schmal und damit fühlt es sich etwas grob an. Das kann man auch als Charakterstark bezeichnen. Im einheitlich runden Smartphone-Markt ist die Kante auf jeden Fall etwas Besonderes. Was nicht gut gelöst ist, ist eine andere Kante. Am unteren Rand des Displays erhebt sie sich minimal und macht damit Wischgesten vom unteren Rand haptisch ruppig.

Die Farben Lila, Schwarz und Silber, sowie das Grün mit dem Matt-Glanz-Übergang sind zumindest im Flaggschiffbereich eine gelungene Abwechslung. Dazu kommen die Leder-Imitat-Versionen, die farblich ein echtes Highlight sind. Huawei nennt das Material vegan. Man kann es aber auch ganz einfach als das bezeichnen, was es ist: Kunstleder.

Huawei Mate 30 Pro Rückseite
Huawei Mate 30 Pro Rückseite

Huawei Mate 30 Pro im Test: Die nächsten Schritte

Neben der Software muss das Huawei Mate 30 Pro noch einige andere Testkategorien durchstehen. Unter anderem wird das Display unter die Lupe genommen. Danach muss das Smartphone in einem Benchmark-Test antreten. Dazu muss der Akku zeigen, was er kann und die hochgelobte Kamera sich beweisen.

Der erste Eindruck ist jedoch vielversprechend. Das Huawei Mate 30 Pro könnte dem Samsung Galaxy Note 10 gefährlich werden. Gerade bei der Hardware steht Huawei hier nicht hinten an. Der Schlüssel zum Mate-30-Erfolg liegt demnach bei der Software und dem Marktstart. Bei beiden muss jedoch Huawei in Vorleistung treten. Es bleibt also spannend.

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