/News/Deutschlandticket/Preiserhöhung beim Deutschlandticket: Für wen sich das Ticket in deiner Region noch lohnt

Preiserhöhung beim Deutschlandticket: Für wen sich das Ticket in deiner Region noch lohnt

13 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
Das Deutschlandticket kostet ab 1. Januar 2027 66,80 Euro im Monat. 3,80 Euro mehr als bisher, aber 17,80 Euro mehr als beim Start mit 49 Euro. Lohnt sich das einstige Schnäppchen noch? Wir haben für dich nachgerechnet.
Eine Frau hält ein Handy mit dem Deutschlandticket
Lohnt sich das Deutschlandticket noch?Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont

Wer jeden Tag mit Bus und Bahn zur Arbeit pendelt, kann sich die Rechnerei sparen, ob sich das Deutschlandticket lohnt – möchte man meinen. Doch dem ist nicht so. Selbst, wer jeden Tag den ÖPNV nutzt, fährt nicht immer günstiger, wenn er das Deutschlandticket nutzt. Noch spannender wird es für alle anderen. Für Teilzeitpendler mit zwei Bürotagen. Für Wochenendfahrer. Und für Familien. Denn die Verkehrsverbünde haben ihre eigenen Tarife. Und die sind teils überraschend günstig. Günstiger als das Deutschlandticket.

Gestartet ist das Deutschlandticket im Mai 2023 mit 49 Euro. Seitdem ist es um mehr als ein Drittel teurer geworden. Wir haben deshalb für die Ballungszentren Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart durchgerechnet, ob das Deutschlandticket wirklich noch ein Schnäppchen ist. Das überraschende Ergebnis: Bei nur zwei Bürotagen pro Woche ist das Deutschlandticket in Berlin, Köln, Frankfurt und Stuttgart zu teuer. In München gibt es ein lokales Abo, das billiger ist. Und in Stuttgart ein Ticket, das das Deutschlandticket für Teilzeitpendler klar schlägt.

So haben wir gerechnet

Wir vergleichen das Deutschlandticket mit dem Normalpreis für Erwachsene im jeweiligen Stadtgebiet. Also Berlin AB, München Zone M, Hamburg AB, Köln Preisstufe 1b, Frankfurt Stadttarif und Stuttgart eine Zone. Für Berlin und München haben wir zusätzlich Pendler aus dem Umland durchgerechnet. Grundlage sind die Preise ab 1. Januar 2027, soweit die Verbünde sie veröffentlicht haben.

Dabei nehmen wir immer die günstigste reguläre Option. Gibt es das Ticket in der App billiger, rechnen wir mit dem App-Preis. Ist eine Mehrfahrtenkarte günstiger als das Einzelticket, nehmen wir die. Alles andere würde die lokalen Tarife künstlich teuer aussehen lassen. Ein Monat hat bei uns 4,33 Wochen. Zwei Bürotage pro Woche sind damit gerundet neun Tage oder 18 Fahrten.

Drei Einschränkungen vorab. Der Hamburger Tarif für 2027 ist beantragt, aber noch nicht endgültig genehmigt. Der RMV in Frankfurt erhöht zum Jahreswechsel nicht, plant aber für den Sommer 2027 eine große Tarifreform. Und der VVS in Stuttgart passt seine Preise traditionell im September an, nicht im Januar.

Natürlich ist am Ende jedes Nutzungsverhalten individuell. Mit Profilen ist es jedoch möglich, eine grundlegende Vergleichbarkeit zu schaffen.

Der Hybrid-Arbeiter: Zwei Bürotage pro Woche

Morgens hin, abends zurück. Zweimal pro Woche. Das ist der Alltag vieler Menschen mit Homeoffice. Und genau hier kippt die Rechnung, je nachdem, wo du wohnst.

