Wenn zum 1. Januar 2027 der Preis für das Deutschlandticket von aktuell 63 Euro auf dann 66,80 Euro steigt, sind möglicherweise nicht mehr alle heutigen Nutzer an Bord. Das liegt einerseits sicherlich daran, dass einige Kunden das Ticket kündigen werden. Aber auch daran, dass die Bahn dir möglicherweise kündigt. Genau das kündigt sie jetzt selbst an.
Deutschlandticket: Kündigung, wenn du nicht reagierst
Betroffen davon bist du, wenn du dein Deutschlandticket bei der Deutschen Bahn oder der S-Bahn Berlin abgeschlossen hast. „Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie Ihr Deutschland-Ticket zum neuen Preis von 66,80 Euro/Monat behalten oder kündigen möchten“, heißt es auf der Webseite der Deutschen Bahn. Deine Rückmeldung braucht sie bis zum 30. November 2026. Zustimmen kannst du im Aboportal oder über den DB Navigator. Reagierst du nicht, endet dein Abo zum 31. Dezember 2026. Ab Neujahr ist das Ticket dann ungültig.
Auch die S-Bahn Berlin, eine Tochter der Deutschen Bahn, fordert ihre Kunden mit Deutschlandticket auf, der Preisanpassung aktiv zuzustimmen. Sie informiert die Betroffenen persönlich per E-Mail oder Brief. Und sie wird deutlich: „Wir benötigen Ihre Zustimmung bis zum 30. November, andernfalls wird Ihr Abo automatisch mit dem 31. Dezember beendet.“ Die Rückmeldung läuft hier über das Portal Abo-Online.
Nichts tun musst du, wenn du dein Ticket erst kürzlich abgeschlossen hast. Bei der Bahn gilt das für Bestellungen ab dem 15. Oktober 2026, bei der S-Bahn Berlin für Verträge nach dem 6. Oktober 2026. Dann wurdest du bereits bei der Bestellung über den neuen Preis informiert.
Überraschend ist dieses Vorgehen inzwischen nicht mehr. Die Bahn geht diesen Weg bereits zum dritten Mal. Dabei war es bei Abo-Tickets vor dem Deutschlandticket üblich, dass eine Preiserhöhung automatisch galt, sofern man nicht kündigte. Die Bahn begründet ihr Vorgehen mit Verbraucherschutz. Dass das einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich bringt und sicherlich auch Kunden kostet, nimmt sie offenbar in Kauf. Allerdings dürfte es das letzte Mal sein: Mit deiner Zustimmung akzeptierst du bei der Bahn auch neue „ergänzende Tarifbedingungen“. Die sorgen laut Bahn dafür, dass du künftigen Preisänderungen nicht mehr zustimmen musst.
Unterschiedliches Vorgehen bei anderen Unternehmen
Den von der Bahn eingeschlagenen Weg beschreiten nicht alle Verkehrsunternehmen und Verbünde. Die Münchner MVG etwa schreibt ausdrücklich, dass bei der Preisanpassung keine aktive Zustimmung nötig ist. Die Berliner BVG, die die U-Bahn, den Bus und die Tram in der Hauptstadt betreibt, verlangte bei den vergangenen Preiserhöhungen ebenfalls keine Bestätigung. Für 2027 findet sich auf ihrer Webseite bislang allerdings noch kein aktueller Hinweis. Im Zweifel solltest du einmal Rücksprache mit deinem Vertragspartner halten.
Übrigens: Nutzt du ein Jobticket, steigt dessen Preis auf 63,46 Euro, deine Zuzahlung dürfte sich also ändern. Bei der S-Bahn Berlin musst du auch beim Jobticket zustimmen, es sei denn, dein Arbeitgeber übernimmt den kompletten Abopreis. Und solltest du die Frist verstreichen lassen, ist noch nicht alles verloren: Bei der Bahn kannst du dein Abo bis zum 31. Dezember im Aboportal oder im DB Navigator reaktivieren. Danach bleibt dir nur, das Deutschlandticket neu abzuschließen.
