DSL Speedtest: Darum solltest du ihn niemals mit dem Handy machen

3 Minuten
„Mein Internet ist zu langsam“. „Beim Speedtest bekomme ich viel weniger raus als ich gebucht habe“. Solche Sätze kennen wir alle. Oft ist der Speedtest aber gar nicht aussagekräftig. Wir zeigen dir, worauf du achten musst, wenn du die Geschwindigkeit deines Anschlusses misst.
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5G
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5GBildquelle: Tobias Dirking

Das Problem bei jedem Speedtest: Das Messergebnis ist nur so schnell wie die langsamste Stelle zwischen dem Testserver und deinem Rechner oder Smartphone. Streng genommen zeigt dir der Speedtest also nicht an, wie schnell deine Internetleitung ist. Er zeigt dir, wie schnell die Verbindung zu deinem Endgerät ist. Und hier gibt es viele Schwachstellen.

Speedtest mit dem Handy: Schwachstelle WLAN

Das Handy ist der alltägliche Begleiter und mittlerweile die Schaltzentrale für das digitale Leben. Naheliegend, damit auch zu testen, ob die eigene Internetleitung das hält, was der Anbieter verspricht. Doch Vorsicht: Gerade bei schnellen Anschlüssen verfälschen Smartphones oft die Messergebnisse.

Der Grund: Dein WLAN-Netz oder der WLAN-Standard im Smartphone geben oftmals gar nicht die Datenraten her, die dein Anschluss liefert. Oder der WLAN-Router unterstützt die hohen Datenraten per WLAN nicht. Damit die hohen Datenraten, die die Verpackungen von Router und Handy versprechen, gehalten werden können, müssen die Endgeräte perfekt zusammenarbeiten und es darf keine Störungen geben.

Doch schon, sobald das Smartphone das falsche Frequenzband nutzt, geht die Geschwindigkeit massiv nach unten. Das 2,4 GHz-Band bietet schlichtweg zu wenig Kapazitäten und ist auch in der Regel überlastet. Willst du Anschlüsse mit 100 oder 250 Mbit/s auf diesem Weg messen, wirst du immer zu geringe Datenraten haben – auch wenn der Anschluss schnell genug ist.

So nutzt du Speedtest-Tools richtig

Um zu messen, wie schnell dein Internetanschluss wirklich ist, solltest du immer einen ausreichend schnellen Rechner nutzen. Das schnell bezieht sich sowohl auf die Rechenleistung als auch den Netzwerkanschluss. Nur ein Rechner mit Gigabit-LAN-Anschluss (oder mehr) ist in der Lage, dir halbwegs korrekte Messergebnisse zu liefern.

Diesen Rechner solltest du dann mit einem LAN-Kabel direkt mit deinem Router oder Modem verbinden. Wichtig dabei: Achte darauf, welches LAN-Kabel du verwendest. Ein Cat5-Kabel entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und ist zu langsam. Anders ist es bei Cat5e. Noch besser sind aber Cat6 oder Cat7 Kabel. Welches Kabel du in den Händen hältst, verrät der Aufdruck auf dem Kabel.

Um zu erfahren, wie schnell dein Anschluss wirklich ist, solltest du außerdem mehrere Tools und Server nutzen. Denn: Oftmals sind die Testserver oder die Übergabepunkte zwischen deinem Anbieter und dem Server überlastet. Das ist dann der Engpass des Geschwindigkeitstests, der langsamer ausfällt als deine Leitung ist. Auch die Entfernung zwischen dir und dem Testserver kann mitunter eine Rolle spielen. So haben wir an einem Telekom-FTTH-Anschluss in Berlin nur bei Berliner Testservern wirklich gute Ergebnisse erzielen können.

Einige empfehlenswerte Tests sind speedtest.net, wo du verschiedene Server testen kannst. Außerdem kannst du den Speedtest von Netcologne oder Vodafone gut nutzen. Wichtig: Teste zu verschiedenen Tageszeiten. Und noch ein Tipp: Speedtest.net gibt es auch als Windows-App. Nach unseren Erfahrungen liefert sie die realistischeren Messwerte gegenüber der Browserversion.

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18 KOMMENTARE

  1. Ja wo bist den du. Ich hab einen der besten Router und kein super Smartphone. Xiaomi Mi 9t. Bekomme aber immer die Geschwindigkeit hin was meine Internetverbindung haben soll. Und ja ist normal das zb eine 1gb Leitung nicht jedes Smartphone nutzen kann. Aber die neuen Smartphone sind dafür ausgelegt. 802.11ax haben meistens schon die neuen. Also so eine Aussage von ihnen ist nicht so ganz richtig. Aber das lese oft bei solchen berichten.

