Corona-Warn-App: So unwahrscheinlich ist die Begegnung von 2 Handys

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Die Corona-Warn-App sollte ein wichtiger Bestandteil zur Eindämmung des Covid-19-Virus sein. Doch die Wahrheit scheint anders auszusehen. Tatsächlich ist die App offenbar nur ein kleines Puzzle-Steinchen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Handys mit der App treffen ist gering.
Corona Warn App
Corona Warn AppBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Wie die Kollegen von Golem.de berichten, sei die Corona-Warn-App zwar inzwischen mehr als 17,5 Millionen Mal in den App-Stores von Google und Apple heruntergeladen worden. Doch auf den Servern, die die anonymisierten Codes der Infizierten bereitstellen, macht die Telekom nur 14 Millionen Abrufe pro Tag aus.

Da die Abrufe etwa ein Mal am Tag erfolgen sollen, „fehlen“ 3,5 Millionen App-Nutzer, die sich die App einst heruntergeladen haben. Warum sie die App nicht nutzen, kann nur vermutet werden. Möglicherweiser haben sie die App wieder deinstalliert. Oder die Hintergrund-Nutzung funktioniert nicht richtig. Möglich auch, dass die Nutzer inzwischen ihr Handy gewechselt und die App erneut installiert haben. Das zählt als zwei Downloads. Etwa 50.000 neue Downloads werden derzeit täglich registriert.

Begegnung-Wahrscheinlichkeit bei nur drei Prozent

Gleichzeitig, so berichtet Golem, heißen 14 Millionen Serverabrufe täglich aber auch nicht, dass die App auf 14 Millionen Geräten gemäß der Bestimmung genutzt wird. So findet der Download beispielsweise auch statt, wenn Bluetooth am Handy ausgeschaltet ist. Ohne Bluetooth ist ein Tracing jedoch nicht möglich, die Installation auf dem Handy wertlos.

Bei Golem hat man außerdem den Statistik-Rechner angeworfen. Die Kollegen haben ausgerechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass du in „freier Wildbahn“ einem anderen Handy begegnest, das ebenfalls die Corona-Warn-App installiert hat. Demnach entspricht die Zahl von 14 Millionen aktiven App-Nutzern einem Anteil von 17 Prozent in der Bevölkerung.

„Damit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Begegnung von zwei Personen beide die funktionierende Corona-App installiert haben, weiterhin nur bei unter drei Prozent“, konzertiert das Magazin. Berücksichtigt man nur die Erwachsen in der Bevölkerung, steige die Wahrscheinlichkeit auf vier Prozent. Diese Zahlen ergeben sich durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Nur wenig Neu-Infizierte in der App pro Tag

Nach Berechnungen des NDR ist übrigens auch die Zahl derer, die sich als infiziert in der App registrieren, vergleichsweise gering. Während das RKI derzeit etwa 1.500 Neu-Infizierte pro Tag von den Gesundheitsämtern registriert, ist die Zahl der Infizierten in der App deutlich geringer. Diese Hinterlegung muss der Infizierte selbst vornehmen, der Vorgang ist freiwillig. 75 bis 95 neue anonyme IDs seien es derzeit täglich, heißt es vom NDR.

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26 KOMMENTARE

  1. HaHa, soviele Millionen Euro für die Katz!
    2 Smartphone (3%) treffen sich am Tag…
    Das ist der Grund warum ich diesen Müll erst garnicht installiert habe/werde.

    • @Heinz Thien und das ist der Grund warum diese Zahl nicht steigen wird. Wenn alle Menschen so denken, dann kann es ja zwangsläufig nicht „besser“ werden. Aber darf jeder selber entscheiden 🙂

    • Klassischer Fall von Henne // Ei.
      Oder in deinem Fall: Kopf => Tisch
      Aber bei den ganzen Corona-Leugnern, die alles besser wissen, wundert mich eh nichts mehr. Mein Lieblingszitat aus Berlin gestern: „Wir sind hier um gegen Corona zu demonstrieren.“ Jo!

