Gaspreis: Ein Preisvergleich lohnt sich wieder

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In den vergangenen Monaten haben wir gelernt: Den Gaspreis zu vergleichen, lohnt sich nicht mehr. Denn oft ist die Grundversorgung vor Ort das preiswerteste Angebot. Daran hat sich aber etwas geändert. Und: Eine Gasmangellage müssen wir in Deutschland wohl vorerst nicht befürchten.
Sparschwein vor einem Gaszähler.
Gas ist spürbar günstiger geworden. Ein Preisvergleich kann sich wieder lohnen.Bildquelle: Yevhen Prozhyrko / ShutterStock.com

Der Super-GAU scheint abgewendet. Der Gaspreis fällt wieder spürbar und offenbar muss sich in Deutschland auch niemand mehr Sorgen machen, dass das Erdgas im laufenden Winter knapp werden könnte. Aufgrund des bisher in weiten Teilen milden Winters und den aktuellen Verbrauchseinsparungen von Privathaushalten und Wirtschaft sind die Gasspeicher noch immer ausreichend stark gefüllt. Die Initiative Energien Speichern (INES), der Verband deutscher Gasspeicherbetreiber, prognostiziert deswegen, dass Deutschland wahrscheinlich gut durch den Winter kommen wird.

INES: Vorrat an Gas wohl auch im kommenden Winter gesichert

Selbst wenn in den kommenden Wochen noch einmal extrem niedrige Temperaturen und andere Risikofaktoren eintreten sollten, sei laut Berechnungen von INES in Deutschland kein Gasmangel zu erwarten. Grundlegend dafür seien allerdings die aktuellen Verbrauchseinsparungen. Sie dürften nicht nachlassen. Auch für den Winter 2023/2024 rechnet INES unter Beibehaltung der aktuellen Einsparungen mit einer über die Sommermonate erneut umfangreichen Befüllung der Gasspeicher. Und das selbst bei einem reduzierten Importaufkommen von Flüssigerdgas (LNG) und einem vollständigen Ausfall russischer Gaslieferungen über Pipelines nach Europa.

Am Dienstag lag der Gesamtspeicherstand der deutschen Erdgasspeicher bei rund 91 Prozent. Ungewöhnlich viel für einen Zeitpunkt mitten im Winter. „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, heißt es im Lagebericht der Bundesnetzagentur. Ein Grund: In der letzten Dezember-Woche lag der Gasverbrauch hierzulande 30 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre. Allerdings lagen die Temperaturen auch fast 4 Grad Celsius über den Werten der Vorjahre, weswegen in deutschen Haushalten weniger geheizt werden musste.

Deutschland muss verstärkt auf LNG setzen

Anders als früher, als Deutschland noch auf günstiges Pipeline-Erdgas aus Russland setzen konnte, rückt jetzt mehr und mehr LNG in den Fokus. Das Flüssigerdgas wird aber auch von anderen Ländern stark nachgefragt – unter anderem zunehmend auch wieder von China. Und es ist wahrscheinlich, dass die Großmacht aus dem Osten nach dem Ende der strikten Corona-Lockdowns im eigenen Land künftig wieder mehr LNG importieren wird als in den vergangenen Monaten. Das könnte die LNG-Preise spürbar nach oben schnellen lassen. Umso wichtiger bleibt es, nach wie vor Gas überall dort einzusparen, wo es möglich ist.

Gas wieder deutlich günstiger

Und noch eine Meldung wird deutsche Haushalte freuen, die eine Gasheizung nutzen. Die Gaspreise verharren in diesen Tagen auf einem deutlich gefallenen Niveau. Am Dienstag notierten sie an der Börse TTF zum Handelsschluss bei 70 Euro pro Megawattstunde. Am Montagmorgen fiel der Preis weiter auf rund 66 Euro. Im August vergangenen Jahres waren die Gaspreise an gleicher Stelle aufgrund der Energiekrise regelrecht explodiert: auf bis zu knapp 343 Euro je Megawattstunde.

Die Folge damals: Zahlreiche Billiganbieter mussten auf dem deutschen Gasmarkt die Segel streichen und die Gaspreise legten spürbar zu. So stark, dass es in vielen Städten und Gemeinden günstiger war, einen Gastarif in der örtlichen Grundversorgung zu nutzen. Wettbewerber am freien Markt waren in der Regel deutlich teurer. Inzwischen hat sich das Blatt vielerorts aber wieder gewendet.

Gasanbieter-Wechsel kann sich wieder lohnen

Beispiel Köln: Wer sich für die Grundversorgung des Anbieters Rheinenergie entscheidet, zahlt dort im Tarif FairRegio Erdgas Basis neben einer Grundgebühr in Höhe von 155,15 Euro pro Jahr einen Arbeitspreis in Höhe von 17,13 Cent je Kilowattstunde (kWh). Der günstigste Anbieter vor Ort (Postleitzahl 50931) berechnet bei einem Verbrauch von 12.000 kWh im Jahr laut Angaben von Check24 aktuell aber nur 60 Euro Grundgebühr pro Jahr bei einem Arbeitspreis von lediglich 14,11 Cent pro kWh.

Anders sieht es in Münster aus. Dort werden ab Februar in der Grundversorgung 146,79 Euro pro Jahr fällig. Hinzu kommt ein Arbeitspreis von 13,43 Cent pro kWh. Der günstigste Wettbewerber verlangt aktuell zwar nur 60 Euro Grundgebühr pro Jahr, dafür aber 14,39 Cent pro kWh. Bei einem angenommenen Verbrauch von mindestens 12.000 kWh pro Jahr ist der Gasbezug bei den örtlichen Stadtwerken (PLZ: 48167), Stand jetzt, folglich noch preiswerter als beim Wettbewerb.

Die Beispiele zeigen: Ein Gaspreis-Vergleich und ein Wechsel zu einem alternativen Energieversorger kann sich je nach Kommune wieder lohnen. Zum Teil ist es aber auch empfehlenswert noch in der Grundversorgung beim örtlichen Stadtwerk zu verbleiben. Auch aufgrund der in der Regel kurzen Mindestvertragslaufzeit von nur einem Monat.

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