Google Pay: Einrichtung, Banken & PayPal

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Ein Handy wird an ein Kartenterminal im Handel gehalten
Bildquelle: obs/REWE Markt GmbH/Thomas Bonrath
Mobiles Bezahlen mit dem Android-Smartphone funktioniert inzwischen auch in Deutschland: Seit Sommer 2018 wird Google Pay in Deutschland unterstützt. Doch die Zahl der Partnerbanken ist noch niedrig. Mit einem anderen großen Partner hat Google Pay aber das Zeug zum Massenmarkt.

Lange haben sowohl Google mit Google Pay als auch Apple mit Apple Pay um Deutschland einen weiten Bogen beim mobilen Bezahlen gemacht. Andere Dienste wie Samsung Pay sucht man bis heute vergeblich – und das scheint zumindest vorerst auch so zu bleiben. Google Pay – vormals als Android Pay bezeichnet – wird aber in ganz Deutschland unterstützt. Einzige Voraussetzung: Ein NFC-fähiges Smartphone mit dem Betriebssystem Android.

Mit dem Android-Handy und Google Pay ist es für Nutzer möglich, in zahlreichen Geschäften kontaktlos mit dem Handy zu bezahlen. Die bestehende Kreditkarte kann dazu in der App von Google Pay hinterlegt werden – zumindest im Idealfall. Denn längst nicht alle Banken machen bei Google Pay mit. Deswegen hatte Google schon kurz nach dem Start mit PayPal einen weiteren Kooperationspartner ins Boot geholt. Google Pay ist der Nachfolger von Google Wallet. Der in den USA beliebte Dienst Google Pay Send steht deutschen Kunden nicht zur Verfügung. Mit ihm ist es möglich, anderen Nutzer digital Geld zu senden. In Deutschland ist das hingegen beispielsweise mit PayPal möglich.

Google Pay
Google Pay
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Wie richte ich Google Pay ein?

Zunächst einmal funktioniert Google Pay nur mit Android. Dabei ist mindestens Android 5.0 (Lollipop) erforderlich. Es ist nicht möglich, Google Pay mit dem iPhone zu nutzen. Dafür gibt es Apple Pay. Außerdem muss das Handy NFC unterstützen. Weiterhin erforderlich: Die Android-App für Google Pay aus dem Google Play Store. Bei manchen Handys ist sie auch schon vorinstalliert. Nach der Installation der Anwendung kann dann entweder eine Kreditkarte einer teilnehmenden Bank oder aber ein PayPal-Konto ergänzt werden. Außerdem sollte das Handy jetzt mit einer Displaysperre versehen werden. Das kann mit einer PIN, einem Muster, Fingerabdruck oder Face-ID erfolgen. Denn immer wenn das Handy nicht gesperrt ist, kann es künftig zum Bezahlen genutzt werden.

Welche Banken und Kreditkarten werden unterstützt?

Die ersten Wochen nach dem Start von Google Pay im Juni 2018 war die Liste der teilnehmenden Banken sehr kurz. Mittlerweile wächst aber die Zahl der Partner des mobilen Bezahldienstes. Idealerweise ist man als interessierte Google Pay-Nutzer Kunde bei Wirecard, Comdirect, Commerzbank oder N26. Inzwischen unterstützen diese Banken auch alle Kreditkarten – von American Express abgesehen -, nachdem am Anfang vor allem Karten von Kooperationspartnern wie TUI, Deutsche Bahn oder Tchibo rausfielen. Ferner sind boon, bunq, die BW Bank, VIMPay, Openbank und Revolut bei Google Pay dabei. Und auch die Deutsche Kreditbank, besser bekannt als DKB, hat inzwischen den Weg zu Google Pay gefunden.

Andere Banken, insbesondere die Sparkassen, wollen eine eigene Lösung für Mobile Payment. Die Sparkassen-Tochter 1822direkt hat jedoch angekündigt, dem Bezahldienst beitreten zu wollen. Die Deutsche Bank wiederum vertraut eher Apple Pay. Grundsätzlich sind Kreditkarten von Mastercard und Visa die Zahlungsmittel, die in der App hinterlegt werden können. Die Girocard – im Volksmund EC-Karten genannt – ist für kontaktlose Zahlungen per Android-Smartphone derzeit nicht vorgesehen.

BankAkzeptierte KartenNicht akzeptierte Karten
boon.boon. MasterCard 
ComdirectVisa Credit, Visa Prepaid American Express, girocard
CommerzbankAlle Mastercard und Visa Kartengirocard
N26Alle Mastercard Debit Karten
BW-Bank / LBBW Visa und Mastercard
VIMPayVIMpay Mastercard (Standard & Premium)
RevolutMastercardVisa
BunqMastercard
DKBVisa-Card
OpenbankMastercard

PayPal-Unterstützung brachte Google Pay zum Massenmarkt

Aufgrund der geringen Bandbreite an deutschen Banken hatte sich Google Pay nach dem Start zunächst nicht zum Massenphänomen entwickelt. Seit Herbst 2018 wird aber auch PayPal als Bezahlmethode bei Google Pay unterstützt. 

