CovPass startet: Das musst du zum digitalen Impfausweis wissen

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Er kommt – wenn auch später als bisher angekündigt: der digitale Impfpass. Er soll die Freiheiten für Geimpfte deutlich vereinfachen, beispielsweise beim Reisen. Doch auch Genesene und Getestete werden berücksichtigt. Wie funktioniert die Impfpass-App CovPass?
Corona-Impfpass auf dem Smartphone
Digitaler Impfpass auf dem Smartphone: Das ist der Geheimplan der BundesregierungBildquelle: Unsplash/Lukas

Stand jetzt sind in Deutschland rund 24 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, knapp 47 Prozent haben immerhin schon die erste Dosis eines der verfügbaren Impfstoffe erhalten. Wie üblich ist auch dieses Vakzin in deinem analogen Impfausweis aufgeführt. Doch anders als bei anderen Krankheiten schränkt das Coronavirus die Menschheit stark ein, sodass die Länder darüber hinaus weitere Maßnahmen ergreifen wollen, um die Handhabung mit Virus und Impfung zu erleichtern.

Deswegen startet jetzt die Impfausweis-App CovPass. Seit Ende Mai testete die Bundesregierung die App, nun ist die Testphase abgeschlossen und CovPass startet auf dem Markt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Bundespressekonferenz am heutigen 10. Juni verkündete, erfolgt der Rollout Schritt für Schritt. Bis spätestens Ende Juni soll CovPass dann für jeden, der den digitalen Impfpass nutzen will, zur Verfügung stehen.

Sie wirkt ergänzend zum papiernen Impfausweis der WHO und hat primär den Vorteil, dass der Nachweis über die Covid-19-Impfung durch das Smartphone immer dabei hat. Doch nicht nur Impfungen finden in der App Berücksichtigung, sondern auch Covid-19-Erkrankte und getestete Menschen. Wie CovPass funktioniert, fassen wir im Folgenden zusammen.

CovPass: Für diese Handys steht die App bereit

Die deutsche Corona-Warn-App hat auch nach einem Jahr eher wenig Vertrauen seitens der Bevölkerung. Ob sich das mit dem digitalen Impfausweis ändert, wird sich zeigen. Allerdings ist nicht eine rein nationale, sondern europäische Lösung angedacht. Laut RKI und Bundesgesundheitsministerium ist die App kostenlos und freiwillig. Eine verpflichtende Registrierung wird für die vorgesehenen Lockerungen also nicht notwendig sein. Du kannst auch in Zukunft deinen analogen Impfausweis, das ärztliche Attest oder eine PDF-Datei vom Testzentrum vorzeigen.

‎CovPass
‎CovPass
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos

CovPass steht sowohl für Android als auch iOS und auch in der Huawei AppGallery zur Verfügung. Wie üblich ist die Nutzung aber an eine bestimmte Betriebssystemversion gekoppelt. Apple-Nutzer müssen somit mindestens iOS 12 oder höher auf ihrem iPhone installiert haben. Bei Androiden ist Android 6 Marshmallow oder neuer nötig.

CovPass
CovPass
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos

So wird der Impfnachweis digital

Wie kommt der Impfausweis mit der Corona-Schutzimpfung in dein Handy? Ganz einfach: mithilfe eines QR-Codes. Das Problem: Menschen, die im Frühjahr geimpft wurden, haben den QR-Code noch nicht zwingend erhalten beziehungsweise auf ihrem Impfzertifikat vermerkt. Die Betroffenen erhalten im Zuge des digitalen Ausweises aber nachträglich einen Code per Brief. Diese sollen ab sofort und noch vor der Sommerpause an alle Betroffenen verschickt werden. In Zukunft bekommst du den QR-Code mit dem Zertifikat direkt nach der Impfung. Alternativ können auch Hausärzte, Impfzentren und ab dem 14. Juni auch Apotheken den digitalen Impfnachweis ausstellen.

Beachte: Wirst du aktuell oder in Zukunft geimpft, gilt das Impfzertifikat erst zwei Wochen nach dem zweiten Impftermin. Grund dafür ist, dass sich erst nach Ablauf des Zeitraums eine vollständige Schutzwirkung entfaltet. Außerdem werden nur EU-konforme Impfzertifikate akzeptiert, die von Ärzten, Impfzentren oder Apotheken ausgestellt sind.

Neben Geimpften können auch Genesene ihre Covid-19-Erkrankung in den kommenden Wochen in der App hinterlegen. Den entsprechenden QR-Code erhalten sie dann von ihrem behandelnden Arzt. Außerdem werden auch Antigen-Schnelltests in CovPass hinterlegbar sein. Getestete könnten sich so für einen gewissen Zeitraum als nicht-ansteckend registrieren. Bei der Buchung eines Schnelltesttermins kann oftmals schon jetzt bereits angegeben werden (je nach Testzentrum), ob das Ergebnis in der Corona-Warn-App hinterlegt werden soll.

