Zusammenschluss mit Vodafone: Die Marke Unitymedia verschwindet

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Der Zusammenschluss von Unitymedia und Vodafone ist da. Ab sofort zum Beispiel auch in vielen Shops nach außen sichtbar. Darüber hinaus werden Kunden ihr Internet bald nicht mehr von Unitymedia erhalten.
Unitymedia Zentrale Köln
Bildquelle: Unitymedia

Vodafone und Unitymedia werden eins. Das ist seit der Zustimmung durch die EU-Kommission seit Mitte Juli klar. Und seit Montag wird das auch für Kunden nach außen sichtbar. Viel bedeutender ist aber das, was hinter den Kulissen passiert.

Gigabit-Ausbau nimmt Formen an

Denn in den Zentralen in Düsseldorf (Vodafone) und Köln (Unitymedia) – ab sofort auch über Shuttle-Busse miteinander verbunden – setzen die zuständigen Manager alles daran, die Netze der beiden Konzerne zeitnah zusammenzuschalten. „Wir wollen und werden Gigabit bauen“, sagte der Technik-Chef von Vodafone Deutschland, Gerhard Mack, am Montag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Man wolle Gigabit für Deutschland bundesweit erlebbar machen.

Das Ziel sei es, bis Ende 2022 rund 25 Millionen Haushalte für Gigabit-Bandbreiten bereit zu machen. Gegenwärtig sind bei Vodafone 9,4 Millionen Anschlüsse gigabitfähig, bei Unitymedia sind es 1,6 Millionen Haushalte. Und seitens Unitymedia kommen noch in diesem Jahr viele weitere dazu. Unter anderem soll das Hagen in Nordrhein-Westfalen nach Köln, Düsseldorf, Bochum, Frankfurt, Heilbronn und Mannheim zur siebten Gigabit-City im Unitymedia-Netz werden.

Kabelnetz: Mehr Kapazität und niedrigere Latenzzeiten

Neben der Bereitstellung von reiner Gigabit-Technologie will Vodafone aber auch die Kapazitäten im Unitymedia-Kabelnetz erweitern. Bis Ende 2019 soll in diesem Zusammenhang im gesamten Kabelnetz der Standard DOCSIS 3.1 zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang erfolgt unter anderem eine technische Aufrüstung von 170 zentralen Kabelvermittlungsstellen. Nach dem Netzupgrade sollen unter anderem auch die Latenzzeiten im Kabelnetz sinken.

Und für Unitymedia-Kunden ergibt sich bis zum Jahresende noch eine weitere Neuerung. Bis Ende des Jahres sollen sie die Möglichkeit bekommen, den von Vodafone vermarkteten Gigabit-Router zu nutzen. Er löst das bisher von Unitymedia vermarktete Router-Modell „Connect Box“ ab.

Unitymedia als Marke wird verschwinden

Klar ist jetzt übrigens auch, dass es die Marke Unitymedia auf Dauer nicht mehr geben wird. Sie soll mittelfristig verschwinden, erklärte ein Unitymedia-Sprecher am Montag.  „Die Marke Vodafone hat eine viel größere Strahlkraft“, führte er weiter aus. Wann genau die Marke Unitymedia das Zeitliche segnen wird, ist aber noch nicht bekannt.

Stand jetzt bieten ab sofort 540 Vodafone-Shops in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen jetzt auch Kabel-Tarife von Unitymedia an. In 130 Unitymedia-Shops gibt es wiederum auch Mobilfunk von Vodafone. Das ist über Aufkleber auf den Schaufenster-Scheiben auch nach außen sichtbar. „Unsere Netze vereinen sich zu einer bundesweiten Gigabit-Infrastruktur. Das Ziel: Immer mehr Kunden vom oft vergleichsweise langsamen DSL ins schnelle Kabelnetz bringen“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter am Montag.

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3 KOMMENTARE

  1. Sorry,
    ich verstehe nur Bahnhof…womit muss ich also rechnen – wenn ich beispielsweise gerade ein paar Monate Kundin der Unity_Media-Tochter EAZY bin – und hier nur Email-Kontakt habe?
    Dort verpflichtet man sich für eine Laufzeit von zwei Jahren – und bekommt diese Connect Box. Bin ich gezwungen, jetzt die neue Vodafone-box – womöglich zu einem höheren Preis zu nehmen?
    Und habe ich überhaupt eine Alternative???

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