Knuspr ist ein Lebensmittellieferdienst, der in den Metropolregionen München, Rhein-Main und Berlin aktiv ist. Er überzeugt die Kunden durch ein breites Angebot, das auch viele regionale Produkte umfasst, sowie durch ein kurzes Lieferfenster von bestenfalls gerade einmal einer Stunde. Doch jetzt ändert sich etwas: Knuspr führt eine Gebühr für Papiertüten ein. Ab sofort werden pro Bestellung 89 Cent fällig, wenn deine Lieferung in Papiertüten verpackt ist. Das war bislang die kostenlose Standardoption. Wichtig dabei: Der Betrag soll nur einmal pro Lieferung berechnet werden. Es spielt also laut Knuspr keine Rolle, ob eine oder mehrere Papiertüten in der Bestellung enthalten sind.
Warum Knuspr Papier nicht mehr „gratis“ mitgeben will
Damit macht Knuspr etwas, das viele Kundinnen und Kunden bisher eher von einzelnen Supermärkten kennen: Verpackung wird als eigener Kostenpunkt sichtbar. Immerhin: Anders als im Supermarkt musst du nicht pro Tüte zahlen. Die Anzahl der Tüten kannst du allerdings nicht beeinflussen. Begründet wird die Gebühr mit Umweltargumenten und dem Hinweis, dass Papier zwar nachhaltig wirke, aber häufig nach einmaligem Gebrauch im Müll lande. Der Dienst setzt stattdessen auf Mehrweg-Taschen und stellt das als „bessere Lösung“ dar – für Umwelt und Geldbeutel.
Diese Linie ist nachvollziehbar: Papier wird teurer gemacht, während die Alternative als Standard etabliert werden soll. Ob das bei dir wirklich zu weniger Müll führt, hängt am Ende vor allem davon ab, ob du die Mehrweg-Taschen konsequent zurückgibst, sodass Knuspr sie wiederverwenden kann.
So soll das Mehrweg-System funktionieren

Knuspr beschreibt die Mehrweg-Taschen als langlebig und aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Außerdem nennt der Anbieter eine konkrete Zahl: 62 Prozent weniger CO₂ im Vergleich zu Papier. Die Taschen seien „kostenlos“, allerdings nicht in jedem Fall ohne Bedingungen.
Wenn du das kostenpflichtige Stammkundenangebot Knuspr Xtra nicht nutzt, läuft das System über ein Pfand von 10 Euro, das du jederzeit zurückbekommst. Bist du Teil von Knuspr Xtra, sollen die Taschen sogar komplett ohne Pfand funktionieren. Gleichzeitig sagt Knuspr: Sollte eine Bestellung ausnahmsweise doch in einer Papiertüte ankommen, werde dafür nichts berechnet. Das könne aus logistischen Gründen passieren.
Knuspr Xtra wird direkt mitverkauft
Auffällig ist, wie eng die Verpackungsumstellung mit dem Abo-Modell verknüpft wird. Knuspr weist darauf hin, dass du Xtra 30 Tage kostenlos testen kannst – „ohne Verpflichtung“. In der Praxis ist das natürlich ein klarer Anreiz: Wer Xtra nutzt, spart sich laut Darstellung das Pfand und soll direkt an die Mehrweg-Taschen kommen. Xtra kostet 8,25 Euro im Monat, bietet kostenlose Lieferungen, garantierte und engere Zeitfenster sowie Rabatte auf viele Artikel. Lohnt sich Xtra unabhängig von der Taschenfrage für dich, oder bezahlst du am Ende für Bequemlichkeit, die es vorher ohne Abo gab?
