iRobot Roomba 966 im Test: So gut ist der "Volks-Saugroboter"

9 Minuten
Den Roomba 966 vertreibt iRobot medien- und werbewirksam auch als "Volks-Saugroboter". Dies verbindet den Saugroboter unter anderem mit dem "Volks-Smartphone" von Gigaset (GS 270) und zahlreichen weiteren Produkten, bei denen die "Bild" bei der "Volks"-Vermarktung Pate steht. Aber zum Produkt: Wir haben den Roomba 966 getestet.
Saugroboter Roomba 966 von iRobot im Einsatz
Der "Volks-Saugroboter" im Einsatz: Auch höhere Teppiche sind kein Problem.Bildquelle:

Den Roomba 966 von iRobot gibt es ab rund 400 Euro zu kaufen. Ursprünglich kommt er aber aus der 650-Euro-Klasse. Saugroboter gibt es auch für ein paar Euro günstiger und ebenso gibt es Modelle, die nochmal deutlich teurer sind. Preislich bewegen wir uns also in der Saugroboter-Mittelklasse. Der Test zeigt, wo der Sauger seine Stärken ausspielt, was er kann – und was nicht.

Einrichtung: Einfach und schnell erklärt

iRobot setzt bei seinen Saugrobotern auf eine einfache und schnelle Inbetriebnahme. Ausgepackt ist der Sauger nach wenigen Handgriffen einsatzbereit, auch das Paket an sich ist recht handlich, kein Vergleich zu großen Handstaubsaugern mit voluminösem Gehäuse, Schlauch und Aufnehmer. Beim Roboter ist das alles fein verstaut.

Technische Daten
iRobot Roomba 966
iRobot Roomba 966
Navigation und
Orientierung
Laser
iAdapt 2.0
vSLAM (optischer Sensor)
WLAN
RCON Sensor (Home Base)
Lautstärke60 db
SeitenbürstenJa - eine
BodenbürsteJa - zwei
Kapazität Staubbehälter0,6 Liter
Akkulaufzeit75 Minuten
Höhe9,1 cm
Durchmesser35 cm

Einmal ausgepackt, ist das Gerät schnell betriebsbereit; Siegel müssen von der Unterseite entfernt werden und die Basisstation muss an einem passenden Ort aufgestellt und eingesteckt werden. Per App und Bluetooth verbindet sich der Roboter einmalig übers Handy mit dem Heim-WLAN und kann mittels App ab sofort auch ferngesteuert werden. Grundsätzlich kann der Roboter auch über die am Gerät befindlichen Tasten gesteuert, sprich: gestartet, gestoppt, zur Home-Base geschickt und auf einen gezielten Schmutzfleck angesetzt werden.

Unterseite des iRobot Roomba 966
Ein Blick auf die Unterseite: Beim Neugerät sind noch Siegel über dem Akku und dem Staugauffangbehälter.

Die Einrichtung des Roomba erfolgt einfach mit dem beiliegenden Handbuch und der iRobot-App, die es kostenfrei im Google Play Store oder im App Store (iOS) zum Download gibt. Status-Anzeigen auf dem Roboter zeigen die WLAN-Verbindung, den Batteriestand und etwaige Störungen an. Wenn der Roomba speziell etwas von dir will – zum Beispiel saubere Bürsten – so macht er dich per Sprachausgabe und in der App genau darauf aufmerksam.

iRobot Home
iRobot Home
Entwickler: iRobot
Preis: Kostenlos
‎iRobot Home
‎iRobot Home
Entwickler: iRobot Corporation
Preis: Kostenlos

Lieferumfang: Das legt iRobot mit dazu

Im Lieferumfang befindet sich der Staubsaugerroboter selbst und schon komplett zusammengebaut, außerdem die Home Base mit Ladekontakten und „RCON“-Sensor, mit dem der Roomba stets wieder zurückfindet.

Außerdem im Lieferumfang:

  • Netzkabel
  • Bedienungsanleitung
  • Ersatzfilter
  • Ersatz-Seitenbürste
  • Virtual Wall Barriere (definiert „No-Saug-Areas“ für den Roomba 966) mit Batterien

Die Virtual Wall Barriere ist ein kleines batteriebetriebenes Türmchen, das du beliebig in deiner Wohnung platzieren kannst. Je nach Einstellung (Regler an dem Türmchen selbst) erzeugt es eine nur für den Saugroboter sichtbare Wand mit 3 Metern Länge, um zum Beispiel einen Durchgang für den Roboter zu versperren. Alternativ gibt es um das Türmchen herum einen Bereich mit 60 Zentimetern Radius, den der Sauger nicht befährt. Im Herstellerbeispiel wird hiermit etwa ein Halbkreis (Virtual Wall ist an einer Wand platziert) definiert, in dem Hundenäpfe stehen.

iRobot Roomba 966 Staubsaugerroboter mit Virtual Wall Barriere
iRobot Roomba 966 mit Virtual Wall Barriere im Vordergrund.

