Dieses Mini-Gerät löst ein Problem, das fast jeder kennt

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Der Plaud NotePin S will ein Problem lösen, das viele kennen: Bei einem Gespräch zuhören und gleichzeitig mitschreiben. Das geht selten gut. Genau hier setzt das kleine Gerät an. Es zeichnet Gespräche auf, transkribiert sie und lässt sie per KI zusammenfassen. Wie gut funktioniert das?
Plaud Note Pin S in der Hand gehalten
Dieses Gerät soll deine Arbeitsweise komplett verändernBildquelle: inside digital / Timo Brauer

Der NotePin S sieht nicht wie ein klassisches Diktiergerät aus. Eher wie eine kleine Kapsel. Genau das ist seine Stärke. Das Gerät ist sehr leicht, unauffällig und schnell einsatzbereit. Im Alltag fällt es kaum auf. Plaud legt dazu viel Zubehör in den Karton. Neben Ladeschale und stoffummanteltem USB-C-Kabel gibt es Clip, Magnet, Kordel und Armband. So kannst du den Recorder am Hemd, am Handgelenk oder um den Hals tragen.

Viel Zubehör, aber nicht jede Lösung überzeugt

Das Gerät selbst macht einen guten Eindruck. Oberfläche und Verarbeitung wirken hochwertig. Beim Armband sieht das anders aus. Es erfüllt seinen Zweck, wirkt aber billig und wenig bequem. Der Klettverschluss tut sein Übriges. Für ein Meeting oder einen Messetag reicht das. Als dauerhafte Lösung taugt es nicht.

Die Einrichtung klappt schnell. App laden, Konto anlegen, Gerät koppeln, Firmware aktualisieren. Das Pairing lief im Test ohne Probleme. Die App führt sauber durch die ersten Schritte. Interessant ist die Abfrage zu Branche und Position. Plaud will die KI damit besser auf deinen Sprachalltag anpassen. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar. Ob das im Alltag wirklich viel bringt, konnten wir mangels des spezifischen Vokabulars für beispielsweise Architekten nicht wirklich nachvollziehen.

Ein Armband fürs Handgelenk
Ein Armband fürs Handgelenk Image source: inside digital / Timo Brauer

Die Bedienung am Gerät bleibt simpel. Es gibt nur eine Taste. Ein langer Druck startet die Aufnahme. Ein weiterer langer Druck beendet sie. Eine rote LED zeigt den Mitschnitt an. Das ist einfach. Aber auch ein heikler Punkt. Denn mehr als diese kleine Leuchte sehen andere Personen im Raum nicht. Wer Gespräche aufzeichnet, trägt hier klar Verantwortung, auf die Aufnahme hinzuweisen. Nach § 201 StGB kann das unbefugte Aufnehmen nichtöffentlich gesprochener Worte strafbar sein. Die App des Plaud-Nutzers weist zwar auf die nötige Information an Gesprächspartner hin, tut das aber nur einmal recht früh im Ablauf. Und: Die möglicherweise heimlich aufgenommenen Gesprächspartner haben davon gar nichts.

Die eigentliche Stärke liegt nicht im Klang

Wer bei den Aufnahmen Studioqualität erwartet, liegt falsch. Die Aufnahmequalität reicht aus, überzeugt klanglich aber nicht. In ruhiger Umgebung und auch im Lokal wirkte der Ton eher zweckmäßig als stark. Andere Diktiergeräte liefern teils besseren Klang. Für Plauds Konzept ist das aber nicht zwingend das größte Problem. Entscheidend ist, ob die KI mit dem Material arbeiten kann. Und genau das klappt im Test ordentlich. Die gemachten Transkriptionen liefen sauber. Auch mit normalen Alltagsgesprächen gab es zunächst keine groben Aussetzer. Der NotePin S gewinnt also nicht über brillante Mikrofontechnik, sondern über den Workflow danach. Aufnahme stoppen, Datei synchronisieren, Text erzeugen, Zusammenfassung lesen. Das ist die eigentliche Idee hinter dem Produkt.

Plaud bietet dafür mehr als nur ein Transkript. Die Software erstellt Zusammenfassungen, sortiert Inhalte, kann To-dos ableiten und weitere KI-Funktionen nutzen. Dazu kommen viele Vorlagen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Auch am Rechner geht es weiter. Für den PC gibt es Web und App. In der Weboberfläche lassen sich sogar fremde Audiodateien importieren und verarbeiten. Der NotePin S ist damit nicht nur Recorder, sondern auch Einstieg in eine Transkriptionsplattform.

Die App schwächelt ausgerechnet zum Start

So richtig glatt lief der Start trotzdem nicht. Nach der ersten Einrichtung dauerte es sehr lange, bis die vom Werk aus vorhandenen Daten und erste Aufnahmen in der App sichtbar waren. Das sorgte für Unsicherheit, ob alles richtig funktioniert. Später lief die Synchronisierung deutlich flotter. Neue Aufnahmen standen dann schnell bereit. Gerade der erste Eindruck zählt hier aber viel, und der fiel unnötig holprig aus.

Hinzu kommt ein altes Problem smarter Recorder. Am Gerät selbst fehlt fast jede Rückmeldung. Es gibt kein Display, keine Restanzeige, keine direkte Kontrolle über die verbleibende Kapazität. Im Alltag lässt sich das meist verschmerzen. Trotzdem verlangt der NotePin S, dass du ihm ein Stück weit vertraust. Ein Blick auf die kleine LED muss genügen.

Ladeschale für das KI-Diktiergerät
Ladeschale für das KI-Diktiergerät Image source: inside digital / Timo Brauer

Beim Preismodell wird es schwierig. Das Gerät kostet 179 Euro. Dazu gibt es im kostenlosen Starter-Paket nur 300 Transkriptionsminuten pro Monat. Für gelegentliche Notizen mag das reichen. Für Messen, Konferenzen oder einen intensiven Arbeitsalltag ist das schnell zu wenig. Der Unlimited-Tarif liegt bei 34,99 Euro pro Monat oder 224,99 Euro pro Jahr. Das ist viel Geld. Gerade zwischen knappem Gratispaket und teurem Vollabo fehlt ein attraktiver Mittelweg. Einen Pro-Plan mit 1200 Minuten pro Monat gibt es zwar, ihn muss man aber aktiv suchen, um ihn abzuschließen. Mit 110,99 Euro im Jahr ist er auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Bei voller Ausnutzung des Kontingents kostet jede Minute etwa 0,8 Cent.

Unterm Strich ist der Plaud NotePin S ein spannendes, aber nicht durchweg rundes Produkt. Das kleine Gerät wirkt hochwertig, trägt sich weitestgehend angenehm und macht Sprachaufnahmen sehr bequem. Seine größte Stärke ist die KI-Aufbereitung. Seine größte Schwäche ist der Mix aus hoher Einstiegssumme, knapper Gratisnutzung und der sehr unauffälligen Aufnahmeanzeige. Wenn du oft Gespräche, Ideen oder Termine in Text verwandeln willst, kann der NotePin S viel Arbeit sparen. Wenn du vor allem beste Audioqualität suchst oder möglichst wenig Folgekosten willst, solltest du genauer hinsehen.

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