      Falls bei dir noch 2-3 Gehirnzellen Zeit haben: Überleg mal, WARUM es nur 2 bis 3 Prozent Begegnungswahrscheinlichkeit gibt, wenn so viele „Blitzbirnen“ die App nicht installieren

    • Falls du eine(n) Partner(in), Kind(er) oder Eltern hast oder vielleicht einfach nur selbst selbst ein Mensch bist: wieviele Millionen wäre dir deren oder dein Leben wert? Kannst du dir nicht leisten? Stimmt vermutlich. Wir alle zusammen können es aber. Und diese zig Millionen sind es wert, wenn diese App auch nur einem einzigen das Leben rettet. Einfach, weil man es kann. Und bei 3% App-Begegnungen und knapp 100 neu registrierten infizierten pro Tag sieht man schnell, dass hier und da tatsächlich jemand von dieser App gewarnt wird. Diese App muss keine 80 Mio Menschen retten, um erfolgreich zu sein. Dafür reicht schon ein Mensch. Jeden einzelnen von uns hat die App übrigens deutlich weniger als einen Euro gekostet. Ähnlich viel wie eine Maske. I möchte eigentlich ungern mit Menschen zu tun haben, die für weniger als einen Euro Ersparnis bereit sind, den vermeidbaren Tod von anderen Menschen zu riskieren. Denen offensichtlich selbst ihre engsten Angehörigen diesen einen Euro nicht wert sind, denn das sind die Menschen, die man mit der App am meisten schützt. Wenn man selbst vor einer möglichen Infektion gewarnt wird, ist es für einen selbst ja schon zu spät, dies zu vermeiden. Man kann dann nur noch rechtzeitig verhindern, andere anzustecken. Und das größte Risiko haben da natürlich die Menschen, mit denen man den meisten Kontakt hat.

  2. Ich habe die App von Anfang an installiert. So auch mein Mann und mein Sohn. Die App scheint ganz gut zu sein. Ist blöd blöd, dass sich alle positiv getesteten freiwillig dort eintragen können. Warum kann man das nicht von den Stellen verlangen, dass alle positiv getesteten automatisch integriert werden. Ist anonym und würde weitaus mehr helfen.

    • Nach unserem in Deutschland derzeitigen Datenschutz Gesetzen DARF der Betreiber nicht wissen, wer sich die App installiert hat! Technisch wäre eine Verknüpfung der Datenbanken jederzeit möglich. Außerdem wäre eine zwangsweise Eintragung, von staatlicher Seite verordnet, schon wieder eine Form von Diskriminierung der Infizierten (besser positiv Getesten)….

  3. @Heinz Leute wie du sind dafür verantwortlich dass es wenige Prozent sind. Aber es sind nicht 17%.
    Erstens sind viele Einwohner Deutschlands zu jung für ein Telefon. Sagen wir Kinder unter 7 haben kein Smartphone, denn ich „begegne“ selten 6 Jährigen oder jüngeren. So sind es nicht 17 sondern eher 20%
    Zweitens: 3% (bzw 4) dass sich statistisch zwei begegnen, mag stimmen. Ist aber nicht real.
    Entweder ich habe die App und ich begegne jemand anderem der die App hat (20%) oder ich habe sie nicht, dann sinds 0%, egal wem ich begegne.

    plus: sich die App nicht zu laden, weil zuwenige sie haben ist wie Müll auf die Straße werfen weil es alle anderen tun. So kann man drüber lachen, dass alles dreckig ist, ist aber selbst Teil des Problems. Am Ende beißt man sich selbst in den Aller(un)wertesten.