StadtGünstigste OptionKosten im MonatDeutschlandticket ist
Berlin AB4-Fahrten-Karte (3,30 € pro Fahrt)59,40 €7,40 € teurer
München Zone MStreifenkarte in der App (3,90 € pro Fahrt)70,20 €3,40 € günstiger
Hamburg ABEinzelticket (4,10 €)73,80 €7,00 € günstiger
Kölneezy.nrw, 5 km Luftlinie (3,01 € pro Fahrt)54,18 €12,62 € teurer
FrankfurtEinzelfahrt (3,80 €)68,40 €1,60 € günstiger
Frankfurt mit SparPassEinzelfahrt (2,85 €) plus Pass (11,90 €)63,20 €3,60 € teurer
Stuttgart10er-TagesTicket (5,55 € pro Tag)49,95 €16,85 € teurer

In Berlin bleibt der Einzelfahrschein AB 2027 bei 4 Euro. Die 4-Fahrten-Karte steigt auf 13,20 Euro, pro Fahrt sind das 3,30 Euro. Damit kommst du mit zwei Bürotagen günstiger weg als mit dem Deutschlandticket. Erst ab 21 Fahrten im Monat dreht sich das.

In München kostet die Einzelfahrt in der Zone M weiterhin 4,20 Euro. Die Streifenkarte steigt am Automaten auf 21 Euro, in den Apps kostet sie 19,50 Euro. Für die Zone M brauchst du zwei Streifen, also 3,90 Euro pro Fahrt. Das Deutschlandticket liegt damit knapp vorn.

Hamburg lässt Einzel- und Tageskarte für den Bereich AB 2027 im Preis unverändert. Doch der bisherige Online-Rabatt von sieben Prozent fällt weg. Wer bisher per App gekauft hat, zahlt also faktisch mehr.

In Frankfurt ist es ein Rechenspiel mit Kleingedrucktem. Ohne Rabatt spart das Deutschlandticket 1,60 Euro. Mit dem RMV-SparPass für 11,90 Euro gibt es 30 Tage lang 25 Prozent auf Einzelfahrten. Dann kostet eine Fahrt 2,85 Euro, macht mit Pass 63,20 Euro im Monat. Das Deutschlandticket ist so 3,60 Euro teurer.

Köln und Stuttgart sind Sonderfälle. Dazu weiter unten mehr.

Die Tageskarte verschiebt alles

Nach dem Büro noch ins Kino. Oder zum Sport. Oder auf ein Bier. Dann fährst du an diesem Tag dreimal statt zweimal. Und plötzlich lohnt sich in den meisten Städten die Tageskarte, weil sie weniger kostet als drei Einzelfahrten.

StadtGünstigste Option pro TagKosten im MonatDeutschlandticket ist
Berlin ABdrei Fahrten mit 4-Fahrten-Karte (9,90 €)89,10 €22,30 € günstiger
München Zone MTageskarte (10,80 €)97,20 €30,40 € günstiger
Hamburg ABTageskarte (8,20 €)73,80 €7,00 € günstiger
Köln24hTicket (9,60 €)86,40 €19,60 € günstiger
FrankfurtTageskarte (7,75 €)69,75 €2,95 € günstiger
Frankfurt mit SparPassTageskarte (5,80 €) plus Pass (11,90 €)64,10 €2,70 € teurer
Stuttgart10er-TagesTicket (5,55 €)49,95 €16,85 € teurer

Mit Feierabendtermin liegt das Deutschlandticket also in fünf von sechs Städten vorn. In Hamburg ändert sich nichts, weil die Tageskarte dort genau zwei Einzelfahrten kostet. Die dritte Fahrt ist praktisch gratis. In Köln gilt die Rechnung nur ohne eezy.nrw. In Stuttgart ändert sich auch nichts, weil das 10er-TagesTicket ohnehin den ganzen Tag gilt.

Eine Anmerkung zu Frankfurt: Wer scharf rechnet, kann sich den RMV-SparPass kaufen. Er kostet 11,90 Euro und bringt 25 Prozent Rabatt auf Einzelfahrkarten und Tageskarten. Letztere kosten dabei 5,80 Euro, unser Beispiel somit „nur“ 64,10 Euro.

Vollzeitpendler: Fast immer das Deutschlandticket. Fast.

