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Glasfaser vom Discounter? Was Telefónica mit Aldi Talk vorhat

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Aldi Talk kann bislang genau eine Sache: Prepaid-Tarife für dein Handy. Dabei soll es nicht bleiben. Telefónica-Deutschland-Chef Santiago Argelich Hesse will aus der Discounter-Marke ein deutlich breiteres Angebot machen. Auf Nachfrage von inside digital wollte er nicht einmal Glasfaser an der Aldi-Kasse ausschließen.
Aldi-Geschäft im Sommer
Gibt es demnächst Glasfaser bei Aldi?Bildquelle: Tada Images / Shutterstock.com

Santiago Argelich Hesse, seit Januar Chef von Telefónica Deutschland, hat bei einem Pressegespräch in München seine Strategie für die kommenden Jahre skizziert. Transform & Grow heißt die Strategie, deren Folge bereits der Abbau zahlreicher Arbeitsplätze war. Jetzt wagt Hesse einen Blick nach vorne: Wachstum. Ein Baustein davon ist das Partnergeschäft, also Tarife, die andere Unternehmen im Netz von O2 verkaufen. Dort ist Aldi Talk, nachdem man 1&1 als Kunden und Partner an Vodafone verloren hat, der Riese. Knapp zehn Millionen Kunden zählt der Discounter. Es seien sehr treue Kunden. Aldi Talk sei nach Hesses Worten eines der erfolgreichsten Partnermodelle in ganz Europa.

Das erfolgreichste Partnermodell soll erwachsen werden

Das Modell sei gut gealtert, müsse aber weiterentwickelt werden. Es gehe heute nicht mehr darum, einfaches Prepaid über die Kasse zu verkaufen. Die Erwartungen der Kunden gingen längst weiter. Mobilfunk sei für Aldi inzwischen ein digitaler Kontaktpunkt zu den eigenen Kunden. Aus Aldi Talk solle deshalb eine vollwertige Marke werden. Mit mehr Produkten, Geräten und digitalen Abläufen statt Papierkram.

Was heißt das konkret? Auf unsere Frage, ob es künftig Glasfaser bei Aldi geben könne, reagierte Argelich Hesse mit einer Gegenfrage: Warum nicht? Konkrete Pläne nannte er nicht. Es gebe eine Strategie. Man sei in der Planungsphase, welches Produkt wann komme. Mittelfristig aber gelte: Wenn ein Aldi-Talk-Kunde den Bedarf habe, solle Telefónica der Anbieter sein, den er wählt. Weiter wollte er sich – wohl auch in Hinblick auf den Partner Aldi – nicht in die Karten blicken lassen.

Ein Discount-Produkt zweiter Klasse soll es dabei nicht werden. Produkte bei Aldi Talk seien anders gebaut als bei O2, sagte er. Anderer Zugang, andere vertragliche Bindung. Der Anschluss selbst müsse aber genauso gut sein wie jeder andere. Sein Unternehmen sei in der Lage, jedem Kunden einen Festnetzanschluss zu liefern, auch einen Glasfaseranschluss. Tatsächlich hat Telefónica Deutschland eine sehr breite Basis an Partnernetzen im Glasfaserbereich und sogar im Kabelnetz.

Aldi Talk verkauft heute keinen einzigen echten Festnetztarif. Internet fürs Zuhause gibt es nur als Mobilfunkrouter namens Home & Go. Eine Leitung im Boden wäre etwas völlig anderes, technisch wie vertrieblich. Allerdings könnte Glasfaser so endlich zum Erfolgsmodell werden. Glasfaser an der Supermarktkasse ist eine ganz andere Einstiegsklasse als der Haustürvertreter, der auf Provisionsbasis und mit zweifelhaften Methoden versucht, die Netze seiner Auftraggeber zu füllen.

O2 rückt nach oben, Blau soll Congstar angreifen

Der Umbau bei Telefónica betrifft nicht nur Aldi. Argelich Hesse will künftig alle Produkte an alle Kunden verkaufen, also Mobilfunk, Festnetz, TV, Sicherheit und Geräte aus einer Hand. Dafür sortiert er die Marken neu. O2 soll klarer ins Premiumsegment rücken. Das Netz sei inzwischen in derselben Liga wie das der Konkurrenz, sagte Argelich Hesse. Die Marke müsse nun nachziehen. Für das Mittelsegment brauche es dann eine eigene, stark digitale Marke, die es mit Congstar und 1&1 aufnehmen könne und dabei weder bei den Produkten noch technisch eingeschränkt sei. Er nannte dafür Blau.

Dazu kommen Partner ganz anderer Art. Digitale Unternehmen aus Finanzwesen, Handel und Social Media wollten Mobilfunk tief in ihre eigenen Angebote einbauen, etwa in eine Neobank-App oder einen Onlineshop. Klassische Discounttarife wie früher seien das ausdrücklich nicht.

Für dich als Kunden weniger wichtig, für die Telefónica-Gesamtstrategie aber nicht: Bei Geschäftskunden liegt der Marktanteil von Telefónica nach eigenen Angaben nur im niedrigen einstelligen Bereich. Das Ziel sind zweistellige Wachstumsraten, Jahr für Jahr. Erste große Kunden sind Deichmann und der dänische Händler Jysk.

Argelich Hesse rechnet damit, dass die Telefónica-Deutschland-Strategie insgesamt 2028 voll wirkt. Für die einzelnen Produkte nannte er keinen Termin.

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