  4. Der Autor macht gleich mehrere Denkfehler, die jeder selbst leicht überprüfen kann. RaMBLE installieren, auf die Service UUID fd6f einstellen und selbst nach Corona Tracker App suchen. Meine Erfahrung ist, das ca. 80% der Menschen in meiner Umgebung (Bus, Öffentlicher Raum, Veranstaltung usw…) die Tracking App laufen haben. Der Widerspruch könnte daher kommen, das die Nutzung der App in bestimmten Gruppen ganz unterschiedlich ist. Der Denkfehler des Autor besteht darin, das die Nutzer der App nicht gleichmäßig über den öffentlichen Raum verteilt sind, sondern Cluster bilden, die sich dann wieder gegenseitig schützen. In den anderen Clustern bewege ich mich seltener, wenn dann mit großem Abstand und erhöhter Vorsicht.
    Mal selbst bei der nächsten Fahrt im ÖPNV ausprobieren und sich ein eigenes Bild machen.

  5. Also ich hatte schon zwei Begegnungen, laut der App…
    Und ein Bekannter, als er aus dem Urlaub zurückkehrte, ebenfalls drei.

    Ich mag gar nicht an die Dunkel Ziffer derer denken, denen ich begegnet war ohne es zu wissen.

  6. Dann sollte ich Lotto spielen.
    Laut meines Scanners habe ich an einem normalen zweistündigem Spaziergang durch Hamburg etwa 140 Beacons unterschiedlicher Geräte gescannt. Das sind zwar weniger, als ich gehofft hatte, aber deutlich mehr, als ich befürchtet hatte. Und deutlich mehr als hier gesagt wird.

  7. Der Denkfehler liegt darin, dass eine positiv registrierte Person in Quarantäne sein soll, anstatt an jemandem mit seiner APP vorbei zu gehen

  8. 3% hört sich scheiße an, aber die wichtige Zahl ist 17% oder vermutlich mehr, wenn man Kinder oder Senioren außen vor lässt, die kein Smartphone haben und mir nicht alleine auf der Straße begegnen werden. Denn wenn ich (mit der App) auf der Straße jemanden begegne, habe ich eine >17%ige Wahrscheinlichkeit, dass wir uns über die App treffen und uns im Fall der Fälle warnen können.

  9. @Heinz Thien. Die App war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Erst monatelang Datenschutzthemen durch die Presse treiben und dann hoffen es würde jeder gutmütig die App laden. Außerdem haben Sie mit ihrer armseligem Coronapolitik und den ganzen Widersprüchen bei vielen kein Vertrauen dazugewonnen. Jetzt noch das Datenleck der Restaurantsoftware… da will ich gar nichts sagen. 17 Millionen Downloads heißt außerdem nichts! Wenn 2 oder 3 Millionen die App noch nutzen, dann wird es viel sein. Außerdem heißt es auch nicht, dass es 17 Millionen deutsche Downloads sind… Da sind bestimmt auch ein paar 100.000 Neugierige dabei, die alles laden was im Appstore und G-Play in den Charts ist und sofort wieder löschen. T-Systems soll einfach mal ein paar Zahlen veröffentlichen, aber das werden sie sich nicht trauen. Und an die anderen Schlaumeier hier, die den netten Heinz blöd anmachen. Wenn angeblich soviele eurer Meinung sind, warum wurde die App nicht 70 Millionen mal runtergeladen?! Ihr seid doch angeblich in der Mehrheit alle so davon überzeugt! 😆

  10. Das die App überaus bescheiden ist was die Verfügbarkeit angeht wird in meinen Augen völlig ignoriert.

    Ich habe am Tag der Veröffentlichung die App auf meinem Gerät installieren können. Das wars. Niemand sonst hat ein Mobiltelefon was aktuell genug ist um mit der App kompatibel zu sein. Das rki hat auf meine Bewertung sinngemäß mit „daran ist Google schuld die implementieren die Schnittstelle“ reagiert.

    Die Telekom und SAP bekommen Geld für etwas das zum größten Teil nicht Mal von ihnen implementiert wurde.

    Das passiert wenn Aufträge ohne ordentliche Ausschreibung und fachlicher Anforderungsbeschreibung rausgegeben werde.

