Polarlichter faszinieren Menschen seit jeher. Wie sie entstehen? Die Sonne – rund 150 Millionen Kilometer entfernt – schleudert eine Ladung energiereicher Teilchen ins All. Tage später treffen sie auf das Magnetfeld der Erde, werden zu den Polen umgeleitet und bringen dort Sauerstoff- und Stickstoffatome zum Leuchten. Das Ergebnis: grüne Schleier, violette Ränder und ein spektakulär bunter Himmel. Der März 2026 könnte dafür ein besonders guter Monat werden. Und wer möchte dann nicht auch die Polarlichter fotografieren?
Das Handy liefert ziemlich gute Bilder, wenn …
Die Sonne steckt noch immer in einer aktiven Phase ihres elfjährigen Zyklus, gleichzeitig steht das Frühlingsäquinoktium bevor – jener Moment, in dem Tag und Nacht gleich lang sind. Für Menschen in Nordnorwegen oder Island bedeutet das vor allem: noch mehr von dem, was sie sowieso schon regelmäßig sehen. Für uns weiter südlich ist es eher eine Art kosmische Lotterie. Mit etwas Glück wandert das Leuchten weit genug nach Süden, um auch über Deutschland sichtbar zu werden. Und wenn das passiert, stehen plötzlich viele Leute draußen, schauen in den Himmel und wollen auch Polarlichter fotografieren.
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Was dann meistens passiert: Auf dem Display sieht alles spektakulär aus. Zu Hause auf dem Sofa später eher weniger. Ein grauer Himmel, vielleicht ein leicht grüner Fleck, dazu die Erkenntnis, dass der Moment irgendwie schöner war als das Foto. Die gute Nachricht: Smartphones können Polarlichter inzwischen erstaunlich gut einfangen – wenn man ein paar Dinge beachtet. Die schlechte: Man muss das Handy dafür kurz so benutzen, wie es die Kamera-App eigentlich nie vorgesehen hat. Hier also ein paar einfache Tricks, mit denen die Chancen steigen, dass am Ende nicht nur der Himmel leuchtet, sondern auch das Foto etwas taugt.

Polarlichter fotografieren: Was man beachten sollte
Polarlichter mit dem Smartphone zu jagen, war früher ein aussichtsloses Unterfangen, aber die heutige Technik macht es recht einfach – wenn man weiß, an welchen Rädchen man drehen muss. Ohne ein paar Hilfsmittel wird es schwierig, da die Kamera für Polarlichter lange „belichten“ muss. Jede noch so kleine Erschütterung lässt das Bild verwackeln. Deshalb wichtig: ein Stativ. Es muss kein Profi-Teil sein, ein kleines GorillaPod oder ein günstiges Reisestativ reicht völlig aus.
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Wenn du kein Stativ hast, versuche, das Handy möglichst irgendwo anzulehnen. Denn auch wenn du denkst, du hältst dein Smartphone unheimlich ruhig in der Hand: Du irrst dich. Jede minimalste Bewegung sorgt dafür, dass sich die Unschärfe auf dem Foto potenziert. Auch gut: ein Fernauslöser. Hier helfen Kopfhörer weiter, mit denen man die Handykamera auslösen kann. Oder du arbeitest mit einem Timer in der Kamera-App, die dann erst nach ein paar Sekunden nach dem Antippen auslöst. Alles nur, damit das Handy beim Polarlichter-Fotografieren nicht wackelt.
Polarlichter fotografieren: Die richtigen Einstellungen
Vergiss den Automatik-Modus deiner Smartphone-Kamera (außer den Nachtmodus). Wenn du die volle Kontrolle willst, geh in den Pro-/Manuell-Modus. Die folgenden drei Einstellungen sind perfekt, wenn du Polarlichter fotografieren möchtest:
- Fokus: Stelle ihn manuell auf „Unendlich“ (oft ein Berg-Symbol). Wenn das Handy im Dunkeln versucht, automatisch zu fokussieren, wird das Bild meist unscharf.
- Belichtungszeit: Wähle zwischen 5 und 15 Sekunden.
- Kurz (2–5 Sek.): Wenn das Polarlicht schnell tanzt (bewahrt die Struktur).
- Lang (10–20 Sek.): Wenn das Licht schwach und ruhig ist.
- ISO: Hier ist weniger oft mehr. Starte bei ISO 800 oder 1600. Ein zu hoher Wert (über 3200) macht das Bild sehr körnig.
Und noch ein Tipp: Fotografiere im RAW-Format, falls dein Handy das unterstützt. So kannst du später am PC oder in einer App (wie Lightroom Mobile) viel mehr Details aus den dunklen Bereichen herausholen.

Und was noch?
Blitz aus! Das klingt logisch, aber viele vergessen es. Der Blitz erhellt nur das, was sich unmittelbar vor deinen Füßen befindet. Das können auch einfach nur Staubpartikel in der Luft sein. Und schon ist das Bild ruiniert. Und vergiss vor dem Auslösen nicht, die Linse zu putzen. Ein Fettfinger auf der Linse lässt das Polarlicht wie einen verschmierten Geist aussehen. Einmal kurz am Pulli abwischen bewirkt Wunder.
Und: Displayhelligkeit runter: Wenn deine Augen an die Dunkelheit gewöhnt sind, siehst du die Polarlichter viel besser. Ein grelles Display stört diesen Effekt. Außerdem solltest du auf keinen Fall den digitalen Zoom nutzen. Er verschlechtert die Qualität massiv. Wer jetzt noch mehr aus seinen Fotos herausholen möchte, für den haben wir unseren Ratgeber: „Fotografieren mit dem Handy: 7 Regeln, die deine Bilder deutlich besser machen„.