Fünf Tage pro Woche, rund 21 Arbeitstage im Monat. Hier tritt das Deutschlandticket nicht gegen Einzelfahrten an, sondern gegen die Monatskarten der Verbünde.

StadtMonatskarte 2027Deutschlandticket spart
Berlin AB117,20 €50,40 €
München Zone M74,80 €8,00 €
Hamburg (Gesamtnetz)86,80 €20,00 €
Köln100,00 €33,20 €
Frankfurt115,70 €48,90 €
Stuttgart99,00 €32,20 €

Die Abos der jeweiligen Verbünde sind günstiger als einzelne Monatskarten, binden dich aber meist für ein Jahr. In Berlin kostet die Umweltkarte AB im Abo 84,30 Euro im Monat. Das Deutschlandticket ist 17,50 Euro billiger. In Frankfurt kostet die Jahreskarte im Abo 93,15 Euro im Monat, das Deutschlandticket spart 26,35 Euro.

Und München? Dort ist das Abo für die Zone M günstiger als das Deutschlandticket. Es steigt 2027 von 59,50 auf 62,30 Euro im Monat. Das sind 4,50 Euro weniger als für das Deutschlandticket. Der Haken: Das MVV-Abo läuft drei Monate, das Deutschlandticket ist monatlich kündbar. Und es gilt nur in München, nicht bundesweit. Dafür gibt es das MVV-Abo zum selben Preis auch übertragbar. Das Deutschlandticket nicht. Wer nie aus der Stadt herauskommt, fährt mit dem MVV-Abo billiger.

In Hamburg gibt es keine klassische Monatskarte für den Bereich AB mehr. Die Gesamtnetz-Monatskarte soll laut HVV weiterhin 20 Euro mehr kosten als das Deutschlandticket. Das Deutschlandticket ist dort faktisch das Standard-Abo.

Wochenendfahrer: Die Stärke liegt außerhalb der Stadt

Unter der Woche fährst du Rad oder arbeitest zu Hause. Am Wochenende bist du unterwegs. Samstag und Sonntag, jeweils mit Tageskarte. Das sind rund neun Tage im Monat.

StadtNeun TageskartenDeutschlandticket ist
Berlin AB (24-Stunden-Karte 11,50 €)103,50 €36,70 € günstiger
München Zone M (10,80 €)97,20 €30,40 € günstiger
Köln (9,60 €)86,40 €19,60 € günstiger
Hamburg AB (8,20 €)73,80 €7,00 € günstiger
Frankfurt (7,75 €)69,75 €2,95 € günstiger
Frankfurt mit SparPass (5,80 € plus 11,90 € Pass)64,10 €2,70 € teurer
Stuttgart (10er-TagesTicket, 5,55 €)49,95 €16,85 € teurer

Das eigentliche Argument für das Deutschlandticket steht aber nicht in dieser Tabelle. Es sind die Ausflüge über den Verbund hinaus. Mit dem Regionalexpress an die Ostsee. An den Bodensee. In die Alpen. Mit dem Deutschlandticket kostet das nichts extra. Zum Vergleich: Allein die Tageskarte für das gesamte VBB-Gebiet in Berlin und Brandenburg kostet 2027 29,60 Euro. Und damit kommst du nur in den Spreewald, an die Oder oder in die Uckermark. Zwei solcher Ausflüge im Monat, und das Deutschlandticket hat sich fast schon bezahlt gemacht.

Fährst du am Wochenende allerdings mit Partner oder Kindern, sieht die Rechnung anders aus. Dazu gleich mehr.

Pendler aus dem Umland: Hier ist die Rechnung schnell gemacht

Wer aus Potsdam nach Berlin fährt oder aus Starnberg nach München, zahlt für jede Fahrt deutlich mehr. Und je länger die Strecke, desto früher lohnt sich das Deutschlandticket. Für Potsdam gilt der Berliner Tarif ABC. Dachau liegt im MVV in Zone 1, Starnberg in Zone 2, Freising in Zone 4. Für die Fahrt in die Münchner Innenstadt brauchst du also die Tarife M-1, M-2 oder M-4.

