Trotz Corona in den Urlaub: Diese Flüge kannst du jetzt buchen

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Kein Urlaub wegen Corona? Geht es nach den europäischen Airlines, muss genau das nicht sein. Denn immer mehr Fluggesellschaften bauen ihr Flugprogramm aus und heben auch wieder zu klassischen Ferienzielen ab. Wir geben dir einen Überblick.
Bildquelle: KLM

Der Urlaub kann kommen. Von der Bundesregierung verhängte Kontaktbeschränkungen wurden in den zurückliegenden Wochen mehr und mehr gelockert, Grenzschließungen aufgehoben. Flixbus kündigt in der Folge einen Neustart an, BlaBlaBus folgte Ende Juni und mit RoadJet hat sich sogar ein ganz neuer Fernbusanbieter angekündigt. Auch Fluggesellschaften fliegen inzwischen wieder öfter. Aber welche Flüge sind tatsächlich möglich?

Diese Frage hast du dir vielleicht auch schon gestellt. Mindestens dann, wenn du in den nahenden bzw. zum Teil schon begonnenen Sommerferien nicht länger zu Hause bleiben, sondern vielmehr in den Urlaub fliegen möchtest. Wir geben dir einen aktuellen Überblick zu Airlines, die für den deutschsprachigen Markt wichtig sind. Und dazu zählen nicht nur Lufthansa und Eurowings.

Lufthansa

Die führende deutsche Fluggesellschaft, Lufthansa, hat angekündigt, in den kommenden Wochen mehr und mehr Flüge durchführen zu wollen. Bis Ende Oktober will die Lufthansa Group – dazu gehören unter anderem auch Swiss und Austrian Airlines – wieder 90 Prozent der vor der Corona-Pandemie bedienten Kurz- und Mittelstrecken wieder im Angebot haben. Auf der Langstrecke sollen circa 70 Prozent der Verbindungen des Vor-Krisen-Niveaus zur Verfügung stehen.

Bis Ende Oktober will die Lufthansa Group wieder 380 Flugzeuge einsetzen. Gelingt dieser Plan, wäre wieder die Hälfte der Flotte in der Luft – 200 Flugzeuge mehr als noch im Juni. Lufthansa selbst will im Sommer/Herbst über die Drehkreuze Frankfurt und München wöchentlich mehr als 150 Mal Ziele auf dem amerikanischen Kontinent anfliegen. Rund 90 Flüge sind wöchentlich nach Asien geplant, über 45 in den Mittleren Osten und 40 nach Afrika.

„Nach und nach öffnen sich die Grenzen wieder. Die Nachfrage steigt, kurz- und auch langfristig.“ Harry Hohmeister, Vorstand Deutsche Lufthansa

Ab Oktober will Lufthansa ab Frankfurt unter anderem wieder zu folgenden Zielen abheben: Washington, San Francisco, Orlando, Seattle, Detroit, Las Vegas, Philadelphia, Dallas, Singapur, Seoul, Cancún, Windhoek und Mauritius. Ab München steuert Lufthansa zum Beispiel Washington, Denver, Charlotte, Tokio/Haneda und Osaka wieder an.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke bietet Lufthansa insgesamt über 2.100 wöchentliche Verbindungen an. Ab Oktober stehen ab Frankfurt wieder 104, ab München rund 90 Ziele im Flugplan. Darüber hinaus werde die wöchentliche Erreichbarkeit bereits bestehender und stark nachgefragter Destinationen erhöht.

Eurowings

Eurowings ist vor allem in Europa-Verkehr stark vertreten. Und hier stehen dir inzwischen wieder viele Verbindungen ab mehreren deutschen Flughäfen zur Verfügung. Natürlich noch nicht in dem gewohnten Umfang, aber auch die Lufthansa-Billigtochter baut ihr Angebot mit neuen Zielen aus.

Nach Aufhebung der Reisewarnung steigt nach Angaben der Airline insbesondere das Interesse an Ferienzielen wie Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien sprunghaft an. Im Juli hat Eurowings nach eigenen Angaben wieder 30 bis 40 Prozent ihrer Flugkapazitäten in der Luft. Beachten solltest du aber auch, dass bei Eurowings noch immer viele Flüge einer Annullierung zum Opfer fallen.

