FAQ zur Corona-Warn-App: Das musst du jetzt wissen

8 Minuten
Die Corona-Warn-App ist da und es gibt viele Fragen rund um die App. Wie sicher ist sie? Wie funktioniert die App? Wir beantworten dir alle Fragen und geben dir Antworten rund um die App, die Funktionsweise und vieles mehr.
Corona-Warn-App
Corona-Warn-AppBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Inhaltsverzeichnis

Ist die Corona-Warn-App kostenlos?

Ja. Weder die Corona-App noch die Nutzung kostet etwas.

Welche Daten überträgt die Corona-Warn App?

Die App tauscht sich per Bluetooth mit anderen Handys mit dieser App in deiner Nähe aus. Das erfolgt über einen geheimen, anonymen Code. Diesen Code tauschen die Handys aus, wenn sie sich länger als 15 Minuten in einem geringen Abstand befunden haben. Du hast dann für 14 Tage den geheimen Code des anderen Handys auf deinem Handy.

Markiert sich ein Nutzer als infiziert, so wird dessen geheimer Code auf einen Server geladen und von dort an alle Nutzer verteilt. Die Handys der Nutzer finden dann diesen Code und informieren dich über eine mögliche Infizierung.

Wo bekomme ich die Corona-Warn-App?

Du kannst sie über die Appstores von Android und iOS auf dein Handy laden.

‎Corona-Warn-App
‎Corona-Warn-App
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos
Corona-Warn-App
Corona-Warn-App
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos

Werden Daten per Mobilfunk übertragen? Kosten diese etwas?

Ja, es werden Daten übertragen. Nach Angaben von Telekom-Chef Höttges werden die aber bei keinem deutschen Anbieter berechnet. Das gilt nur innerhalb Deutschlands.

Kann ich die Codes anderer Nutzer sehen?

Nein. Du weißt nicht, wie viele Nutzercodes du schon auf deinem Handy gespeichert hast und kannst sie auch nicht sehen.

Werden Standortdaten erfasst?

Nein. Durch Bluetooth und aufwändige Messmethoden und Modifikationen in den Schnittstellen kann die App ausschließlich auf Bluetooth setzen und speichert nur jene Kontakte, die sich in unmittelbarer Nähe befunden haben.

Warum braucht die App eine Standortfreigabe / GPS

Unter Android fordert die Corona-App zur Freigabe des Standortes auf. Der Grund: Bluetooth gilt unter Android zur Kategorie Stand­ort­ermitt­lung. Denn auch such über Bluetooth lassen sich Rück­schlüsse auf den Stand­ort ziehen. Im Fall der Corona-App wird das aber nicht getan – es werden lediglich die geheimen Codes ausgetauscht. Damit das geschehen kann, musst du die Ortungsfunktion dauerhaft freigeben. Auf GPS greift die App nicht zu.

Warum will die App eine Kamera-Freigabe?

Die Corona-App braucht die Kamera, um deinen QR-Code vom Labor scannen zu können. Das erfolgt über die Kamera deines Handys. Für andere Zwecke wird sie nicht benötigt.

Kann ich Bluetooth ausschalten?

Nein. Die App braucht Bluetooth, damit andere Nutzer der Corona-App deinen geheimen Code laden können. Nur so funktioniert die Nachverfolgung zuverlässig. Deine Daten aus der Corona-App können nicht durch andere ausgelesen werden.

Erhöht sich mein Akkuverbrauch durch die Corona-App?

Der meiste Strom dürfte durch das aktivierte Bluetooth draufgehen, wenn du es nicht ohnehin wegen Kopfhörern aktiv hast. In den Akku-Einstellungen deines Handys kannst du nachvollziehen, wie viel Strom sich die Corona-App gönnt.

Ist die Nutzung der App freiwillig?

Ausdrücklich ja. Hieran will die Bundesregierung auch nicht wackeln.

Muss ich angeben, wenn ich positiv auf Corona getestet wurde?

Nein, auch das ist freiwillig. Allerdings ist die App-Nutzung für alle nur dann sinnvoll, wenn jeder diese Information weitergibt.

