Telekom verstärkt Haustürgeschäft: Das steckt dahinter

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Glasfaser klingt nach Fortschritt – in der Praxis beginnt es oft an der Haustür. Genau dort will die Telekom jetzt deutlich präsenter werden. Denn künftig sind nicht mehr nur die Drückerkolonnen unterwegs.
Shop-Mitarbeiter der Telekom
Shop-Mitarbeiter der TelekomBildquelle: Telekom

Die Telekom baut ihren Vertrieb rund um Glasfaser aus und setzt dabei stärker auf persönliche Beratung bei dir zu Hause. Dafür führt sie ein neues Konzept bundesweit ein: den „Telekom Shop vor Ort“ (TSvO). Nach einer regionalen Testphase im Jahr 2025 soll das Modell jetzt flächendeckend laufen. Kern der Idee sind regional verankerte, festangestellte Teams, die in enger Abstimmung mit lokalen Telekom-Shops arbeiten und Kunden daheim beraten.

Was der neue Kanal leisten soll – und warum das heikel ist

Aus Nutzersicht ist das ein zweischneidiges Angebot. Wer wirklich Fragen zum Umstieg hat, kann von einem Termin zu Hause profitieren. Gleichzeitig ist genau diese Kontaktform das, was viele schlicht nervt: ungewollte Vertriebsgespräche an der Tür – oft zu Zeiten, in denen du weder beraten werden willst noch Verträge vergleichen kannst.

Laut Telekom soll der TSvO den bestehenden Kanal-Mix ergänzen: Shop, Hotline, Online-Kontakt und Direktvertrieb an der Haustür. Neu ist dabei vor allem die Verzahnung mit den Shops und eine „nachhaltige Betreuung“ über den eigentlichen Vertragsabschluss hinaus.

Verbraucherschützer warnen seit Jahren vor Haustürverträgen

Die Mitarbeiter sollen Zugriff auf Kundendaten bekommen, um Anliegen schneller zu klären und Prozesse zu begleiten. Das kann praktisch sein, wenn es um Terminabsprachen, Umstellungen oder Rückfragen geht. Gleichzeitig ist das an der Haustür ein sensibles Setting: Du hast kaum Gelegenheit, das in Ruhe einzuordnen, und genau dort entstehen bei vielen die typischen Bauchschmerzen.

Dass Haustürvertrieb beim Thema Glasfaser ein Reizthema ist, ist nicht neu. So hatten wir im Mai 2023 bereits über eine Warnung der Verbraucherzentrale Hamburg berichtet: Demnach hätten sich Betroffene über Vertreterbesuche beschwert und den Eindruck geschildert, zu Vertragsabschlüssen gedrängt worden zu sein – teils mit dem Ausbau als Argument. Der zentrale Vorwurf damals: Es würden teure Daten- und Servicepakete verkauft, obwohl noch unklar sei, ob und wann Glasfaser vor Ort tatsächlich liege oder ob im Gebäude schon die nötige Infrastruktur vorhanden sei.

Damals waren es Mitarbeiter der Firma Ranger, die im Auftrag der Telekom versuchten, Glasfaser an den Kunden zu bringen. Die Vertreter arbeiten unter anderem provisionsabhängig und fallen immer wieder negativ auf, wie man in zahlreichen Foren nachlesen kann. Für den normalen Kunden dürfte es nun schwer werden, zwischen einem Ranger-Marketing-Mitarbeiter und einem echten Telekom-Mitarbeiter zu unterscheiden. Hier ist schlichtweg zu viel Vertrauen in den vergangenen Jahren verspielt worden, und es dürfte großes Misstrauen herrschen.

Was die Telekom daraus macht – und was du daraus machen solltest

Die Telekom verweist jetzt auf Schulungen, einheitliche Vorgaben, hohe Qualitätsstandards und den branchenweiten „Haustürkodex“. Der Telekom-Shop vor Ort könnte tatsächlich eine Verbesserung sein, wenn festangestellte Teams vor Ort transparenter auftreten und sauberer betreuen. Für dich ändert das aber nichts an der Grundregel: Entscheidungen triffst du nicht an der Haustür. Und ob es sich um einen echten Mitarbeiter der Telekom oder einen Vertreter handelt, kannst du dir beispielsweise durch den Mitarbeiterausweis zeigen lassen. Zudem haben Vertreter, die nur im Auftrag der Telekom versuchen, Verträge zu generieren, keinen Zugriff auf deine Daten.

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