Zunächst startet Eurowings nur in Düsseldorf, Köln/Bonn, Hamburg, Stuttgart und München. Im Sommerflugplan stehen aber auch wieder Verbindungen ab Nürnberg und Hannover. Auch der Neustart für Verbindungen nach Übersee auf der Langstrecke ist in Vorbereitung. Details stehen hier aber noch nicht fest. So oder so: Schon jetzt kannst du bei Eurowings Flüge bis in den Sommer 2021 buchen.

Austrian Airlines

Seit dem 15. Juni hebt Austrian Airlines wieder ab. Nach fast 90 Tagen Pause startete Österreichs bekannteste Airline wieder in den regulären Flugbetrieb. Los ging es zunächst mit 40 Destinationen, vor allem europäische Metropolen. Für Juli stehen mehr als 50 Ziele im AUA-Flugplan. Neu im Flugplan steht unter anderem Palma de Mallorca und auch Flüge nach Zadar stehen wieder im Programm. Nach Dubrovnik, Split, Thessaloniki und Nizza hebt Austrian nun wieder häufiger ab. Zum Einsatz kommen vorerst hauptsächlich kleinere Maschinen wie Embraer 195 und Dash 8.

„Natürlich müssen weiterhin die jeweiligen lokalen Sicherheitsbestimmungen beachtet werden, zum Beispiel was das Tragen von Masken betrifft. Ansonsten steht einem Sommerurlaub am Strand allerdings nichts im Weg.“ Andreas Otto, CCO Austrian Airlines

In Kürze hebt Austrian auch wieder auf der Langstrecke ab. Verbindungen nach Bangkok, Chicago, New York (Newark) und Washington stehen als erstes im Übersee-Flugplan der Airline. Für Urlauber fliegt Austrian unter anderem wieder Heraklion, Korfu, Rhodos und Kos an.

Swiss

Auch bei Swiss wächst das Flugangebot in den kommenden Wochen Schritt für Schritt weiter. Ab Zürich und Genf sollen bis Ende Oktober wieder 40 Prozent des ursprünglich veröffentlichten Flugprogramms zur Verfügung stehen. Das entspricht 1.400 wöchentlichen Abflügen und 85 Prozent der geplanten Destinationen weltweit.

Im Juli stehen bei Swiss ab Zürich zwölf neue Europastrecken auf dem Programm. Darunter Bilbao und Alicante in Spanien, Venedig, Cork und Oslo. Deutlich häufiger geht es ab sofort nach Berlin, Hamburg und Westerland, Lissabon und Porto, Nizza, Belgrad, Dublin und Wien. Genf bekommt vor allem eine Anbindung an mehr touristische Ziele im Süden Europas. Insgesamt stehen ab Genf im Juli 24 weitere Europastrecken zur Verfügung. Frequenzen nach Athen, Faro, Porto, Pristina und Frankfurt werden erhöht.

Zudem verkehrt Swiss jetzt auch wieder zwischen Zürich und Genf. Im Juli und August sind zwölf wöchentliche Flüge geplant, in den Monaten September und Oktober 21. Wichtig ist das vor allem für Passagiere, die in Genf leben und von Zürich aus in einen Langstrecken-Flieger umsteigen. Swiss hebt ab Juli unter anderem wieder nach Sao Paulo, Shanghai, Montreal und Tel Aviv ab. Im Juli stehen bei Swiss wieder 13 Langstreckenverbindungen im Flugplan, im Oktober sollen es 18 sein.

Brussels Airlines

Ebenfalls Teil der Lufthansa Group ist Brussels Airlines. Seit dem 15. Juni ist die für den belgischen Markt wichtige Fluggesellschaft wieder in der Luft. Bis Ende August ist vorgesehen, auf 240 wöchentlichen Flügen insgesamt 59 Ziele in 33 Ländern anzufliegen. Im September und Oktober plant die Fluggesellschaft, 45 Prozent ihres ursprünglich geplanten Flugplans zu fliegen.

Brussels Airlines Flugplan nach Corona
So stellt sich Brussels Airlines den Neustart in den kommenden Monaten vor.