Wie sage ich der App, dass ich positiv auf Corona getestet bin?

Du bekommst vom Testlabor einen QR-Code oder eine TAN. Mit diesen Daten kannst du dem System sagen, dass du positiv getestet wurdest. Daraufhin werden deine Kontakte der vergangenen Tage benachrichtigt.

Erhöhtes Risiko, niedriges Risiko, unbekanntes Risiko – was heißt das?

Die Startseite der Corona-Warn-App

Wenn du die App gerade erst aktiviert hast, meldet sie dir ein unbekanntes Risiko. Sie kann dich erst nach einigen Tagen im Rahmen ihrer Möglichkeiten informieren.

Hast du die App lang genug aktiviert, hast du ein niedriges Risiko. Denn auch, wenn die App keinen Alarm auslöst, könntest du durch eine kurze aber enge Begegnung oder eine Begegnung, bei der kein Handy dabei war infiziert sein. Daher warnt die App vor einem niedrigen Risiko, um dich nicht in Sicherheit zu wiegen.

Zeigt sie dir ein erhöhtes Risiko an, so hattest du innerhalb der vergangenen 14 Tage eine Begegnung mit mindestens einer positiv getesteten Person. Die App gibt dir jetzt Handlungsempfehlungen.

Können meine Kontakte sehen, dass ich mich infiziert habe?

Nein, es wird lediglich der Tag, an dem der Kontakt zwischen dir und deinen Kontakten bestand, übermittelt. Aber keine Uhrzeit und kein Ort. Und natürlich auch kein Name.

Region für Kontaktmitteilungen geändert – was heißt das?

Diese Fehlermeldung bekommen iPhone-Nutzer immer wieder diese Fehlermeldung. „COVID-19-Kontaktmitteilungen werden von ‚Corona-Warn‘ in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt. Du solltest in ‚Einstellungen‘ bestätigen, welche App du verwendest“. Es handelt sich dabei um einen Fehler im Apple-Betriebssystem. Er ist bereits gemeldet und soll sich nicht negativ auswirken – vom Pop Up abgesehen. Du kannst ihn ignorieren.

Kann mein Arbeitgeber mich verpflichten, die App zu nutzen?

Nach Angaben der Bundesregierung wäre das allerhöchstens auf Diensthandys möglich und es sei letztlich eine Abwägung zwischen der Freiwilligkeit und dem Verhältnis zwischen einem weisungsbefugten Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer. Allerdings gäbe es in Betrieben andere Möglichkeiten, um eine Kontaktnachverfolgung zu realisieren.

Darf ich künftig nur noch mit der Corona-Warn-App ins Restaurant?

Nein. Generell hat zwar der Gastronom das Hausrecht, doch die Bundesregierung sieht es als gelebte Praxis an, dass es für Gastronomen nicht sinnvoll sei, Gäste ohne die App auszusperren. Schließlich schütze die App nicht vor Infizierung.

Ich habe jetzt die Corona-App, muss ich weiter die Atemmaske tragen, Abstand halten und Hände waschen?

Ja, die sogenannte AHA-Regel (Abstand-Hygiene-Alltagsmaske) wird nicht durch die Corona-Warn-App aufgehoben.

Bin ich mit der Corona-Warn-App vor Corona geschützt?

Nein. Aber es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du schneller informiert werden kannst, wenn du dich infiziert haben könntest. Die Benachrichtigung erfolgt durch die App schneller und zuverlässiger, da auch Zufallskontakte benachrichtigt werden können. Da die Infizierung aber auch schon möglich ist, bevor jemand überhaupt weiß, dass er infiziert ist, ist auch weiterhin eine Infizierung möglich. Außerdem wird nie jeder die App nutzen.

Warum kommt die App erst jetzt, ist das nicht viel zu spät?

Nein, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Mobilität und Kontakte der Menschen nehmen jetzt wieder zu, dadurch kommt es auch zu mehr Kontakten mit Fremden, die durch eine Verfolgung der Gesundheitsbehörden nicht erreicht werden könnten. Schließlich weist du nicht, wer in der U-Bahn neben dir saß. Die App kann aber genau diese Menschen benachrichtigen, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, dass jemand sie infiziert haben könnte.

