Alles neu bei Volvo: Nie mehr Rabatte beim Autokauf

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Volvo will digitaler werden. Und das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Vertrieb von Neufahrzeugen. Denn die soll es in Zukunft nur noch online zu kaufen geben. Auf Wunsch auch in einem Auto-Abo, aber ohne Rabatte. Und: Schon 2030 soll es bei Volvo keine Autos mit Verbrenner mehr geben.
Frau kauft Volvo XC40 Recharge auf Smartphone
Volvo bietet seine neuen Elektroautos künftig nur noch auf digitalen Vertriebswegen an.Bildquelle: Volvo

Beim schwedischen Automobilkonzern Volvo zeichnet sich eine spannende Neuausrichtung ab. Ähnlich wie Tesla will das Unternehmen seine neuen Elektroautos in Zukunft nur noch auf digitalen Vertriebswegen anbieten. Neuwagen wird es dann nur noch über das Internet zu kaufen geben. Los geht es mit dem Volvo XC40 Recharge Pure Electric des Modelljahres 2022. Parallel will der Hersteller die Komplexität im Produktangebot reduzieren und mit transparenten und festgelegten Preismodellen arbeiten.

Keine Rabatte beim Autokauf mehr

Das klingt auf den ersten Blick nach einem simplen Strategieschwenk im Vertrieb. Doch es ist weit mehr als das. Denn es hat unmittelbare Konsequenzen. Einerseits für die angeschlossenen Volvo-Autohäuser. Verhandlungen über mögliche Rabatte wird es abseits dort von staatlichen Förderungen wie dem Umweltbonus für E-Autos dann nämlich nicht mehr geben. Die neue Strategie könnte aber auch den Konzernumsatz beeinflussen. Sollten Volvo-Kunden den neuen Vertriebsweg akzeptieren, wird Volvo seine Fahrzeuge in Zukunft zu höheren Stückpreisen verkaufen können als bisher. Schnäppchenjäger, die neue Autos in der Vergangenheit mit Verhandlungsgeschick gerne mit Tausenden Euro Rabatt kauften, schauen dann in die Röhre.

Und was passiert mit den Autohäusern selbst? Volvo verspricht: Sie bleiben Teil der Konzernstrategie. Denn bei den Volvo-Partnern soll weiterhin die Beratung vor einem möglichen Kauf stattfinden. Auch Probefahrten und kundennahe Dienstleistungen rund um die Auslieferung und Wartung sind in den Volvo-Autohäusern weiterhin vorgesehen.

Auto-Abo rückt stärker in den Fokus

Darüber hinaus soll wie gewohnt ein Auto-Abo für E-Autos Teil des künftigen Volvo-Angebots sein. Wer sich dafür entscheidet, ein Auto für drei Jahre zu abonnieren, bezahlt dafür nach Angaben des Herstellers bei Wahl des Volvo XC40 Recharge 699 Euro monatlich. Bei einer Kündigungsfrist von nur drei Monaten werden 769 Euro monatlich fällig. Die monatliche Abo-Rate deckt bereits alles ab: Versicherung, planmäßige Wartung und eine Garantie während der gesamten Laufzeit.

Damit folgt Volvo einem Trend, dem eine rosige Zukunft vorhergesagt wird. Auto-Flatrates sollen in Zukunft neben Carsharing-Angeboten eine immer wichtigere Rolle in den Strategien der großen Automobilhersteller einnehmen. Denn vor allem bei Jugendlichen in Großstädten spielt ein eigenes Auto, das mit hohen Einmalkosten verbunden ist, eine immer geringere Rolle. Auch Volkswagen und der Autoverleiher Sixt haben zum Beispiel Auto-Abos im Angebot.

Volvo: 100 Prozent E-Autos ab 2030

Und noch eine Neuigkeit hat Volvo im Gepäck: Ab 2030 will der schwedische Konzern nur noch E-Autos anbieten. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, darunter auch Hybride, sollen dann nicht mehr zu haben sein. Ziel ist es, „eine führende Position im schnell wachsenden Premium-Elektroauto-Segment einzunehmen“, sagt Håkan Samuelsson, Chef von Volvo Cars.

Schon 2025 sollen Elektrofahrzeuge die Hälfte des weltweiten Absatzes von Volvo ausmachen und der Rest auf Hybride entfallen. Mit dem neuen Jahrzehnt wird dann jeder neue Volvo vollelektrisch unterwegs sein.

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