Potenzial zum Preis-Leistungs-König

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BQ hat mit dem Aquaris C ein Einsteiger-Smartphone auf den Markt gebracht, das an den richtigen Stellen sparen und trotzdem stark auftrumpfen will. Für unter 170 Euro macht sich der Spanier auf, am Preis-Leistungs-Thron zu wackeln. Ob er es schafft zeigt der Test. Auf der IFA 2018 erfolgt jedoch zuerst das Hands-On und der Benchmark-Test. Und hier gibt es die erste faustdicke Überraschung.
BQ Aquaris C
Bildquelle: BQ

Das BQ Aquaris C wird noch in diesem Monat auf den Markt kommen und soll mit den typischen BQ-Stärken die Nutzer überzeugen. Dazu gehört eine solide Ausstattung, ein vergleichsweise günstiger Preis, eine gute Verarbeitung und ein puristisches Software-Erlebnis. Doch schafft der Spanier den Spagat zwischen sparsam und potent?

Design und Verarbeitung – Das Hands-On des Aquaris C

Liegt das BQ Aquaris C mit dem Display nach unten auf dem Tisch kommt einem das Smartphone bekannt vor. Das rührt daher, dass sich BQ beim Aquaris C selbst kopiert und das Aussehen – zumindest auf der Rückseite – vom Spitzenmodell Aquaris X2 klaut. Was es noch mit dem zwei Stufen über der Einsteigerklasse angesiedelten X-Modell gemeinsam hat, ist die Materialwahl. So kommt das gleiche hochwertige Kunststoff-Deckelchen wie beim Aquaris X2 zum Einsatz. Selbst die Ausschnitte der Kamera und des Fingerabdrucksensors sind sich sehr ähnlich. Bei der Kamera muss jedoch auf das Doppelmodul verzichtet werden und es erscheinen im Ausschnitt lediglich ein Objektiv nebst einfarbigem LED-Blitz.

Dreht man das Aquaris C herum und aktiviert das Display, wird die aktuelle Standard-Ansicht auf der Front der meisten Marktbegleiter gezeigt: 18:9-Format, abgerundete Display-Ecken, keine Hardware-Tasten: Einheitsbrei, aber schick. Eine Notch sucht man dabei vergebens, einen Frontblitz haben die Spanier jedoch integriert.

BQ Aquaris C

Die Einzige echte Kritik am Design des BQ Aquaris C ist der Kunststoffrahmen: Er beherbergt tolle Bauelemente wie einen Dual-SIM-Kartenslot und einen USB-Typ-C-Port – beides nicht selbstverständlich. Doch wirkt er dank eines glänzenden Finishs wenig hochwertig. Die matte Oberfläche der Rückseite wäre die bessere Wahl gewesen. Auch wegen den Fingerabdrücken, die sich am Rahmen bilden.

Die Verarbeitung ist BQ-typisch solide und kennt kaum Schwächen. Die Stabilität zeigt sich ebenfalls auf hohem Niveau. So ist es kaum möglich das Handy zu biegen oder zu verdrehen. Dazu wackelt nichts und es knarzt noch viel weniger. Hier ist alles im grünen Bereich.

Technische Daten des Aquaris C

Die technischen Daten können im Detail im Datenblatt des Aquaris C nachvollzogen werden, jedoch gibt es einige Details, die gerade bei dem Preis von knapp 170 Euro erwähnenswert sind. Dass ein Snapdragon der 400er-Serie zum Einsatz kommt, ist bei BQ nicht verwunderlich. Doch BQ steckt neben dem Standard-Speicher der Einsteigerklasse – 2 und 16 GB -, Dual-Band-WLAN, NFC und einen Fingerabdrucksensor in das Aquaris C. Dreimal außergewöhnlich. Dazu gibt es 2,5D-Glas und Quick-Charge 3.0.

BQ Aquaris C
BQ Aquaris C
Bildquelle: BQ
Display 5,45 Zoll, 18:9, HD+
Betriebssystem-Version Android 8.1 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 425
RAM 2 GB
interner Speicher 16 GB
Micro-SD ja (bis 256 GB)
Kamera vorne/hinten Samsung S5K3L6, 13 Megapixel mit Blende 1:2

Hynix HI556, 5 Megapixel, Blende 1:2

Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.000 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung nein
Abmessungen 144,5 x 70,9 x 8,3 mm
Farben Schwarz, Weiß
Einführungspreis 169 EUR
Aktueller Marktpreis 169 EUR

Aquaris C im Benchmark-Test – Die Enttäuschung nach der Begeisterung

Wird mit dem BQ Aquaris C ein wenig herumgespielt, durch die Menüs gewischt oder im Internet gesurft sowie Standard-Apps wie Whatsapp bedient, spürt man zwar, dass hier kein High-End-Prozessor verbaut ist, jedoch läuft alles recht flüssig. Beim Benchmark-Test, also beim reinen Zahlenwerk, legt das BQ Aquaris C jedoch eine mittelschwere Bruchlandung hin. Mit 42.353 Punkten im AnTuTu-Test in der Version 7 ist es eines der schlechtesten Geräte im laufenden Jahr. Dass man das nicht ganz so deftig in der Bedienung spürt, ist wohl den Anpassungskünsten der spanischen Ingenieure zuzuschreiben, die die Software doch noch geschickt mit dem Prozessor verknüpft haben. Trotzdem ist hier doch eine gewisse Enttäuschung nach den sehr guten ersten Eindrücken nicht zu verleugnen.

Aquaris C im Vegleich

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät BQ Aquaris C 42.353
 direkte Konkurrenten HTC Desire 12 45.997
Samsung Galaxy A6 63.428
Motorola Moto G6 70.031
ehemalige Spitzenmodelle Apple iPhone 7 172.705
Huawei P10 164.163
Samsung Galaxy S8 174.550
OnePlus 6 268.802
aktuelle Referenz Samsung Galaxy S9+ 249.185
HTC U12+ 263.483

Das BQ Aquaris C im Test

In den kommenden Tagen, Wochen und Monaten wird sich das Aquaris C in unterschiedlichen Testszenarien wiederfinden und zeigen müssen, ob es ein Preis-Leistungs-Champ oder doch ein Rohrkrepierer ist. So testet die Redaktion die Kamera, den Akku und die Software, sowie die Multimedia-Sektion und das Display auf Herz und Nieren und setzt schlussendlich die Gesamtleistung in Bezug zum Preis und der Konkurrenz. Das Potenzial für einen großen Wurf besitzt das Aquaris C, ob er gelingt, wird sich jedoch erst zeigen müssen.

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