5G-Smartphones: Diese Geräte erwarten dich 2020

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5G ist der Mobilfunkstandard, der im Vergleich zu LTE (4G) noch schneller und stabiler funktionieren soll. Die ersten Smartphones, die den 5G-Standard unterstützen kamen bereits vergangenes Jahr auf den Markt. In diesem Jahr kommen noch viele neue hinzu. Wir zeigen dir welche.
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5G
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5GBildquelle: Tobias Dirking

Spätestens seitdem die beiden größten Netzbetreiber Telekom und Vodafone im Sommer vergangenen Jahres ihre ersten 5G-Funkmasten in Betrieb nahmen, ist 5G ein Thema im ganzen Land. Die ersten kompatiblen Smartphones gab es jedoch sogar noch früher. Mittels 5G-Moto-Mod brachte der Hersteller Motorola sein erstes offizielles 5G-Smartphone bereits 2018 auf den Markt. Die ersten Geräte, die bereits von Haus aus im 5G-Netz funken, folgten schließlich in der ersten Jahreshälfte 2019. Darunter Hersteller wie Xiaomi mit dem Mi Mix 3 5G oder Mi 9 Pro 5G, Samsung mit dem Galaxy S10 5G, Galaxy Note 10+ 5G oder Galaxy Fold 5G und Huawei mit dem Mate X oder Mate 20X 5G.

5G: Diese Modelle erscheinen offiziell in diesem Jahr

Samsung

Als Nachfolger der Galaxy-S10-Familie veröffentlichte der koreanische Smartphone-Hersteller Samsung Anfang Februar seine neue S-Reihe – das Samsung Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra. Alle Modelle gibt es mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Die für die S20-Reihe beginnen dabei bei 899 Euro. Das ebenfalls neue Galaxy Z Flip ist hingegen nur mit 4G erhältlich.

Neben den Smartphones aus der Oberklasse rüstet Samsung auch Mittelklasse-Smartphones mit dem 5G-Standard aus. Insgesamt gibt es aus dem Hause Samsung folgende Smartphones mit 5G:

Huawei

Der chinesische Hersteller Huawei sprang im vergangenen Jahr auf den 5G-Zug auf und veröffentlichte sein Mate 20X 5G. In diesem Jahr soll nun die 5G-Variante des Mate 30 Pro mit dem runden Kamera-Modul aber ohne Google-Services folgen. Auch das faltbare Huawei Xs soll den 5G-Standard unterstützen. Erhältlich sein soll es ab März für knapp 2.500 Euro – jedoch ohne Google-Dienste.

LG

Aus dem Hause LG gibt es das LG V50 ThinQ 5G mit dem neuen Netzstandard. Bislang ist es hierzulande noch nicht erhältlich. Lediglich in der Schweiz. Doch damit nicht genug. Das LG V60 ThinQ ist auch schon im Anmarsch.

Xiaomi

Der chinesische Elektronik-Hersteller Xiaomi veröffentlichte im vergangenen Jahr ebenfalls sein erstes Smartphone mit 5G-Technologie – das Mi Mix 3 5G mit 108 Megapixel-Kamera. In diesem Jahr soll nun das Xiaomi Mi 10 und Mi 10 Pro mit 5G auf den Markt kommen. In China hat der Verkauf für umgerechnet 530 Euro beziehungsweise 660 Euro bereits begonnen. Hierzulande soll es ebenfalls bald verfügbar sein, jedoch teurer vermarktet werden.

Apple

Der US-Konzern Apple ist bislang der einzige Smartphone-Riese, der noch kein Smartphone mit 5G-Technologie im Portfolio führt. Selbst das im vergangenen Herbst vorgestellte iPhone 11 (Pro) setzt weiterhin auf 4G und LTE. Dieses wird sich in diesem Herbst höchstwahrscheinlich mit dem iPhone 12 ändern. Denn Gerüchten zufolge will Apple gemeinsam mit Intel ab diesem Jahr mit 5G-Modulen an den Start gehen. Die Vergangenheit hat zudem gezeigt, dass Apple ein Gespür dafür hat, wann es Zeit ist, einen neuen Standard auszurollen. Schon damals bei der 3G- und 4G-Technologie wartete der US-Riese zunächst ab, bis die neue Technik gut funktionierte und ausgereift war, bevor er seine iPhones damit ausrüstete.

