Vodafone will mehr Glasfaser verlegen

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Vodafone steht mit seinem Kabel-Internet immer wieder in der Kritik, langsamer zu sein als die Glasfaserleitung. Auch Überlastungen einzelner Anschlussbereiche werden immer wieder berichtet. Nun will Vodafone mehr Glasfaser ins Netz bringen.
Gigabit-Anschlüsse von Vodafone
Gigabit-Anschlüsse von VodafoneBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Wie Vodafone-Netzchef Guido Weissbrich jetzt berichtet hat, besteht das Netz schon heute aus einem großen Teil aus Glasfaserstrecken. Dabei handelt es sich bislang aber vor allem um das Transportnetz, also das Langstreckennetz. Doch künftig soll der Glasfaseranteil vor allem im Nahbereich beim Kunden weiter steigen, teilte er mit. Das Ziel: Das Kabelnetz soll leistungsfähiger und verlässlicher werden.

Vodafone will im Sommer damit beginnen, in mehreren Pilotstädten bestehende Technik durch Glasfasertechnologie zu ersetzen. Dazu sollen beispielsweise Verstärkerpunkte mittels neuer Glasfaserstrecken angeschlossen und in Glasfaser-Knoten umgewandelt werden. Somit rücken die Glasfaserleitungen in diesen Ausbaugebieten sehr nah an die Haushalte der Kunden heran.

Kabel-Internet: Die Koaxial-Strecke soll kürzer werden

Heute funktioniert das Vodafone-Kabelnetz so: Das Glasfasernetz führt bereits in die verschiedenen Städte in Deutschland hinein. Die Leitungen enden dann an Glasfaserknoten. 18.000 dieser Knoten gibt es heute. Sie sind in der Regel mehrere hundert Meter von Wohnungen und Häusern entfernt und wandeln das optische Signal in elektrische Impulse um. Hier geht es dann per Koaxialkabel weiter in die Haushalte. Der Plan von Vodafone-Netzchef Guido Weissbrich: „Dort setzen wir an und stärken durch ‚GigaGlasfaser‘ unsere bestehende Gigabit-Infrastruktur mittels einer ‚Fiber Deep‘- Architektur bedarfsgerecht an den richtigen Stellen.“

Durch den neuen Ansatz will Vodafone die koaxialen Netzabschnitte so klein wie möglich halten. Zugleich sinkt die Anzahl der Haushalte, die über einen Glasfaserknoten versorgt werden. Das heißt nicht nur, dass sich weniger Kunden einen Knoten teilen und so die tatsächlich nutzbare Datenrate erhöht. Auch die Bandbreitenreserve für alle Kunden steigt. Dies ist vor allem in Stoßzeiten von Vorteil, wenn gleichzeitig gestreamt, online gespielt, viel videotelefoniert und im Homeoffice gearbeitet wird.

Diese als Shared Medium genannte Prinzip gilt in allen Breitbandnetzen. Entscheidend ist, wie viele Kunden sich am gleichen Netzabschnitt befinden. Bei FTTH und FTTB, also wenn die Glasfaser bis ins Haus oder die Wohnung geht, sind es weniger Kunden als beim Kabelanschluss. Wenn Vodafone nun die Glasfaser näher zum Kunden legt, sinkt die Zahl der Kunden, die sich denselben Abschnitt eilen.

Nicht abrücken wird Vodafone auf die DOCSIS-Protokolle. Mit dem aktuellen Standard DOCSIS 3.1 sind, abhängig von der Netzausbaustufe, Geschwindigkeiten bis zu 5 Gigabit pro Sekunde möglich. Die nächste Generation DOCSIS 4.0 soll perspektivisch Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde bei Downloads und 6 Gigabit pro Sekunde bei Uploads ermöglichen.

Dresden und Sömmerda: Glasfaserausbau auch bis ins Haus

Indes geht bei Vodafone auch der Glasfaser-Ausbau direkt bis ins Haus weiter. Hier gibt es aber nur vergleichsweise wenige Projekte. In dieser Woche war Startschuss in Dresden: Vodafone wird dort in den kommenden zwei Jahren ein Glasfaser-Netz für rund 6.000 Haushalte und Unternehmen bauen. Die Hälfte der Haushalte gilt als unterversorgt. Für den Ausbau dieser Adressen stellen Bund, Freistaat Sachsen und Landeshauptstadt über 21 Millionen Euro Fördermittel bereit. Weitere 3.000 Haushalte und Unternehmen wird Vodafone eigenwirtschaftlich ausbauen

Auch rund 2.000 Haushalte und Unternehmen in Sömmerda-West (Tunzenhausen, Weißenburg, Wenigensömmern, Rohrborn) und Sömmerda-Ost (Beichlingen, Kleinneuhausen, Vogelsberg, Sprötau, Schloßvippach, Eckstedt) sollen direkte Glasfaserleitungen bekommen. Der Startschuss für diese Infrastrukturmaßnahme ist durch die Vertragsunterzeichnung am Dienstag gefallen.

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