Funktionen: Das verspricht der Roomba 966

Der Roomba 966 ist ein reiner Saugroboter, das heißt: Wischfunktionen bietet er nicht. Per Routine, Sensorik oder angesetzt auf einen exakten Punkt („SPOT“-Modus) fährt der Sauger Bahnen ab und saugt Staub auf. Das allerdings nicht wie von handelsüblichen Staubsaugern bekannt, durch einen Schlauch und eine mundgroße Öffnung, sondern durch zwei Walzen. Das heißt – nur wirklich feiner Staub, wie Haare, Hausstaub oder Krümel werden eingesogen, nicht aber herumliegendes Papier oder zerknüllte Taschentücher.

Zur Orientierung nutzt der Roomba 966 Lasersensoren. Hierbei arbeitet der Roboter erstaunlich exakt und Berührungsempfindlich. Heißt: Er fährt an ein Hindernis heran, bis es zur Berührung kommt, mittels der Sensorik wird nun vorsichtig hin und her und am Hindernis vorbeigesaugt.

Vorteilhafte Bauform

Wie erwähnt, ist der Roomba 966 ein recht kleiner Saugroboter. Das runde Gehäuse misst im Durchmesser 35 und in der Höhe keine 10 Zentimeter. Letzteres ist insbesondere von Vorteil, da der Saugroboter so problemlos unter den meisten Sofas, Kommoden und Betten (ohne Bettkästen) staubsaugen kann.

Probleme gibt es aufgrund der runden Bauweise naturgemäß in spitz zulaufenden oder enger zugestellten Ecken. Mit der Staubwischbürste kann der Staub in diesem Ecken zwar etwas aufgewirbelt werden, je nach Staubdichte wird aber nicht alles restlos aufgesaugt. Hier zeigt sich: Der Roomba 966 unterstützt dich im Haushalt, macht den Großteil der Staubsaugarbeit von alleine, die komplette (trockene) Grundreinigung ersetzt er nicht.

Der Roomba 966 in seiner Ladestation

Leistung: So gut saugt der Roomba 966

Schwächen in spitzen Ecken haben wir bereits erwähnt. Als Saugroboter ist der Roomba 966 vor allem auf der Fläche ein Garant für Besenreinheit. Hindernisse bis zu 1 bis 2 Zentimetern – etwa Wäscheständer, Bodenleisten oder Türschwellen – überfährt der Roboter sachte aber bestimmt. Hier holpert es zwar immer ein bisschen, dank guter Senk- und Steigetechnik sowie gewisser Robustheit sind solche Hindernisse aber kein Problem.

Die Saugkraft ist ordentlich, wenn ein Fleck besonders verdreckt ist, registrieren die Sensoren dies und der Roboter fährt wiederholt über die staubige Stelle. Das passiert selbst im Alltag häufig, die Messlatte für den Status „besonders dreckig“ hängt also nicht allzu hoch. Dennoch: Auch wenn es wirklich dreckig ist – liegt im Auge des Betrachters – kriegt der Roomba dies weg. Nebeneffekt der etwas geringeren Saugkraft: Das Gerät ist wirklich leise. Die angegebenen 60 db werden vom Gerät selbst nicht überschritten. Anders als beim klassischen Staubsaugen ist ein normales Gespräch während der Saugarbeit möglich.

Stark ist der Roomba insbesondere auf Parkett, Laminat oder Fliesenboden. Aber auch Teppichboden wird zufriedenstellend gereinigt. Ausliegende Teppiche sind ebenfalls kein Problem, wenn der Saugroboter erkennt, dass es sich um einen solchen und nicht um ein Hindernis handelt. Allerdings gibt es hier tatsächlich einen KI-basierten Lerneffekt: Zunächst meidet der Sauger einen höheren Teppich, nach und nach tastet er sich vor bis dieser qua Position als barrierefreies Hindernis eingespeichert ist und fortan mit gereinigt wird.

Wichtig: Wenn du nicht zu Hause bist, wenn der Roomba 966 an die Arbeit geht, stell sicher, dass keine losen Kabel, oder noch schlimmer Geschenkbänder oder Kordeln im Weg liegen. Insbesondere mit Letzterem verheddert sich der Saugroboter ohne danach zu stoppen. Hier darfst du beim Heimkommen dann ran und musst den Salat aus den Schmutzaufnahme- und Laufrollen herauspulen.

So lange hält der Akku

Der verbaute Li-ion-Akku verspricht laut Herstellerangabe rund 75 Minuten Saugen ohne Pause. Im Test beobachteten wir anfangs sogar eine noch leicht bessere Leistung. Nach einer Stunde und 20 Minuten Saugen nonstop fuhr der erschöpfte Saug-Kamerad von selbst an seine Home Base. Aufgeladen ist das Gerät dann relativ flott, notwendig ist das in einem normalen Haushalt aber selten – ebenso wie stundenlanges Saugen. Die Erfahrung zeigt, dass die Leistung des Akkus mit der Zeit abnimmt. Die Basisleistung ist hier aber so gut, dass der Roomba kein temporäres, sondern ein bleibendes Helferlein ist.