Zwei Screenshots des digitalen Impfpasses CovPass mit Daten und QR-Code
So sieht die App CovPass aus

So funktioniert die CovPass

Hast du deinen QR-Code erhalten und mit CovPass gescannt, landet der Nachweis über den vollständigen Impfschutz direkt auf deinem Smartphone respektive der App. Gehst du beispielsweise in ein Restaurant, kannst du den Impfnachweis per QR-Code in der App anzeigen und vom Wirt scannen lassen. CovPass zeigt an, ob ein vollständiger Impfschutz vorhanden ist oder nicht. Für jene, die die Impfnachweise kontrollieren, gibt es eine zusätzliche App: CovPass Check. Die kann beispielsweise in der Gastronomie, am Flughafen und überall dort, wo es nötig ist, eingesetzt werden.

Wie das RKI betont, werden bei der Überprüfung durch andere nur minimale Datensätze weitergegebenen. So soll es laut EU-Vorgaben auch sein. Hilfreich ist, dass du den QR-Code auch offline anzeigen kannst. Neben der App ist außerdem ein Personalausweis oder Reisepass zur Identitätsüberprüfung notwendig. Denn um einen Missbrauch vorzubeugen, wird der Name und das Geburtsdatum des Geimpften mit angezeigt.

Seit Anfang Juni ist auch die Corona-Warn-App mit einem entsprechenden Update versehen worden. Auch sie kann somit ab sofort als digitaler Impfpass genutzt werden. Um den Nachweis in der Corona-App zu hinterlegen, brauchst du die Version 2.3.2.

Wie sicher ist CovPass?

Im Vergleich zur Corona-Warn-App der Bundesregierung arbeitet CovPass nach bisherigen Informationen weniger komplex. Das heißt, sie erfasst nicht permanent Daten – wie zum Beispiel bei der Kontaktnachverfolgung -, sondern speichert deine Impfdaten nur lokal auf deinem Smartphone. Zusätzlich gibt das RKI an, dass der QR-Code verschlüsselt und damit fälschungssicher sei. Möchtest du ganz auf Nummer sicher gehen, solltest du die App als solche zusätzlich mit einer PIN oder Ähnlichem schützen. Verlierst du dein Smartphone, sind deine Daten somit abermals vor fremden Blicken geschützt.

Wie bereits erwähnt, gibt der QR-Code bei einer Überprüfung nur wenige Daten gemäß EU-Regelungen preis. Das heißt, derjenige, der deinen Impfpass scannt, sieht nur deinen Namen, dein Geburtstag sowie einen roten oder grünen Status.

Gilt CovPass innerhalb der EU?

CovPass ist eine deutsche App, die jedoch auf der Basis der EU-Pläne zum sogenannten „grünen Zertifikat“ entwickelt wurde. Langfristig sollen die Daten auch in anderen EU-Ländern gelten beziehungsweise die Impfausweise europaweit lesbar sein. Das europaweit geltende Zertifikat soll laut Spahn noch vor den Sommerferien starten, damit Nutzer CovPass bereits im Urlaub nutzen können.

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5 KOMMENTARE

  1. Avatar Ursula Bergemann

    Was ist bei Leute die kein Internet haben

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    • Simone Warnke Simone Warnke inside digital Team

      Die können weiterhin ihren analogen Impfausweis, das Attest vom Arzt oder den Nachweis vom Testzentrum vorzeigen.

      Antwort
  2. Avatar Olli

    Die App braucht doch niemand…
    Den QR-Code auf dem Blatt fotografieren ist doch das gleiche, was anderes macht die tolle App doch auch nicht: Den QR-Code einlesen und wieder anzeigen…

    Antwort
  3. Avatar Olli123

    Die App braucht doch niemand…
    Den QR-Code auf dem Blatt fotografieren ist doch das gleiche, was anderes macht die tolle App doch auch nicht: Den QR-Code einlesen und wieder anzeigen…

    Antwort
  4. Avatar Dirk

    Selten so einen Blödsinn gelesen. Informiere dich doch erst, bevor du sowas sagst.
    Du bekommst in der Apotheke zwei Codes. Den für die erste Impfung und den für die zweite Impfung.
    Die App muss beide Codes haben und erstellt einen individuellen Code, der anderen zeigt das du komplett geimpft bist.
    Und nur der von der App erstellte Code kann auch von der Check-App ausgelesen und geprüft werden.
    Dir bringen also abfotografierte Codes gar nichts.

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