Huawei Matebook E: Windows-Tablet mit Intel-Prozessor und beiliegendem  Tasten-Cover

6 Minuten
Auch Huawei lässt das Tablet-Segment nicht unberührt. Das Matebook E soll mit Intel-Prozessor und Windows 11 in dieser Nische punkten. Zudem wird die Tastatur nicht extra verkauft. Wie schlägt sich der neueste Ableger der Serie?
Huawei Matebook E 2022

Als ständiger Begleiter im Alltag muss ein Tablet auch ruppigerer Behandlung widerstehen. Dem trägt Huawei von Haus aus Rechnung. Die eigentliche Rückseite wird hinter einem Kunststoffeinschlag verborgen, der sich gar nicht erst entfernen lässt. Die an sich schicke Außenschale mit den rundlichen Seiten geht dabei allerdings etwas unter.

Rückwand eingepackt

Trotz dieser Maßnahme ist das Matebook E mit 711 g recht leicht. Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra wiegt geringfügig mehr, das Microsoft Surface 8 Pro ist mit fast 900 g deutlich schwerer. Allerdings bringt das Huawei-Tablet auch „nur“ ein 12,6 Zoll großes Display mit. Der Vorteil: Die Außenmaße bleiben – auch dank der knapp gehaltenen Ränder um den Bildschirm – mit 28,7 x 18,5 cm kompakt genug für bequemes Surfen und Daddeln auf der Couch.

Während Microsoft und Samsung auf gewachsene Displays setzt, behält Huawei bei seinem Matebook E die seit Jahren etablierte Größe von 12,6 Zoll bei. Gleiches gilt für die Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixel, was ein Seitenverhältnis von 16:10 bedeutet.

Dabei greifen die Chinesen auf ein OLED-Panel zurück, das nicht nur mit sehr guten Kontrasten punktet. Die Farben sind knackig, allerdings nicht übersättigt, wie bei vielen anderen Displays, die auf dieser Technologie basieren.

Huawei Matebook E 2022
Rückseite von Haus aus geschützt

i5 vom letzten Jahr

Der Mangel an Prozessoren war in den letzten Monaten ein Schlagzeilen fühlendes Thema. Mancher Hersteller scheint daher nicht die allerneueste Chip-Generation zu verbauen. Auch Huawei. Statt auf die Anfang des Jahres vorgestellte 12. Generation wird auf einen Core i5-1130G7 aus dem letzten Jahr gesetzt.

Grundsätzlich ist das keine schlechte Entscheidung. Zwar ist die CPU-Architektur des Nachfolgers vollständig überholt worden, die Performance der vier CPU-Kerne ist jedoch nach wie vor nicht so schlecht. Mit einer Taktgeschwindigkeit von 1,8 bis 4,0 GHz zeigen sie in Benchmarks eine Leistung, die immer noch über dem liegt, was die Einsteiger-Modelle bieten. Auch das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra mit seinem Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1 kann nicht ganz mithalten.

Huawei Matebook E 2022 
Display:12,6 Zoll, OLED, (2.560 x 1.600 Pixel)
Prozessor:Intel Core i5-1130G7
Grafik:Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR4X
Datenspeicher512 GB, SSD
Anschlüsse:1x USB Typ-C
Drahtlos:WLAN 6, Bluetooth 5.1
Akku:42 Wh
Lieferumfang:Netzteil, Tastatur-Cover
Abmessungen:28,7 x 18,5 x 0,8 cm
Gewicht:711 g
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:1.199 Euro

Allerdings darf das Potenzial des i5 nicht überbewertet werden. Trotz eines 16 GB großen Arbeitsspeicher kommt es bei Anwendungen, die nur etwas mehr Power als der klassische Office-Betrieb einfordern, zu ersten Problemen. So kommt es bei dem Rennspiel Asphalt 9:Legends zu kräftigen Rucklern und Verzögerungen in der Darstellung, die das Spielvergnügen einbremsen.

SSD mit Platz

Viele Bilder, große Videos – auch wenn viele Medieninhalte heute auf Verlangen aus dem Netz aufs Display strömen, ist der physische Datenspeicher im Gerät noch nicht aus der Mode. Mit einer SSD, die eine Kapazität von 512 GB bereithält, zeigt sich Huawei beim Matebook E nicht kleinlich. Darüber hinaus überzeugt auch die Leistung. Das Speicherlaufwerk bewerkstelligt beim Lesen Übertragungsraten von mehr als 3300 MB/s, beim Schreiben sind fast 2300 MB/s drin.

Huawei Matebook E 2022
Die gut klingenden Lautsprecher sind von außen nicht zu sehen

Flachrechner mit Intel-Chips keine Langläufer

Flache Tablets bieten wenig Platz für Energiespeicher. Insofern ist der 42 Wh große Akku mit Blick auf die Bauform ordentlich dimensioniert. Dennoch können keine Wunder erwartet werden. Der Intel-Prozessor genehmigt sich mehr Strom als vergleichbare ARM-Prozessoren. Nach einer Stunde im Browser sind bereits 23 Prozent der Reserven verbraucht.