  2. Das weis man doch selber junge nur Rechner mit LAN Anschluss am Router ist das wahre aber naja, es gibt aber auch ein Szenario wo man den Speedtest ohne Phone nicht machen kann, zb LTE Speedtest mit Sim im Funknetz deswegen stimmt eure Aussage nie nicht ganz 🥴

  3. Anschluss 250Mbps
    Gemessen mit Handy 264Mbps
    😉
    Man sollte halt nicht zwei Zimmer weiter messen. Da kommen bei mir dann auch nur noch 40Mbps rüber

  4. Naja, die Argumentation ist aber schon ein wenig schwach… ich glaube nämlich eher nicht, dass es besonders „oft“ vorkommt, dass die Nutzer jetzt zwar einen Gigabit-DSL-Vertrag abschließen, damit dann aber nur 802.11b/g Hardware von vor 2010 verwenden. Und sich dann noch so sehr für die Thematik interessieren, dass sie einen Speedtest machen… Desweiteren löst „Kabel“ ja, wenn man dieser Theorie weiter folgt, auch das Problem nicht… denn wenn ich so steinalte Hardware nutze aber ne schnelle Internetverbindung buche, kann auch mein altes 100 MBit LAN hier für ähnlich falsche Ergebnisse sorge – auch wenn solche Messungen – und da geb ich euch ja völlig recht, normal natürlich immer mit Kabel gemacht werden sollten, weil es halt nun einfach genauer ist und Störfaktoren wie eben schlechte Signalstärke ausschließt.

  5. Als Techniker für Internet Anschlüsse ist das Testen über WLAN wie hier beschrieben leider Gott gegebener Standard und die Anbieter tuhen NIX dagegen, bitterer Ernst

  6. Also ich mache meine Speedtests immer mit meinem Handy und WLAN und habe immer mindestens 90mbps bei einer 100 Leitung…
    Wenn man eine guten router hat braucht man nicht ein lan kabel für ein Speedtest
    Artikel nur um ein wenig Geld über Amazon zu verdienen erstellt…

  7. Bei hohen Geschwindigkeiten mag das sein…

    Aber wenn man nur mit 7mbit versorgt wird ist das Wurst. Die Daten von Handy kommen dann schon super hin.

  8. Man muss es so messen, wie man es nutzt. Was nutzt mir der schnelle Zugang, wenn am Einsatzort viel weniger ankommt. Und ich werde auch nicht 7 LAN Kabel durch die Wohnung legen. Der Router zeigt auch an, wieviel an der Leitung ankommt.

  9. Ich würde Speedtests ohnehin nicht mit dsn gängigen Speedtest-Tools machen, da diese auch nur eine Momentaufnahme sind und auxh davon abhängig ist, wie schnell der Server ist und wie er angebunden ist.
    Um wirklich in Erfahrung zu bringen, mit wie viel man Daten ausm Netz ins Heimnetz lädt, würde ich grundsätzlich Seiten wie speedtestx.de empfehlen. Da wird dann ein Testfile mit unterschiedlichen Größen heruntergeladen. Die angezeigte Geschwindigkeit Downloadmanager des Browsers verrät dann mit welcher Geschwindigkeit man wirklich unterwegs ist.

  10. Man kann es ja gerne so messen wie man es nutzt, muss sich dann bei einer Störmeldung beim Provider nicht wundern wenn Dieser eine LAN Messung verlangt. Wer per WLAN zb. in Berlin im 2,4GHz Netz schlechte Speedtests bekommt und dann den Provider verteufelt, sollte lieber keinen Internetzungang nutzen.

  11. Nette Zusammenfassung. Zum Kommentar Joyful: OK das ist dann aber nicht Problem des Anbieters dass 5 Zimmer weiter per WLAN nix ankommt. Und nein 7 Kabel braucht du nich dahin legen sondern eins und dann einen Gigabit switch mit 8 Anschlüssen (ca 30 teuros) und gut is.

  12. jetzt habe ich endlich mal einen Artikel den ich den technisch unbewanderten schlaufon Benutzern weiter reichen kann.

    glücklicherweise kommen bei mir über wlan dank drei accesspoints mit mimu am teuren oberklasse schlaufon satte symmetrische 1 gbit/s an.

  13. Ganz im ernst, das war also der grund dafür das ich als ich noch kabel deutschland kunde war über Monate fast täglich für 10 stunden nur unter 1 mb down speed hatte aber der uploadspeed bei guten 20mb geblieben ist welche bei meiner 200er leitung standard waren… Den rest des tages konnte ich merkwürdigerweise relativ gute werte im download messen zwischen 100-maximal 195mb auch mit smartphone

  14. Wenn man richtiges WLAN hat, kommt auch die volle Leitung an. Da die meisten nur eine Fritz Box oder schlechteres benutzen kommt halt nicht alles an.. Das WLAN von solchen all in one Geräten ist sehr bescheiden. Mein WLAN mesh hat über 280€ (ZyXEL Multy X, WLAN 5)gekostet und die Fritzbox dient nur als DSL Modem. Ich habe damit selbst zwei Räume weiter die volle Bandbreite auf dem Handy. 261mbits von gebuchten 250mbits.

  15. @thbratwurst, ich hab einen LTE Router in dem eine Sim-Karte steckt. Die Speedtests habe ich mit Laptop+LAN-Kabel gemacht, was mir natürlich 4x besseres Ergebnis als Tests über WLAN lieferte.
    Ich musste den Router allerdings ein paar mal umstellen, bis er sich an einer Stelle im Haus befand, wo der LTE-Router wirklich gute Ergebnisse erzielte.
    Ein kleiner Sonderfall in meinem Fall 🙂

  16. @thbratwurst
    Der Artikel befasst sich mit dem DSL-Speedtest, nicht mit dem LTE-Speedtest.
    Somit ist die Aussage richtig!!

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