Condor

Seit dem 25. Juni hebt auch Condor wieder ab. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien-Saison bedient die Ferienfluggesellschaft wieder rund 300 wöchentliche Flüge. Ab acht deutschen Flughäfen (Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Leipzig/Halle und Berlin-Schönefeld) sind Verbindungen zu 29 Urlaubszielen buchbar. Zum Beispiel auf die Kanarischen Inseln, auf die Balearen, nach Andalusien, Griechenland, Kroatien, Italien, Zypern, in die Türkei und auf die Nordseeinsel Sylt. Der Sommerplugplan 2020 umfasst rund zwei Drittel der ursprünglich geplanten Ziele.

Auch einen ersten Teil des Sommerflugplans 2021 hat Condor bereits zur Buchung freigeschaltet. Insgesamt stehen 32 Ziele im Plan – Türkei und Ägypten inklusive. Auch Sylt bleibt dem Flugplan von Condor erhalten. Der Sommerflugplan gilt vom 1. Mai 2021 bis zum 31. Oktober 2021.

Tuifly

Ebenfalls im Ferienflug-Geschäft stark vertreten ist die Fluggesellschaft Tuifly. Seit dem 17. Juni ist Tuifly wieder mit Flügen im Tourismusgeschäft aktiv. Die ersten Flugzeuge starteten ab Düsseldorf und Frankfurt an die portugiesische Algarve-Küste nach Faro.

Nach und nach kommen jetzt ab Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und Stuttgart weitere Flüge hinzu. Ab Juli sollen Tuifly-Flugzeuge auch wieder ab München, Hamburg, Köln-Bonn, Basel, Paderborn und Nürnberg zu Zielen in Spanien, Griechenland, Portugal und Zypern abheben. Und natürlich stehen bei der Tui-Tochter auch Flüge nach Mallorca im Flugplan. Insgesamt sind im Juli 1.500 Flüge geplant.

Reisen in die Türkei, nach Nordafrika und auf die Kapverdischen Inseln bereitet Tuifly nach eigenen Angaben vor. Noch kannst du mit Tuifly aber nicht in diese Ziele reisen.

Ryanair

Europas größte Billig-Fluglinie, Ryanair, will ab sofort wieder 40 Prozent des ursprünglich geplanten Flugplans abwickeln. Täglich sind rund 1.000 Flüge vorgesehen. Zum Vergleich: Während des Corona-Lockdowns war Ryanair nach eigenen Angaben auf nur 30 täglichen Flügen zwischen Irland, Großbritannien und Europa aktiv.

Ab Juli will die irische Airline auf den Hauptstrecken aber nicht wie gewohnt, sondern weniger tägliche beziehungsweise wöchentliche Frequenzen anbieten. Dies geschehe vor dem Hintergrund, auf möglichst vielen Strecken den Service wieder aufzunehmen, anstatt nur wenige Verbindungen mit hoher Frequenz zu betreiben. Wichtig auch: Flüge, die für Juli und August gebucht werden, kannst du ohne Gebühr umbuchen – maximal auf einen Flug bis zum 31. Dezember dieses Jahres.

Ab sofort kannst du über die Ryanair-Homepage wieder Flüge für Verbindungen ab dem 1. Juli buchen – ab 19,99 Euro pro Strecke. Ab Berlin Schönefeld nach Valencia, ab Düsseldorf Weeze zum Beispiel nach Porto und Palermo, ab Frankfurt Hahn unter anderem nach Ibiza und Thessaloniki. Und ab Frankfurt (Main) hebt Ryanair wieder ab. Unter anderem nach Barcelona (Girona) und Teneriffa Süd. Weitere Verbindungen sind ab Bremen, Dortmund, Hamburg, Karlsruhe / Baden-Baden, Köln, Memmingen und Nürnberg möglich.

Insgesamt bietet Ryanair nach eigenen Angaben rund 230 Verbindungen von und nach Deutschland an.

„Nach vier Monaten ist es an der Zeit, Europa wieder zum Fliegen zu bringen, damit wir Freunde und Familien wieder zusammenbringen, den Menschen die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz ermöglichen und die europäische Tourismusindustrie, die so viele Millionen Arbeitsplätze bietet, wieder hochfahren können.“ Eddie Wilson, CEO Ryanair

Laudamotion

Die zu Ryanair zählende Billig-Fluggesellschaft Laudamotion wollte im Sommer eigentlich mit 38 Maschinen vom Typ A320 ab Wien, Düsseldorf, Stuttgart und Palma de Mallorca zu vielen Zielen in ganz Europa abheben. Doch bis heute ruhte der Flugbetrieb komplett. Ab sofort hebt Laudamotion wieder ab. Allerdings wurde die Flotte auf 30 Maschinen reduziert. Zehn Flugzeuge sind am Flughafen von Wien stationiert – sechs weniger als bisher.