StreckeZwei BürotageDeutschlandticket spartAbo des VerbundsDeutschlandticket spart
Potsdam nach Berlin (ABC)79,20 €12,40 €107,10 €40,30 €
Dachau nach München (M-1)105,30 €38,50 €100,30 €33,50 €
Starnberg nach München (M-2)124,20 €57,40 €124,30 €57,50 €
Freising nach München (M-4)149,40 €82,60 €182,70 €115,90 €

Für Potsdam haben wir mit der 4-Fahrten-Karte ABC gerechnet. Sie kostet 2027 17,60 Euro, also 4,40 Euro pro Fahrt. Der Einzelfahrschein ABC kostet 5,20 Euro. Für Dachau gilt die Streifenkarte in der App, drei Streifen kosten 5,85 Euro.

Ab Starnberg wird es kurios. Zwei Einzelfahrten sind dort schon teurer als die Tageskarte. Wer von Starnberg aus nur hin und zurück fährt, kauft also besser eine Tageskarte für 13,80 Euro. Aus Freising kostet sie 16,60 Euro. Das Deutschlandticket schlägt beides trotzdem deutlich. Aus Freising lohnt es sich schon ab fünf Fahrtagen im Monat.

Auch die Monatskarten sind im Umland teuer. In Berlin kostet die Umweltkarte ABC 2027 136,90 Euro. In München kostet die Monatskarte für M-2 149,20 Euro, für M-4 219,30 Euro. Wer aus dem Umland pendelt, braucht also nicht lange zu rechnen.

Stuttgart: Das 10er-TagesTicket schlägt das Deutschlandticket

In Stuttgart gibt es ein Ticket, das für Teilzeitpendler fast zu gut ist, um wahr zu sein. Das 10er-TagesTicket. Zehn Tagestickets für eine Zone kosten 55,50 Euro. Ganz Stuttgart ist eine Zone. Pro Tag zahlst du also 5,55 Euro, egal wie oft du fährst.

Der Clou: Die zehn Tage müssen nicht in einem Monat liegen. Der VVS schreibt, dass du ab dem Kauf ein ganzes Jahr Zeit hast, die Abschnitte zu nutzen. Jeder Abschnitt gilt bis 7 Uhr am Folgetag. Bei zwei Bürotagen und neun Fahrtagen im Monat entfallen rechnerisch 49,95 Euro auf den Monat. Das Deutschlandticket ist 16,85 Euro teurer. Erst ab 13 Fahrtagen im Monat lohnt es sich. Das sind drei Bürotage pro Woche.

Aufs Jahr gerechnet wird der Unterschied deutlich. Zwei Bürotage, 52 Wochen, das sind 104 Fahrtage. Mit 10er-TagesTickets zahlst du dafür 577,20 Euro. Zwölf Monate Deutschlandticket kosten 801,60 Euro. Macht 224,40 Euro Unterschied. Wer im Urlaub das Deutschlandticket kündigt, verringert den Abstand. Umdrehen kann er ihn nicht.

Ein paar Haken gibt es trotzdem. Die 55,50 Euro zahlst du komplett im Voraus. Das Ticket gibt es nur als HandyTicket in den Apps VVS Mobil, SSB Move und DB Navigator. Es ist nicht übertragbar. Und aufgepasst: Der Kauftag ist automatisch der erste Geltungstag. Kaufst du das Paket an einem Tag, an dem du gar nicht fährst, ist ein Abschnitt verschenkt.

Auch Umlandpendler profitieren. Du legst dich beim Kauf nur auf die Zahl der Zonen fest, nicht auf bestimmte Zonen. Das Paket für zwei Zonen kostet 68,50 Euro, also 6,85 Euro pro Tag.

Der VVS wirbt damit, das 10er-TagesTicket sei über 20 Prozent günstiger als das TagesTicket. Für eine Zone stimmt das nur im Vergleich zum Automaten. Dort kostet das TagesTicket 7,40 Euro. In der App kostet es 6,90 Euro, die Ersparnis liegt dann bei 19,6 Prozent.