Screenshots zeigen die Verknüpfung von Google Pay mit PaypalQuelle: inside handy

Auf diesem Weg schloss sich Google direkt mehrere Millionen Kunden, die nur ihr PayPal-Konto mit Google Pay verknüpfen müssen und schon kontaktlos mit dem Handy zahlen können. Belastet wird das bei PayPal hinterlegte Bankkonto oder ein mögliches PayPal-Guthaben, jedoch keine Kreditkarten. Die Nutzung erfolgt über einen Trick. In Google Pay wird eine digitale Debit Mastercard hinterlegt, die es nur virtuell in der App gibt. Diese hinterlegte Debit Mastercard belastet dann eben das Guthaben auf dem PayPal-Konto oder die dort hinterlegte Bankverbindung. Zahlung per Kreditkarte ist hier nicht möglich. Dieser Umweg über PayPal ist ein klarer Vorteil von Google Pay gegenüber Apple Pay für das iPhone. Nutzer von Apple Pay sind darauf angewiesen, dass die Bank, bei der sie ihr Konto haben, den Dienst unterstützt. PayPal-Kunde zu werden, ist jedoch jederzeit möglich. 

PayPal
PayPal
Entwickler: PayPal Mobile
Preis: Kostenlos

Wie verknüpfe ich Google Pay mit PayPal?

Um mit PayPal mobil zu bezahlen, muss der Nutzer in der PayPal-App auf Einstellungen tippen. Anschließend den Punkt Google Pay auswählen und die Verknüpfung einrichten. Alternativ kann die Einrichtung auch in der der Google-Pay-App erfolgen: Hier muss der Nutzer auf „Zahlungen“ tippen und PayPal auswählen.

Wie bezahle ich mit Google Pay?

Grundsätzlich ist das Bezahlen möglich, sobald ein Händler ein Kartenterminal mit NFC-Technik hat, also kontaktloses Zahlen akzeptiert. Das ist an dem Funksymbol mit den drei geschwungenen Bögen zu erkennen. Ein Großteil aller Terminals unterstützt kontaktloses Bezahlen. Es reicht beim Bezahlvorgang, das entsperrte Gerät an das Terminal zu halten. Zahlen Kunden mit ihrem Smartphone, muss die Google-Pay-App nicht aktiv sein. Es ist auch nicht notwendig, dass das Handy online ist. Internet wird im Moment der kontaktlosen Zahlung nicht benötigt.

Sobald sich das Handy nur noch wenige Zentimeter vom Terminal entfernt befindet, das eine Zahlung erwartet, findet der Bezahlvorgang automatisch statt. In der Folge wird dann der Betrag auf der hinterlegten Kreditkarte oder dem PayPal-Konto belastet.

Was tun, wenn die Zahlung nicht funktioniert?

Es kann sein, dass im Handy bereits eine andere Mobile-Payment-App wie beispielsweise Payback Pay als bevorzugte Zahlungsart hinterlegt ist. Nutzer, die diese App zum Bezahlen verwenden, erhalten immer wieder eine Einblendung, die App solle zum Standard eingerichtet werden. Ändern lässt sich dies in den Android-Einstellungen unter NFC. Dort sollte als Standard-Zahlungs-App Google Pay hinterlegt sein.

Wie sicher ist Google Pay?

Sicherheit ist ein Schlüsselelement in der Entwicklung von Google Pay. Deswegen speichert die Bezahl-App auch nicht die tatsächlichen Daten einer hinterlegten Kreditkarte – weder auf dem mobilen Gerät noch im System des Verkäufers. Wenn Nutzer in Geschäften bezahlen, werden ihre Transaktionen mit einer virtuellen Kartennummer, einem sogenannten Token, durchgeführt, der gerätespezifisch ist. Der Token ist mit einem dynamischen Sicherheitscode verknüpft, der sich mit jeder Transaktion ändert. Auch wenn ein Telefon verloren geht oder gestohlen wird, können Nutzer einfach die „Mein Gerät finden“-Funktion verwenden, um ihr Gerät von überall zu sperren, mit einem neuen Passwort zu schützen oder all ihre persönlichen Daten zu löschen. Die Karte selbst muss nicht deaktiviert werden, da die Daten nicht auf dem Gerät gespeichert sind.

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1 KOMMENTAR

  1. Und Gefahren und Probleme? Die gibts bei Google nicht?
    Was tue ich im Fall von Fehlbuchungen, Diebstahl und Betrug?
    Ist das alles über meinen Kartenbetreiber abgedeckt?
    Wer ist Ansprechpartner hier in Deutschland..?

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