Beim Spielen steigt der Energiebedarf natürlich nochmals. Doch dank des etwas niedrigeren Takts zeigt sich der Bedarf des i5-1130G7 an dieser Stelle etwas reduzierter als bei den schnelleren Geschwistern. Nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt 9: Legends fehlen 39 Prozent im Akku.

Huawei Matebook E 2022
Die Tastatur braucht eine ebene Unterlage

Tasten auf den Tisch

Das Matebook E ist zuerst ein Tablet. Die Bedienung am Display ist tadellos. Trotz der schlanken Ränder kommt es nicht zu ungewollten Eingaben.

Die Tastatur im beiliegenden Schutzcover ist auf einen geraden Untergrund angewiesen, denn sie biegt sich schon dann recht deutlich durch, wenn etwa ein Notizblock darunterliegt. Abgesehen davon vermitteln die Tasten ein gutes Gefühl beim Schreiben. Sie sind gut dimensioniert und verfügen über einen spürbaren Tastenhub. Der Anschlag ist allerdings etwas weich. Das Touchpad kann nicht überzeugen. Insgesamt wirkt es träge und leidet darüber hinaus stärker unter Verbiegungen des Tasten-Covers. Es neigt dann zu fehlerhaften Klicks und damit falschen Eingaben.

Generell ist jedoch die beiliegende Tastatur zu begrüßen. Mit ihr steigen nicht nur die Nutzungsmöglichkeiten des Flachrechners, sondern sie kommt den meisten Nutzern auch mehr entgegen als ein Stift – der beim Matebook E zusätzlich erworben werden muss. Allerdings könnte ihre Machart besser sein. Das Tablet steht relativ kipplig in der Aufnahme, die gummierte Oberfläche ist anfällig für Gebrauchsspuren.

Peripherie am besten kabellos

Das Matebook E soll vor allem im beruflichen Alltag überzeugen, erfordert aber von seinen Nutzern zumindest an einer Stelle Zugeständnisse. In Netzwerken ist es dank WLAN 6 flott unterwegs und Bluetooth 5.1 sorgt dafür, dass sich weitere Gerätschaften zwar recht einfach kabellos anschließen lassen. Doch für kabelgebundene Verbindungen steht nur ein USB-Typ-C-Port zur Verfügung, und auch nur dann, wenn das Tablet nicht geladen wird. Immerhin können klassische Kopfhörer an einer 3,5-mm-Klinke angeschlossen werden. Doch im Prinzip geht ohne einen zusätzlichen Adapter nichts.

13 Megapixel für Bilder

Schon aufgrund ihrer Größe sind Tablets kein ausgemachter Kameraersatz. Dennoch ist die Knipse nicht wegzudenken. Schließlich soll unterwegs kein Moment entgehen, etwa wenn auf einer Konferenz mal schnell eine Folie „mitgenommen“ werden soll. Und der 13-MP-Sensor, den Huawei verbaut, ist für solche Zwecke mehr als genug. Selbst vor „richtigen“ Fotos musst du keine Angst haben. Trotz einer guten Sättigung wirken die Farben nicht überzeichnet und auch die Kontraste überzeugen.

Huawei Matebook E 2022
Mühe beim Erkennen: Der Fingerabdruckscanner steckt in der Power-Taste

Fazit

Das Huawei Matebook E ist kein nach Aufmerksamkeit schreiender Blickfang, auch wenn das Tablet alles andere als unansehnlich ist. Es überzeugt aber vor allem durch seinen hohen Nutzwert. Dies wird schon durch den integrierten Schutz der Rückwand deutlich, reicht über das große, aber nicht zu große Display bis hin zur Hardware, die dem Einsatzzweck eine mehr als ausreichende Performance bereitstellt. Das gilt selbst für das Tasten-Cover, das nicht ganz so hochwertig daher kommt und hinsichtlich des Standes etwas mehr Stabilität bieten könnte.

KategorieGewichtTestergebnis
Design / Verarbeitung109
Display1513
Prozessor2010
Speicher107
Akku und Verbrauch106
Tastatur53
Anschlüsse102
Preis / Leistung2015
Gesamt10065

Das Ganze wird zu einem fairen Preis angeboten: Das Topmodell liegt preislich auf dem Einstiegslevel eines Surface Pro 8 und bietet dafür eine deutlich bessere Speicherbestückung sowie die Tastatur. Für Sparfüchse ist auch das Einstiegsmodell interessant. Für 650 Euro gibt es zwar nur noch den i3-1110G4 und deutlich weniger Speicher, alles andere – auch die Tastatur – gehört aber weiter zum Paket.

Pro

  • Kompaktes Tablet mit ansprechender Hardwareleistung
  • Gut verarbeitet, Schutz für die Rückseite integriert
  • Tastatur ist Teil des Gesamtpakets

Contra

  • Der Stift ist ein Extra
  • Nicht die beste Akkulaufzeit

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1 KOMMENTAR

  1. Premiumberndd

    Ich verstehe es nicht. Vielleicht kann es mir einer erklären. Huawei steht unter USA – Handelsbann. So weit, so gut. Kein 5G Qualcomm – Prozessor, kein Google. Aber wieso Windows, Facebook (Meta) und so weiter? Sind doch auch amerikanische Firmen.

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