Vom Flughafen Wien-Schwechat heben fortan zunächst drei, ab August dann die komplette Flotte von zehn Maschinen wieder ab. Der Flugplan ab Wien umfasst über 60 Ziele in 23 Länder.

Easyjet

Auch bei Easyjet wurde der Neustart des vorübergehend komplett eingestellten Flugbetriebs bereits am 15. Juni vollzogen. Seitdem heben die auffälligen, orange-weißen Flugzeuge wieder von 21 europäischen Flughäfen ab. Dazu zählen nicht nur diverse Städte im Vereinigten Königreich (zum Beispiel London, Liverpool, Glasgow, Belfast und Birmingham), sondern unter anderem auch Paris, Lissabon, Barcelona und Genf.

Ziele in Deutschland stehen ab sofort wieder im Easyjet-Flugplan. Zum Start will der Billigflieger etwa 50 Prozent, im August bis zu drei Viertel seines ursprüngliches Flugprogramms wieder anbieten. Allerdings sei mit einer geringeren Flugfrequenz zu rechnen als vor der Corona-Krise. Innerdeutsche Verbindungen sind ab dem 1. September wieder geplant.

„Dies sind kleine und sorgfältig geplante Schritte, die wir unternehmen, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Wir werden die Situation in ganz Europa weiterhin genau beobachten, damit der Flugplan im Laufe der Zeit weiter ausgebaut wird.“ Johan Lundgren, CEO easyJet

Wizz Air

Wizz Air, unter anderem für erschwingliche Billigflüge in den Osten Europas verantwortlich, hat unterdessen verkündet, die Flüge in viele Länder in Osteuropa wieder aufzunehmen. Neue Verbindungen sind unter anderem ab Hamburg, Köln/Bonn und Friedrichshafen nach Belgrad möglich. Kiew in der Ukraine steht ab Berlin Schönefeld, Köln/Bonn, Dortmund, Hamburg, Hannover, Leipzig, Memmingen, Bremen und Nürnberg im Flugplan der Airline. Nach Bukarest geht es ab Hamburg, Karlsruhe und Memmingen. Ab dem 29. Oktober kannst du zudem ab Memmingen auch zur neuen Wizz Air Basis in Bacau (Rumänien) abheben.

British Airways, Air France & KLM

Für viele Transit-Passagiere sind in der Luftfahrt ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz auch British Airways, Air France und KLM wichtig. Denn von den Drehkreuzen London, Paris und Amsterdam sind unzählige Interkontinentalverbindungen möglich. Air France bietet unter anderem wieder Flüge von Paris (CDG) nach Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Hamburg, Hannover, München, Wien und Zürich an. Auch bei KLM und British Airways sind Verbindungen zu wichtigen europäischen Metropolen schon jetzt buchbar.

Luftfahrt in die Türkei nicht mehr unterbrochen

Wenn du in die Türkei reisen willst: Auch das ist inzwischen wieder möglich. Die türkische Regierung hat alle Einreisebeschränkungen für alle Nationalitäten in die Türkei aufgehoben. In der Türkei ankommende Passagiere werden einem Gesundheitscheck unterzogen und bei Anzeichen einer Krankheit ausführlicher getestet. Passagiere, die positiv getestet wurden, werden nicht in die Heimat zurückgeschickt, sondern in der Türkei medizinisch behandelt. Auch Quarantänemaßnahmen sind vor Ort möglich.

Flüge in die Türkei kannst du unter anderem bei Sun Express und bei Turkish Airlines buchen. Dabei solltest du aber wissen: Seitens der deutschen Bundesregierung gilt für die Türkei aktuell noch immer eine Reisewarnung.

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Bildquellen

  • Brussels Airlines Flugplan nach Corona: Brussels Airlines
  • KLM Boeing 787: KLM
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