Corona-App: Google und Apple bieten Berlin die Stirn

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Bereits Anfang April haben Google und Apple angekündigt, gemeinsam an einer Software-Lösung zu arbeiten, um gegen die Verbreitung von Covid-19 vorgehen zu können. Droht der deutschen Corona-App das Aus, haben die US-Unternehmen nun Neuerungen zu ihrer Kontakt-Tracing-Technik bekanntgegeben.
Zwei Männer tragen Atemschutz-Masken
Zwei Männer tragen Atemschutz-Masken auf der Straße.Bildquelle: Unsplash

In Deutschland gibt es immer mehr Zweifel an dem Kommen der Corona-App. Nicht nur technische, sondern auch rechtliche Fragen stehen ungeklärt im Raum. In den USA geht die Partnerschaft zwischen Google und Apple hinsichtlich der Entwicklung einer Plattform zwecks Corona-Bekämpfung munter weiter. Beide Unternehmen gaben im Rahmen einer Pressekonferenz nun neue Details bekannt. Im Fokus: die Verbesserung des Datenschutzes.

Corona-App von Google und Apple: Mehr Datenschutz

Das Konzept der beiden Großkonzerne sieht vor, dass Corona-Apps Begegnungen zwischen Menschen erfassen und anhand der ermittelten Daten warnen, wenn man sich einer infizierten Person genährt hat. Dennoch wollen Google und Apple auch bei der Sammlung von Corona-spezifischen Daten weiterhin die Privatsphäre-Vorgaben der jeweiligen Nutzer berücksichtigen.

Die überarbeitete Version der Plattform soll die Überwachung von einzelnen Nutzern schwieriger gestalten, indem man beispielsweise zusätzliche Informationen, zum Beispiel  über Signalstärke von Bluetooth, verschlüsselt. Laut Google und Apple sollen so ein spezifisches Modell und Bewegungsinformationen nicht mehr erkennbar sein. Darüber hinaus sieht man von einem beständigen Bluetooth-Schlüssel ab. Stattdessen schlagen die Unternehmen den Weg der Zufälligkeit ein: Jeder sogenannte „Tracing-Key“ soll auf jedem Gerät täglich zufällig neu generiert werden.

Mehr Spielraum für Entwickler und Behörden

Für die Software sehen Google und Apple darüber hinaus eine spezielle Schnittstelle vor, die sowohl die Bluetooth-Signalstärke als auch die Zeitspanne, Entfernung- und Abstandsmessung zwischen den einzelnen Personen konkretisieren und daraus resultierend optimieren soll. Insgesamt soll die Software Begegnungen nur dreißig Minuten lang aufzeichnen und neue Kontakte alle fünf Minuten ermitteln. Durch die Änderungen sollen nicht nur Behörden, sondern auch Entwickler mehr Spielraum für die jeweilige Corona-App erhalten.

So betonten beide US-Konzerne, dass ausschließlich Gesundheitsämter Zugang zu der Software erhalten. So stellen Apple und Google zwar die Technik und die Implementierung der Schnittstelle in Android sowie iOS bereit. Die Apps kommen allerdings von den jeweiligen Behörden. Man wolle die Anwendungen in App Store beziehungsweise Play Store aufnehmen – sofern sie den Ansprüchen hinsichtlich Privatsphäre, Sicherheit und Datenkontrolle genügen. Zudem dürfen die Apps keine Details zum Standort der Nutzer sammeln; die freiwillige Teilnahme an der Datenspende sei grundlegend.

Apple und Google wollen dezentralisierte Datensammlung

Anders als in Deutschland wollen Google und Apple an einem dezentralisierten System festhalten. Die deutsche Regierung fordert rund um das PEPP-PT-Konzept ein zentralisiertes System, was aus Perspektive des Datenschutzes hierzulande scharf kritisiert wird. Bei einer dezentralen Lösung erfolgt die Speicherung ausschließlich auf lokalen Endgeräten, aber nicht auf zentralen Servern.

Die Corona-Apps werden eine Liste mit Beacons, also kleine Bluetooth-Sender, über über positiv getestete Covid-19-Nutzer erhalten. Darüber hinaus gäben die Beacons keine weiteren Informationen für Gesundheitsbehörden preis, heißt es weiter. Darüber hinaus betonten Apple und Google, dass das Konzept so angelegt sei, dass beide Unternehmen keinen Zugriff auf die Daten der App-Nutzer hätten.

Die Schnittstellen für die Corona-Apps macht Apple für alle iPhones ab iOS 13 verfügbar; bei Google ist die Voraussetzung Android 6.

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2 KOMMENTARE

  1. Ich denke nicht das die App recht bedeutsam werden wird! Bei gerade mal ca.50000 aktuell infizierten Personen in Deutschland sollte denn da zur großartigen Nutzergruppe gehören?! die meisten betroffenen gehören zur einer wesentlich älteren Generation die meist wenig mit dem zu tun hat, oder sich damit auskennt , wie es viell ein Nutzer der wesentlich jüngeren Handygeneration sich vorstellen würde. Vielle ältere Menschen besitzen nichtmal ein Smartphone, wissen nicht wie man es nutzt,oder wären auch gesundheitlich wohl nicht in der Lage so was zu nutzen. Dazu kommt noch die Voraussetzung das jemand der an Covid19 erkrakt ist, sich freiwillig seines Umfeldes preisgeben sollte, daher er doch nicht einmal seine Karantäne verlassen dürfte?.. Über die App könnte ein erkrankter sich doch eigentl. nur in seiner Nachbarschaft bzw. seines „Karantäne Umfeldes zu erkennen geben!?!… ich glaube nicht das da Betroffene freiwillig Lust hätten sich als infizierte in der Öffentlichkeit sehen zu lassen. Dazu kommt noch das erhalten eines schlechten Gesellschaftsbild was viele Menschen den jetztig erkrankten geben, daher sie sich anscheinend wohl nicht an die Regelngehalten haben. Durch die AusgangsbeschrängteCoronaPandemieKontaktverbotssperre, die Panikmache der Medien und der vielen verschiedenen, teils auch unklaren Aussagen und fraglichen Entscheidungen durch die Politik, sind einige Menschen völlig verunsichert und neigen dadurch auch leicht zur Übertreibung und auch Falschinterprätationen der Notwendigkeit und Wahrhaftigkeit zu aktueller Geschehnissen.

  2. Die aktuellen Fallzahlen zahlen zeigen, dass wir erst am Anfang der Pandemie stehen. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Monaten deutlich größere Teile der Bevölkerung erkranken und darunter auch wesentlich mehr Personenkreise sein werden, die sehr kostenintensiv krankhaus- oder gar intensivpflichtig werden.
    Eine App könnte auch dann helfen, wenn hauptsächlich Personen unter 65 Jahren sie nutzen würde. Das entspricht im Wesentlichen der berufstätigen Bevölkerung, von der die meisten ein Handy nutzen.
    Eine „Panikmache“ kann ich zumindest in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht erkennen. Was in den verschiedenen sozialen Netzwerken an Verschwörungstheorien kursiert, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber jeder ist selber dafür verantwortlich, woher er seine Informationen bezieht.
    Auch als Angehöriger von Bevölkerungsgruppen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, sollte man sich darüber klar sein, dass man persönlich an den Folgekosten sein Leben lang abbezahlen wird. Je niedriger man als Gesellschaft und als Einzelner die Zahl der Erkrankten halten können wird, um so geringer wird der gigantische Schuldenberg bleiben, auf dem wir alle nach der Corona-Pandemie sitzen werden.

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