Impfen & Testen: Kommt bald eine weitere Corona-App?

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Die Corona-Warn-App war im Sommer mit großen Hoffnungen gestartet, doch ihre große Wirkung verfehlt sie offenbar. Jetzt könnte eine zweite App kommen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will mehr Freiheiten für geimpfte und getestete mit einem Nachweis per App.
Zwei Ampullen Cocid-19-Impfstoff (Symbolbild)
Kannst du deinen Corona-Schnelltest bald per App nachweisen - und die Impfung gleich mit?Bildquelle: Unsplash/Daniel Schludi

Mehrere Medien wie die Berliner Zeitung zitieren den CSU-Minister, der im Jahr der Pandemie immer wieder für Schlagzeilen aufgrund seiner Vorschläge gesorgt hat. Er hat sich demnach dafür ausgesprochen, dass Covid-19-Geimpfte aber auch Negativ-Getestete in Zukunft mehr Freiheiten bekommen. Damit dieses automatisch für die jeweiligen Gruppen gelte, müsse es eine App geben, mit der du diesen Nachweis entsprechend erbringen kannst.

Diese Forderung geht einher mit der Forderung nach Millionen Schnelltest pro Tag. Allerdings: Die Einführung der Schnelltests zum 1. März wurde offenbar gerade erst durch Kanzlerin Merkel eingebremst. Söders Forderung geht aber ohnehin weiter als nur reine Schnelltests in der Apotheke. Der Plan ist, die Test mit einer neuen App zu verknüpfen.

Vor der Sitzung des CSU-Vorstands am Montag habe Söder weiter gesagt, die neue App müsse besser werden als die Corona-Warn-App. „Wir brauchen eine klare Möglichkeit, dass wir sagen, wer ist getestet“, dies könne über die neue App geregelt werden. Diese App müsse schnellstens entwickelt werden. Weitere Details nannte er nicht.

Schnelltest-Ergebnis: Weg in die App unklar

So ist unklar, wie Söder sicherstellen will, dass durchgeführte Schnelltests entsprechend korrekt in der neuen App hinterlegt sind. Technisch wäre das zwar über verschiedene Methoden machbar, doch müssten die Schnelltests dafür über entsprechende Chips oder QR-Codes verfügen. Das dürfte bei den bereits millionenfach produzierten aber noch nicht ausgelieferten Tests kaum der Fall sein. Bei den Schnelltests gibt es außerdem kein Labor, dass die Ergebnisse auswertet und neutral hinterlegen kann, wie es bei den PCR-Tests der Fall ist. Hier bliebe lediglich der Apotheker, der einen negativen Test beglaubigen könnte.

Impfungen hingegen wären vergleichsweise einfach und schnell zu hinterlegen. Lediglich jene, die schon geimpft sind, müssten ihren bisherigen Impfausweis beispielsweise bei einem Arzt über einen speziellen Code eintragen lassen. Parallel zu dieser Entwicklung arbeitet man aber auch an einem digitalen Impfausweis.

So oder so: Selbst wenn Söder seine Forderung in die Tat umgesetzt kann: Für eine schnelle Öffnungsstrategie spielt das Vorhaben realistisch gesehen keine Rolle.

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