Qualcomm: Plattform unterstützt die erste Welle von 5G-Smartphones in 2020

„In diesem Jahr wird der Snapdragon 865 dazu beitragen, 5G für Milliarden von Smartphone-Nutzern auf der ganzen Welt zugänglich zu machen und beeindruckende mobile Erlebnisse wie Hochgeschwindigkeitsspiele, intelligente Multi-Kamera-Erfassung und ganztägige Akkulaufzeit zu ermöglichen“, so Alex Katouzian, Senior Vice Präsident und General Manager, Mobile von Qualcomm Technologies, Inc. Laut eigenen Angaben ist der neue Snapdragon-865-Chip die weltweit fortschrittlichste mobile Plattform, die unübertroffene Konnektivität und Leistung bietet.

Viele der neuen 5G-Smartphones in diesem Jahr werden mit dem modernen Chip ausgestattet. Neben den oben genannten bekannten Smartphones kommen dazu noch das Black Shark 3, iQOO 3, Legion Gaming Phone, Nubia Red Magic 5G, OPPO Find X2, Realme X50 Pro, Redmi K30 Pro, ROG Telefon 3, Scharfer AQUOS R5G, Sony Xperia 1 II, vivo APEX 2020 Concept Phone, ZenFone 7 und ZTE Axon 10s Pro, die mit dem neuen Snapdragon angetrieben werden und somit 5G-Technologie unterstützen.

Was muss ein 5G-Smartphone können?

Für die Kompatibilität mit 5G-Konnektivität bedarf es entsprechender technischer Ausrüstung. Für mobile Breitband-Verbindungen benötigt das Handy sogenannte MIMO-Antennen. Diese kommen bereits bei LTE-Handys zum Einsatz. MIMO bedeutet „Multiple Input Multiple Output“ und bedeutet frei übersetzt, dass mehrere Antennen am Endgerät empfangen und mehrere Sender an der Basisstation senden. Hierdurch werden Effizienz und Kapazität einer Verbindung erhöht, die Fehlerhäufigkeit wird minimiert.

  • LTE: MIMO 4X4
  • 5G: MIMO 8X8

5G setzt pro Verbindung also auf die doppelte Anzahl an Empfangs- und Sendeeinheiten. Dieses Prinzip wird für 5G weitergedacht. Modernere Antennentechnik sorgt für mehr Datenströme zwischen Basisstation und Endgerät, also dem Smartphone. Da die zusätzlichen Antennen und die Technik dahinter in LTE-Handys nicht vorhanden ist – vom 5G-Modem ganz zu schweigen – kann 5G-Kompatibilität nicht per Software-Update oder kleiner Nachrüstung nachgeschoben werden.

In den ersten Jahren werden 5G-Smartphones als Non-Stand-Alone auf den Markt kommen. Das heißt, sie werden stets die LTE-Netze als Basis benötigen und nutzen 5G als zusätzlichen Downstream-Kanal. Und obwohl 5G deutlich mehr kann: Geht es um 5G-Smartphones, wird es bis auf weiteres nur um eines gehen: mehr Geschwindigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen 5G und LTE

Die große Errungenschaft von 5G, die geringe Latenzzeit und die hohen Frequenzen, ist für den Ottonormalverbraucher mit Handy nicht von der Relevanz, die sie für die Industrie haben. Der Mobilfunkvertrag der Zukunft wird Brancheninsidern zufolge auch nicht vollends von aktuellen Vertragsmodellen abweichen.

Die Datenlast auf den Netzen wird aber ansteigen und die Geschwindigkeit auf den jeweiligen Geräten wird ebenfalls in die Höhe gehen. Dadurch werden sich immer mehr Smartphone-Anwendungen dezentralisieren und die Cloud umziehen. Fotos, Videos und auch Gaming-Inhalte werden direkt abgerufen und bedürfen keiner langen Downloadzeit mehr. Ein 5G-Praxisbeispiel, dass die Marketing-Maschinerie gerne bemüht: Ein HD-Film, der schon im LTE-Netz in ein bis zwei Minuten heruntergeladen würde, bräuchte im 5G-Netz nur noch den Bruchteil einer Sekunde um vollständig heruntergeladen auf dem Handyspeicher zu liegen.

In der Frage, was denn daran der große Vorteil sei, einen Film, den man sowieso erst später anschaut, innerhalb von einer Sekunde statt zwei Minuten herunterzuladen, steckt die 5G-Kritik: Der Standard ist für den Endverbraucher nicht der Schritt, der zum Beispiel 4G im Vergleich zu 3G bedeutete. Interessanter ist die Funktion, die das Handy unter 5G-Fittichen einnimmt. Als Steuerungseinheit kann das Handy eine wichtige Rolle im Internet der Dinge einnehmen. Smart-Home-Anwendungen erhalten immer höhere Relevanz. Die Vielfältigkeit der Geräte, die mit dem Handy ferngesteuert und verwaltet werden können, wird mit 5G zunehmen. Die Errungenschaften liegen aber nicht nur in der Hardware, sondern häufig auch in der Software.

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