Köln: Mit eezy.nrw zahlst du nie zu viel

In Köln gilt seit dem 1. Juni 2026 der neue Rheinlandtarif, der die Tarife von VRS und AVV zusammenfasst. Das Einzelticket kostet 4,00 Euro, das 24hTicket 9,60 Euro, das Monatsticket 100 Euro. Eine Preiserhöhung zum Januar 2027 ist bisher nicht bekannt.

Spannender ist eezy.nrw. Das ist ein Check-in-Tarif in der App: Du meldest dich beim Einsteigen an und beim Aussteigen ab, abgerechnet wird nach Luftlinie. Eine Fahrt kostet 1,66 Euro Grundpreis plus 27 Cent pro Kilometer. Sie kostet aber nie mehr als ein Einzelticket. Fünf Kilometer Luftlinie kosten so 3,01 Euro. Bei acht Kilometern sind es 3,82 Euro.

Das Entscheidende: Im Monat zahlst du mit eezy.nrw nie mehr als für ein Deutschlandticket. Die Obergrenze richtet sich nach dessen jeweiligem Preis, steigt also auf 66,80 Euro. Für Fahrten innerhalb von NRW kann sich das Deutschlandticket damit finanziell nie lohnen. Bestenfalls kostet es dasselbe. Was es dir bietet, ist die bundesweite Gültigkeit und den Verzicht aufs Ein- und Auschecken.

Monatskarte vs. Deutschlandticket: Partner, Kinder, Hund

Das Deutschlandticket hat einen Nachteil: Es ist nicht übertragbar. Mitnehmen darfst du niemanden. Keinen Partner, keine Kinder ab sechs Jahren. In Berlin und Brandenburg und im VVS immerhin einen Hund. Kinder unter sechs Jahren fahren ohnehin überall kostenlos.

Viele Zeitkarten der Verbünde sind da großzügiger.

  • Berlin: Die Umweltkarte ist übertragbar. Du kannst sie dir mit deinem Partner teilen. Montags und freitags fährt der Partner ins Büro, dienstags und donnerstags du. Und werktags ab 20 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztägig nimmst du einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder bis 14 Jahre mit.
  • München: Das Abo gibt es auch übertragbar. Mit der Monatskarte und dem Abo fahren bis zu drei Kinder von 6 bis 14 Jahren mit, eigene Kinder und Enkel sogar unbegrenzt. Werktags gilt das außerhalb der Zeit zwischen 6 und 9 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ganztägig.
  • Köln: Mit dem Monatsticket nimmst du werktags ab 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztägig eine Person und bis zu drei Kinder mit.
  • Frankfurt: Mit der Monatskarte fahren täglich ab 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ein Erwachsener und beliebig viele Kinder unter 15 Jahren kostenlos mit.
  • Stuttgart: Beim 10er-TagesTicket dürfen seit 1. September 2026 bis zu drei Kinder von 6 bis 14 Jahren kostenlos mitfahren. Es müssen nicht deine eigenen sein.

Was das bedeutet, zeigt ein Paar in Berlin. Sie pendelt täglich, er fährt nur am Wochenende mit. Zwei Deutschlandtickets kosten 133,60 Euro im Monat. Ein Umweltkarten-Abo AB kostet 84,30 Euro und deckt beide ab. Das sind fast 50 Euro Unterschied im Monat.

In zwei Verbünden lässt sich das Deutschlandticket nachrüsten. In Stuttgart macht das TicketPlus für 12 Euro im Monat dein Deutschlandticket innerhalb des VVS übertragbar, wenn es als Chipkarte vorliegt. Außerdem darfst du werktags ab 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder mitnehmen, eigene Kinder sogar alle, jeweils bis 17 Jahre. In Hamburg gibt es eine Zusatzkarte, mit der am Wochenende und an Feiertagen eine Person und bis zu drei Kinder im gesamten HVV mitfahren. Sie kostete zuletzt 16 Euro im Monat.

