Leistungsdrossel für iPhones: Jetzt muss Apple bezahlen

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Dein iPhone wurde ohne dein Zutun plötzlich langsamer? Diese Szenerie dürfte Apple-Nutzern noch im Kopf umherspuken. Die Rede ist von einer Leistungsdrossel, die der kalifornische Hersteller vor einigen Jahren in die iPhones integrierte. Nun muss Apple im wahrsten Sinne des Wortes dafür bezahlen.
iPhone 7 in einer Hand
Bildquelle: Michael Büttner/inside digital

Lange ist es her und bei vielen vielleicht auch schon vergessen – zumindest bei jenen, die nicht betroffen waren. Doch der 2017 gestartete Prozess um die „heimlich“ eingebaute Leistungsdrossel ab iOS 10.11 und iOS 11.2 läuft immer noch. Damals fügte Apple eine „notwendige“ Drossel ein, die laut Unternehmensangaben verhindern sollte, dass sich ältere iPhones bei einer schlechten Akkuleistung einfach abschalten – etwa das iPhone iPhone 6, 6S und iPhone 7. Tatsächlich hatte die Leistungsdrossel aber den Effekt, dass Millionen Geräte pauschal langsamer wurden.

Da Apple die Leistungsdrossel ohne Ankündigung per Update einbaute, klagten Massen an Kunden gegen Apple. Der Vorwurf: Apple wolle seine Kunden unter anderem dazu bringen, sich schneller als normal üblich ein neues iPhone zuzulegen. Nachfolgend waren auch das iPhone 8, 8 Plus und iPhone X ab der iOS-Version 12.1 von der Leistungsdrossel betroffen.

Nach der ersten Klage- und Beschwerdewelle reagierte Apple auf Kunden, die sagten, ein Akkutausch sei um vielfaches günstiger als der Kauf eines neuen iPhones. Der Hersteller reduzierte seinerzeit den Akkutausch auf 29 Euro, der jedoch mit Beginn des Jahres 2019 wieder auf 49 Euro pro Tausch und Gerät angehoben wurde.

Apple-Klage: Ende in Sicht?

Nun soll der Streit ein Ende finden. Wie Heise Online berichtet, will Apple mehr Geld an betroffene Kunden zahlen als bislang veranschlagt. Der Hersteller versprach Anfang 2020 eine Schadensersatzzahlung von einer halben Milliarde US-Dollar zu zahlen. Diese Summe stockt man jetzt um 113 Millionen US-Dollar auf. Die Summe deckt sämtliche Klagen von mehr als dreißig US-Bundesstaaten ab und soll laut einer neu veröffentlichten Vereinbarung des Justizministeriums Arizona damit beendet werden. Apple äußerte sich bislang nicht zum möglichen Prozessende.

Auch europäische Verbraucherschützer klagten gegen Apple. In Italien musste der Hersteller so 10 Millionen Euro, in Frankreich sogar 25 Millionen Euro Strafe zahlen.

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