  11. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich 2 Geräte mit der App treffen ist nicht 3%, sondern die Wahrscheinlichkeit, WENN sich 2 Geräte treffen, dass beide die App haben. Da jedes Gerät aber im Laufe der Zeit mit tausenden anderen kommuniziert, ist eure Aussage nicht ganz richtig.

  12. Ja das technische Verständnis ist Mangelware in Deutschland. (Wie passend ust da der Wirecard und Dieselskandal)
    Ich hatte gleich anfangs dder ersten 14 Tage eine Risikobegegnung um geringen Ausmaß. Per Rückschlüsse gab es dann den Tag und den möglichen Ort. Biergarten und Autohof. Orte die man gerne unterschätzt bei der Menge des Personendurchsatzes.
    Die App meldet zurückliegenden Übertragungschancen. Das hat mit Quarantäneverweigerung nichts zu tun.
    Nutzt die App, zefix. Das Ist Solidarität, sonst zahlt ihr nich viel mehr dafür….
    Danke

  13. War von Anfang an klar, dass da nur wieder Geld versenkt wird und die App nichts bringt! Immer Bluetooth laufen zu lassen, lutscht zudem auch den Akku leer! Daher hat die App bei mir auch keine Zukunft!

  14. Na Mensch, dann bin ich ja ein richtiger Glückspilz! Meine Corona-Warn-App zeigte mir letzte Woche eine Begegnung mit einer infizierten Person an. Zwar „nur“ mit niedrigem Risiko, aber immerhin. Und wenn ich bedenke, dass ich dank Homeoffice so gut wie gar nicht mehr unter Menschen gehe, finde ich das nach diesem Artikel gleich nochmal so erstaunlich.

  15. @Volker K
    Ihre Erfahrung ist möglich, aber schon sehr unwahrscheinlich, das sie deutlich mehr Leuten begegnen, als die App überhaupt (relativ) installiert haben.

    Ich nutze die App auch nicht, sie gewährt nur eine trügerische Sicherheit. Lieber bleibe ich dabei, vermeidbare Risiken gar nicht erst einzugehen.
    Installiert ihr nur die App und fühlt euch so richtig sicher beim Feiern und verreisen!
    Und ganz ganz wichtig, die moralisch weiße Weste … sowas kotzt mich so richtig an.

  16. Ja is ja alles ganz gut und schön. Nur hat die app taegliche wsrn/fehlermeldungen ausgespuckt, so dass ich sie wieder deinstalliert habe. Wenn man ehrlich ist, bringts doch eh nix. Haste es bekommen, haste es bekommen. Die app gibt die nur im nachhinein bescheid und da ist zu spät. Du könntest jetzt im selbstlosen akt in Quarantäne gehen, aber wenn ich keine Symptome habe, wozu? Und extra testen ohne Symptome is auch käse.
    Naja und wenn man Symptome hat, dann ists ja eh klar.

    Ich kenne kein szenario, ausser ich besuche muddan im altenheim, dass es mir sinnvoll erscheinen lässt die app laufen zu lassen.

  17. Die Leute, die die App benutzen haben meist Kontakt zu Menschen, die ähnlicher Auffassung sind und die App auch nutzen. Wohingegen App-Gegner sich mit App-Gegnern zusammen tuen. In meinem Umfeld wird die App häufig genutzt und wir hatten auch schon Warnungen von der Corona- App. Also läufts.

  18. Hab den Scheiss wieder deinstalliert. Lief 5 Tage auf neinem Handy und dann kamen nur noch Fehlerberichte und die App lief nicht mehr… dafür die ganze Zeit drr Akku leer weil GPS und Bluetooth immer an sein müssen. Guter Gedanke , schlecht ausgeführt

  19. Wenn man die App installiert hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit wieder bei 17% und nicht bei 3% weil man selber wieder bei 100% ist. Das grössere Problem ist eher die Eintragung des infizierten Zustands und auch noch die Schnelligkeit.

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