Ab wann lohnt sich das Deutschlandticket? Die Übersicht

Die Tabelle zeigt, ab wie vielen Fahrten oder Fahrtagen im Monat das Deutschlandticket günstiger ist als die beste lokale Alternative.

Stadtlohnt ab … Fahrtenlohnt ab … Tagen mit Tageskarte
Berlin AB216
Berlin ABC (Potsdam)166
München Zone M187
München M-1 (Dachau)126
München M-2 (Starnberg)95
München M-4 (Freising)65
Hamburg AB179
Kölnmit eezy.nrw nie, sonst 177
Frankfurt18, mit SparPass 209, mit SparPass 10
Stuttgart2013 (10er-TagesTicket)

Die Faustregel: Wer im Stadtgebiet an drei oder mehr Tagen pro Woche hin- und zurückfährt, ist mit dem Deutschlandticket fast immer gut bedient. Bei zwei Tagen solltest du nachrechnen. Und wer aus dem Umland kommt, braucht schon bei wenigen Fahrten nicht mehr zu überlegen.

Am Automaten, mit Jobticket, als Student: Was wir nicht gerechnet haben

Kaufst du deine Tickets am Automaten, zahlst du in manchen Städten mehr. In Berlin, Hamburg und Frankfurt macht das 2027 keinen Unterschied. In München kostet eine Fahrt mit der Papier-Streifenkarte in der Zone M 4,20 Euro statt 3,90 Euro. Damit lohnt sich das Deutschlandticket schon ab 16 statt ab 18 Fahrten. In Stuttgart kostet das Einzelticket am Automaten 3,70 Euro statt 3,45 Euro, das TagesTicket 7,40 Euro statt 6,90 Euro. Und das 10er-TagesTicket gibt es dort gar nicht. In Köln entfällt am Automaten der eezy-Deckel, du zahlst den vollen Preis für das Einzelticket. Wer am Automaten kauft, für den lohnt sich das Deutschlandticket also früher.

Bewusst außen vor gelassen haben wir Ermäßigungen. Als Jobticket kostet das Deutschlandticket 2027 63,46 Euro, davon muss dein Arbeitgeber mindestens ein Viertel des regulären Preises übernehmen. Das Deutschlandsemesterticket kostet 40,08 Euro. Dazu kommen Sozialtickets und Seniorentickets der Länder und Verbünde. Ein Beispiel: Das Seniorenticket Hessen für Menschen ab 65 Jahren kostet 405,60 Euro im Jahr, also 33,80 Euro im Monat. In all diesen Fällen musst du anders rechnen.

Und ein Blick nach vorn: Zum 1. Januar 2028 soll der Preis des Deutschlandtickets über einen Kostenindex erneut steigen. Über die Höhe entscheiden die Verkehrsminister von Bund und Ländern voraussichtlich im Herbst 2027.

Fazit: Lohnt sich das Deutschlandticket noch?

Für die meisten: ja. Wer täglich pendelt, aus dem Umland kommt oder am Wochenende raus aufs Land fährt, bekommt mit dem Deutschlandticket auch für 66,80 Euro mehr, als er bezahlt. Daran ändern 3,80 Euro Aufschlag nichts.

Doch die Zeiten, in denen das Ticket für jeden ein Selbstläufer war, sind vorbei. Mit jeder Preisrunde rückt die Schwelle näher an den Alltag vieler Teilzeitpendler heran. Zwei Bürotage pro Woche reichen in Berlin, Köln, Frankfurt und Stuttgart nicht mehr. In München ist das lokale Abo für Innenstadtpendler günstiger. Und wer mit Partner oder Kindern unterwegs ist, fährt mit einer übertragbaren Monatskarte oft besser.

Muss das Deutschlandticket deshalb sein? Nicht unbedingt. Es ist monatlich kündbar. Nachrechnen kostet dich fünf Minuten. Und wenn es sich nicht mehr lohnt: Kündigen.

So arbeiten wir
Unsere Redaktion recherchiert und bewertet unabhängig — nach festen journalistischen und fachlichen Kriterien. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Keine Kommentare

[-AMP Version-]