Staubauffangbehälter reinigen und Gerät pflegen

Staubauffangbehälter des Roomba 966 Saugroboters
Der Auffangbehälter lässt sich einfach mit einem Klick aus dem Gehäuse ziehen.

Aufgefangen werden Staub und Dreck in einem 0,6 Liter fassenden Auffangbehälter. Nicht sonderlich groß. Laut Bedienungsanleitung soll der Behälter nach jedem Saugvorgang geleert werden. Ganz so drastisch ist es meist nicht – alle zwei bis drei Durchgänge tun es, je nach Größe der Wohnung, auch. Sicher ist aber sicher und die Reinigung geht auch schnell vonstatten – Ein Klick und der Behälter ist ausgeklinkt, dann noch eine Schutzvorrichtung öffnen und ab in den Müll mit dem Inhalt.

Die Reinigung der restlichen Komponenten muss ebenfalls regelmäßig, aber weniger häufig passieren. Auch hier sind einfache Vorrichtungen und Automatismen zum Ausklinken der Komponenten dabei. Um die seitliche Staubbürste zu entnehmen, um sie gründlich zu reinigen oder auszutauschen, ist allerdings ein Schraubenzieher notwendig. Der ist nicht im Lieferumfang enthalten. Eine Münze tut es im Zweifel auch, allerdings muss die Seitenbürste auch nur sehr selten gepflegt werden. Nach dem Motto „Man muss nicht wissen, wie es geht, sondern wissen, wo es steht“: All Pflegeschritte und Anleitungen findest du detailliert und bebildert im Beipackzettel.

Auffangbehälter aus dem iRobot Roomba 966 ausgebaut
Ein Blick hinein, Klappe auf und ab in den Müll mit dem aufgesaugten Staub.

Fazit und alle Vor- und Nachteile des Roomba 966 im Überblick

Der Roomba 966 ist ideal für kleine bis mittelgroße Wohnungen mit viel freier Bodenfläche – wobei hierzu auch Fläche unterhalb von Betten, Sofas oder Kommoden zählt. Alles, was 10 Zentimeter über dem Boden schwebt, ist kein Hindernis. Treppen kann der Roomba naturgemäß nicht gehen – aber auch nicht herunterfallen – und hinterher feucht durchwischen ist auch keine Eigenschaft. Hier muss zu teurerem oder ergänzendem Material gegriffen werden. Außerdem kann der Roomba 966 von alleine nur losfahren und seine Arbeit verrichten. Smarte Einstellungen, wie das selbstständige Unterscheiden von Küche und Wohnzimmer, sind ein Regalbrett höher zu finden – etwa im deutlich teureren Roomba i7.

Tops des Roomba 966

  • Leise
  • Gründlich
  • Einfache Bedienung und Einrichtung
  • Kompakte Bauweise und robust für das Übersteigen von Hindernissen

Flops des Roomba 966

  • Keine Chance in der hintersten Ecke
  • Saugkraft stabil aber nicht übermäßig stark
  • Relativ kleiner Auffangbehälter

Alexa, Google und Co. – Roomba ins Smart Home einbinden

Tipp: In der Google Home App oder auch mit einem Alexa-gesteuerten Smart Home kannst du die iRobot-App ansteuern und den Roomba so mit deinem Zuhause verknüpfen. Erst dann ist der Roboter komplett sprachgesteuert.

iRobot Home App
Blick in die iRobot Home App und die Integration ins Smart Home.

Google: Google Home App -> iRobot App verknüpfen (wird vorgeschlagen) -> Saugroboter einem Raum zuweisen

Alexa: iRobot Home App -> Burger-Menü (drei horizontale Linien oben links) -> „Smart Home“ -> Alexa -> Konto verknüpfen

Wenn die smarten Assistenten mit dem Saugroboter verknüpft sind, kannst du ihn mit Befehlen wie „Ok Google, reinige das Wohnzimmer“ an die Arbeit schicken. Auch in ein selbst eingerichtetes IFTTT-System (IFThis-Then-That) kann der Roomba eingeordnet werden und handelt fortan automatisiert und streng nach Plan.

Das Testgerät, ein iRobot Roomba 966, wurde inside digital von Media Markt zur Verfügung gestellt. Media Markt nimmt keinen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung dieses Testberichts. Das Testgerät wird in den Wochen nach Veröffentlichung des Saugroboter-Tests verlost.

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Bildquellen

  • Unterseite des iRobot Roomba 966: Michael Stupp
  • iRobot Roomba 966 Virtual Wall Barriere: Michael Stupp
  • Roomba 966 in seiner Ladestation: Michael Stupp
  • Staubauffangbehälter des Roomba 966 Saugroboters: Michael Stupp
  • Auffangbehälter des Roomba 966: Michael Stupp
  • iRobot Home App: Michael Stupp
  • Roomba 966 von iRobot im Einsatz: Michael Stupp
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