iPhone-Kindersicherung: So machst du dein iOS-Gerät kinderfreundlich

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Wenn dein Kind ein iPhone oder iPod besitzt, ist es meist nicht möglich, Kinderschutz-Software zu installieren. Als Ersatz hat Apple eine eigene iPhone-Kindersicherung programmiert. Wir verraten dir, was diese auf dem Kasten hat und worauf du achten musst.
Handy kindgerecht einrichten
iPhone KindersicherungBildquelle: Michael Büttner / inside handy

Sollten Eltern ihre Kinder die Weiten des Internets ohne Einschränkungen und Kontrolle durchforsten lassen? Die Antwort lautet „Nein!“, denn wie eine BLIKK-Studie von 2017 gezeigt hat, gefährdet übermäßiger Medienkonsum die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Außerdem finden sich im digitalen Raum zahlreiche für Kinder ungeeignete Inhalte, wie beispielsweise Gewaltdarstellungen, obszöne Bilder und In-App-Käufe.

Um den Nachwuchs zu schützen, haben zahlreiche Entwickler – darunter auch bekannte Größen wie Norton, Kaspersky und McAfee – eigene Jugendschutz-Apps programmiert. Leider können die meisten dieser Kinderschutz-Anwendungen nicht auf Apples iPhones, iPads und iPods (Touch) installiert werden. Denn iOS, also das Apple-Betriebssystem, erlaubt Drittanbieter-Apps nur sehr eingeschränkt Zugriff auf sicherheitsrelevante Funktionen. Nutzern bleibt demnach keine andere Wahl, als auf die Kinderschutzfunktionen von Apple selbst zurückzugreifen. Glücklicherweise sind diese recht umfangreich, obgleich die iPhone-Kindersicherung im Test von Stiftung Warentest nur mittelprächtig performte.

Kindersicherung auf iPhones, iPads und iPods

Auch Apple-Geräte wie Smartphones (iPhones) und Tablets (iPads) können kindersicher gemacht werden. Dazu musst du zunächst die Einstellungen und danach den Bereich „Bildschirmzeit“ ansteuern. Dort können Eltern unter „Bildschirmzeiten für Familie einrichten“ ihre iOS-Geräte einstellen und später nach Belieben anpassen. Die Anpassungen ähneln dabei denen von Google Family Link. So können Eltern verhindern, dass der Nachwuchs Apps aus dem App Store installieren oder löschen kann. Auch In-App-Käufe lassen sich auf dem iPhone des Kindes nach der Einrichtung des Jugendschutzes nicht mehr so ohne Weiteres tätigen.

Anstößige Inhalte und Siri-Websuche

Eine weitere iOS-Funktion erlaubt es, „die Wiedergabe von Musik mit anstößigen Inhalten und Filme oder TV-Sendungen mit bestimmten Altersfreigaben“ zu verhindern. Dasselbe gilt auch für altersbeschränkte Bücher und Apps. Auch der intelligente Sprachassistent Siri fällt der Apple-Kindersicherung zum Opfer. Bei entsprechenden Einstellungen können Eltern hier die Websuche deaktivieren oder Siri daran hindern, anstößige Sprache anzuzeigen.

Game Center und Webinhalte

Was das Spielen angeht, so können Eltern Mehrspielerspiele, das Hinzufügen von Freunden und Bildschirmaufnahmen verhindern. Interessanter dürfte allerdings die Möglichkeit sein, Webinhalte auf iOS-Geräten wie iPhones und iPads kontrollieren zu können. Wird diese Einstellung eingeschaltet, filtert iOS Website-Inhalte automatisch (in Safari oder anderen Apps) und beschränkt nicht jugendfreie Inhalte. Zudem lassen sich einzelne Websites manuell sperren. Zu guter Letzt können Eltern auch eine ganze Reihe an Einstellungen vor dem Zugriff durch ein älteres Kind schützen, damit die kleinen Hacker die eingestellten Filter nicht umgehen.

Eine Aufzählung aller Optionen zur Kindersicherung auf iOS-Geräten sowie ihre jeweilige Position in den Einstellungen findest du auf einer speziellen Apple-Informationsseite.

iPhone-Kindersicherung: Kontrolle ist gut, aber nicht alles

Kinderschutzsoftware stellt eine gute, einfache und teilweise kostenlose Möglichkeit dar, um das digitale Verhalten von Kindern zu überwachen und zu steuern. Allerdings ersetzen solche Programme keine Aufklärung, und diese ist laut dem Medienbrief für Eltern von „Schau Hin!“, einer Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), besonders wichtig.

Falls sich dein Kind noch im Grundschulalter befindet, kannst du dich beispielsweise der interaktiven und vertonten Mitmach-Geschichte des gemeinnützigen Vereins Internet-ABC bedienen. Diese soll „einen ersten Zugang zum Thema ‚Internet und Medien‘“ für Kinder darstellen. Interessant sind an dieser Stelle zudem auch die vom BMFSFJ bereitgestellten Netz-Regeln. Dabei können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern gewisse, frei anpassbare Internet-Regeln festlegen. Diese lassen sich dann als PDF-Datei abspeichern, ausdrucken und beispielsweise mit einem Magneten auf dem Kühlschrank befestigen. In Streitfragen kann dann das (zugegebenermaßen nur bedingt rechtskräftige) Dokument jederzeit zurate gezogen werden.

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