Die App sagt, ich habe ein erhöhtes Risiko. Bin ich jetzt Corona-Patient?

Nein, aber du hattest offenbar zu jemandem Kontakt, der jetzt Corona-Patient ist. Dadurch hast du ein erhöhtes Risiko und solltest dich testen lassen. Das ist jetzt auch ohne Symptome möglich. Ruf deinen Hausarzt oder die 116117 an.

Muss ich mich testen lassen, wenn ich ein erhöhtes Risiko habe?

Nein, die App informiert dich lediglich und du so solltest der Empfehlung in deinem eigenen Sinne und der Eindämmung der Pandemie nachkommen. Es weiß aber niemand wer du bist und es kann dich auch niemand auffordern, zum Test zu gehen.

Funktioniert die Corona App im Ausland?

Derzeit ist die deutsche Corona-Warn-App nicht mit ausländischen Apps kompatibel. Daran werde aber gearbeitet. Wenn sich Deutsche mit der Corona-App jedoch im Ausland begegnen, funktioniert das System auch dort – beispielsweise in einer Hotelanlage.

Wie genau arbeitet die App?

Nach Angaben der Bundesregierung ist die Erfolgsquote bei 80 Prozent. Das heißt aber auch, dass 20 Prozent der Einladungen zum Testen bekommen, obwohl sie weiter als 3 Meter entfernt vom Infizierten waren.

Wann benachrichtigt mich die App, welche Kontakte werden erfasst?

Es geht um die Dauer der Begegnung (15 Minuten und mehr), den Abstand (3 Meter und weniger) sowie weitere Faktoren. So kann man inzwischen recht genau sagen, an welchen Tagen nach der Infektion jemand am ansteckendsten ist. Das berücksichtigt der Algorithmus.

Ich nutze keinen deutschen AppStore, was nun?

Derzeit sind die Apps nur in den deutschen AppStores von Google und Apple zu haben. An Lösungen für jene Nutzer, die einen ausländischen oder gar keinen AppStore nutzen, werde gearbeitet. Huawei hat für sein eigenes System die Einbindung der App schon angekündigt.

Ist die App sicher?

Die App wurde als Open Source Projekt angelegt und von zahlreichen freiwilligen Entwicklern geprüft und auch verbessert. Das gilt als Garant, dass die Software sicher ist. In Kürze wolle man auch nachweisen, dass der offengelegte Code der Code ist, der in den AppStores steht.

Was bringt die Corona-Warn-App?

Die Vorteile sind, dass auch anonyme Zufallsbegegnungen im Falle einer Infektion benachrichtigt werden können. Außerdem ermögliche die Digitalisierung der Labors und die Nutzung des QR-Codes eine schnellere Nachvollziehbarkeit. Die Verantwortlichen gehen von einem Zeitgewinn von bis zu vier Tagen aus.

Bildquellen

  • Corona-Warn-App Homescreen: https://www.coronawarn.app/de/
  • Corona-Warn-App Risikobewertung: https://www.coronawarn.app/de/
  • Corona-Warn-App: Thorsten Neuhetzki
Mann mit Tablet Symbolbild
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13 KOMMENTARE

  1. NUR falls jemand positiv getestet wurde, kann er das in der App codiert eintragen. ABER dieser Jemand bekommt ja Quarantine (14 TG) verordnet und somit würde er gar keinen Kontakt zu allen anderen mehr haben. Das heisst die App registriert diese Infizierten sowie nicht.( ausser Quarantäne Ausbrecher)
    Und alle anderen sind womöglich infiziert, niemand weiss es aber. Und somit die App erst recht nicht.

    Hm, wo ist hier der Gedanken-Fehler?
    ( PS: die Frage ist ernst gemeint!)

