Stromausfall in Deutschland: Darum nehmen die Ausfälle zu

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Mehr als 160.000 Mal ist in Deutschland im vergangenen Jahr der Strom ausgefallen. Diese Zahl hat jetzt die Bundesnetzagentur öffentlich gemacht und ausgerechnet, wie oft jeder Haushalt damit im Schnitt auf Strom verzichten musste.
Strommasten mit Stromleitungen
Strommasten mit StromleitungenBildquelle: Pixabay / NickyPe

Demnach lag die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Elektrizität in Deutschland im Jahr 2021 bei 12,7 Minuten je „Letztverbraucher“, wie es im Behördendeutsch heißt. „Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland war im Jahr 2021 erneut sehr hoch, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur. Ursache für den Anstieg der durchschnittlichen Versorgungsunterbrechung seien Störungen auf der Mittelspannung und Wetterereignisse in der Niederspannung gewesen, so der Behördenleiter.

Zwei Ereignisse heben durchschnittliche Stromausfall-Dauer an

Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher stieg erstmalig seit 2017 wieder an. Sie nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,97 Minuten auf 12,7 Minuten zu. Einen merklichen Anteil am Anstieg der Störungen auf der Mittelspannung hatte unter anderem ein Vorfall in einem Umspannwerk, der durch einen gasbefüllten metallbeschichteten Ballon ausgelöst wurde. Der Anstieg in der Niederspannung ist unter anderem ein Hochwasserereignis im vergangenen Sommer zurückzuführen.

Betreiber von Energieversorgungsnetzen berichten der Bundesnetzagentur jährlich über alle in ihren Netzen aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen. Dabei gehen aber nur ein Stromausfall in die Statistik ein, der länger als drei Minuten dauert. Der jeweilige Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache der Versorgungsunterbrechungen. Für das Jahr 2021 haben 850 Netzbetreiber insgesamt 166.615 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung übermittelt. Damit nahm die Anzahl der Störungsmeldungen gegenüber dem Vorjahr um etwa 4.400 Meldungen zu. Das komplette Dokument mit allen Störungen in anonymisierter Form kannst du dir bei der Bundesnetzagentur herunterladen.

Aus allen ungeplanten Unterbrechungen, die nicht auf Ereignisse der höheren Gewalt zurückzuführen sind, ermittelt die Bundesnetzagentur den sogenannten SAIDIEnWG (System Averge Interruption Duration Index). Er zeigt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher und Spannungsebene innerhalb eines Kalenderjahres an. Extreme Ereignisse, wie etwa die Flutkatastrophe im Ahrtal, gelten als höhere Gewalt und fließen nicht in die Berechnung mit ein.

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1 KOMMENTAR

  1. Ines von Külmer

    Ein längerer Stromausfall, und es winkt eine Anzeige wegen Sabotage. Und den Unsinn von einem russischen „Cyberangriff“ glauben nur die 30 Prozent hoffnungslos Indoktrinierten.

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