Bundesnetzagentur greift durch: Neue Preise für Hotlines

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Hast du dich schon immer gefragt, warum du von deinem Smartphone zum Teil mehr für einen Anruf bezahlen musst als aus dem Festnetz? Die Bundesnetzagentur tut dies auch und plant für Anfang Dezember 2021 einen radikalen Schritt.
0180-Nummer auf einem Smartphone
Wenn du von einem Handy zu Service- und Televoting-Nummern telefonierst, dürften schon bald neue Preise gelten.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Service- und Televoting-Nummern sind in den vergangenen Jahren immer seltener geworden. Rufnummern, die mit den Vorwahlen 0180 und 0137 beginnen, wurden vielerorts durch klassische Telefonnummern mit Ortsvorwahl abgelöst. Der Grund: Für Anrufer sind sie über ihre Fest- und Mobilfunkanschlüsse günstiger, in der Regel sogar kostenlos zu erreichen. Viele namhafte Unternehmen haben das zum Anlass genommen, ihre Servicenummern anzupassen. Die Lufthansa erreicht man etwa unter einer Frankfurter Nummer (069), O2 hat eine Nummer mit Bezug zum Vorwahlbereich aus München (089) geschaltet. 0180- und 0137-Nummern sind hingegen für den Anrufenden grundsätzlich mit zusätzlichen Kosten verbunden. Und wer von einem Smartphone aus telefoniert, muss in der Regel weit höhere Kosten einplanen als von einem Festnetzanschluss. Doch das soll sich ändern.

0137- und 0180-Nummern: Einheitliche Preise

Die Bundesnetzagentur teilte jetzt mit, eine Konsultation zu den Preisen für Anrufe zu 0137er und und 0180er Rufnummern aus Mobilfunk und Festnetzen gestartet zu haben. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, findet schon vor einer möglichen Entscheidung deutliche Worte. Er sagt: „Die heutige Preisdifferenz zwischen Festnetz und Mobilfunk ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt. Es ist an der Zeit, hier eine Preisangleichung vorzunehmen. Zudem ist eine konkrete Preisangabe auch für Anrufe aus dem Mobilfunk geboten.“

Möglicherweise gleichen sich die Preise für Anrufe zu 0137- und 0180-Nummern aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunk schon zum 1. Dezember 2021 an. Der Gesetzgeber hat der Bundesnetzagentur mit dem Anfang Dezember 2021 in Kraft tretenden geänderten Telekommunikationsgesetz entsprechende Regelungsbefugnisse eingeräumt.

Das sind die vorgesehenen Preise

Konkret würde das zum Teil erhebliche Preissenkungen bei Anrufen aus dem Mobilfunk bedeuten. Ein Anruf zu einer 0180-1-Nummer kostet beispielsweise aus dem Festnetz nur 3,9 Cent pro Minute. Wenn man von einem Smartphone aus anruft, werden hingegen in der Regel 42 Cent pro Minute fällig. Wer eine 0180-6-Nummer anruft, zahlt aus dem Festnetz 20 Cent pro Anruf, von einem Handy sind es 60 Cent pro Anruf.

Ab dem 1. Dezember 2021 sollen aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunk dann nach Vorstellungen der Bundesnetzagentur einheitlich die folgenden Preise gelten:

  • 01801 – 3,9 Cent pro Minute
  • 01802 – 6 Cent pro Anruf
  • 01803 – 9 Cent pro Minute
  • 01804 – 20 Cent pro Anruf
  • 01805 – 14 Cent pro Minute
  • 01806 – 20 Cent pro Anruf
  • 01807 – 30 Sekunden frei, danach 14 Cent pro Minute
  • 01371 – 14 Cent pro Anruf
  • 01372 – 14 Cent pro Minute
  • 01373 – 14 Cent pro Minute
  • 01374 – 14 Cent pro Minute
  • 01375 – 14 Cent pro Anruf
  • 01376 – 25 Cent pro Anruf
  • 01377 – 1 Euro pro Anruf
  • 01378 – 50 Cent pro Anruf
  • 01379 – 50 Cent pro Anruf

Stellungnahmen können Vorhaben noch stoppen

Ob die neuen Preise zum 1. Dezember 2021 tatsächlich in Kraft treten, hängt unter anderem von den Festnetz- und Mobilfunkbetreibern in Deutschland ab. Sie haben bis zum 21. Juli 2021 genauso wie Fachkreise und Verbraucherverbände die Gelegenheit, gegenüber der Bundesnetzagentur schriftlich Stellung zu nehmen. In dieser Stellungnahme müssen die Provider begründen, warum die aktuelle Preisgestaltung nicht verändert werden sollte. Am besten in Kombination mit Argumenten zu etwaigen entstehenden Kosten, die berücksichtigt werden müssen.

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