    • Ganz einfach
      Person A hatte vor 5 Tagen Kontakt mit dir
      Person A ist jetzt Positiv und muss in Quarantäne
      Person A meldet der App dass er positiv ist. Jetzt bekommst du eine Nachricht über die App, dass du ein erhöhtes Risiko hast.
      Du kannst dich jetzt testen lassen und dich besonders vorsichtig verhalten.

      Die gleiche Nachricht bekommen auch alle anderen Kontakte von Person A, die er in den Tagen vor seinem positiven Test hatte.
      Du wirst nicht erfahren, per Person A ist – außer du bekommst mit, dass er in Quarantäne ist.

  2. Wer übernimmt die Laborkosten für den Test? Die Krankenkasse übernimmt glaub nur wenn du Symptome einer Infektion aufweist oder?

    • Mein Smartphone arbeitet mit Android 5.1. Im Playstore werden bei der Sucheingabe „Corona-Warn-App“ zahlreiche Vorschläge angezeigt ohne die Corona-Warn-App in den ca. ersten 100 Vorschlägen. Bei Smartphones mit Android 7 bzw. 9 bei Familienmitgliedern erschien die Corona-Warn-App gleich in der 1. Seite der Vorschläge. Nun habe ich gelesen, dass man mindestens Android 6 auf dem Smartphone benötigt. Ich bin mit meinem Smartphone sehr zufrieden. Ein Update auf Android 6 oder höher ist offensichtlich nicht möglich. Gibt es außer Neukauf noch eine andere Alternative, um an eine funktionierende Corona-Warn-App zu gelangen?

      • Nein, leider in der Tat keine Alternative zum Neukauf derzeit. Aber danke, dass Sie sich im Gegensatz zu vielen anderen hier mit dem Thema beschäftigt haben. Genau das wollte der Kommentar (!) erreichen.

  3. bleibt ein Smartphone mit arbeitender Corona-Warn-App im Flugmodus,
    also lediglich ohne Netzverbindung, erfolgt dann vor Ablauf der 14 Tage
    eine Erinnerungsmeldung, daß eine Serververbindung notwendig ist ?
    Vielen Dank.
    Volker

    • Die App weißt – soweit mit bekannt – schon früher darauf hin, dass sie das Identifizierungsrisiko nicht bestimmen kann, weil sie keine Daten bekommt. Bei mir schon nach einem Tag – weil einfach die Liste der infizierten Token nicht ankommt.

      • Dieser Hinweis läßt möglicherweise nicht erkennen, daß ältere Kontakt-ID’s für einen Abgleich *verloren* gehen.

  4. Wie kommt es dazu, dass die Corona infizierte Menschen so überal mit Corona APP herumspazieren?
    Was passiert, wenn mehrere Leute eifach aus Spass im APP sich als Corona infiziert melden?

    • Wer Corona hat und es weiß spaziert hoffentlich nicht damit rum. Es geht um die Tage, bevor man den positiven Test bekommen hat und krank wurde. Auch da ist man schon ansteckend ohne es zu wissen.
      Man kann sich nicht „aus Spaß“ als infiziert hinterlegen. Das kannst du hier machen oder bei facebook oder WhatsApp. Für die Corona App brauchst du einen Code vom Testlabor.

  5. Kalle aus Rathenow,
    Technische Probleme mit bzw. wegen der installierten Corona-App geraten derzeit in den Hintergrund. Die Corona-App verändert Bluetooth-Einstellungen derart, dass z.B. die Bluetooth-Verbindung zur Kfz-Freisprechanlage und anderen Bluetooth-Geräten ausfällt, die Corona-Service-Hotline kündigte letzte Woche ein Update an, dass diese Mängel beseitigen soll. Gerade eine Freisprechanlage trägt jedoch wesentlich zur Verkehrssicherheit bei, hier besteht also ein akuter Handlungsbedarf!! Habe deshalb die Corona-App wieder deinstalliert.

  6. Ok. Genau das suchte ich und wird in keiner Corona App FAQ angesprochen
    Ich bin Berufskraftfahrer und benötige die Freisprecheinrichtung. Und ich kann nicht jedesmal umschalten. Aus LKW raus – Corona App an , in LKW rein – Corona App wieder aus.

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