iPhone langsam: Mindestens 310 Millionen Dollar für Apple-Kunden

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Ende 2017 hatte Apple eingeräumt, ältere iPhones per Software-Update zu verlangsamen. So sollte verhindert werden, dass sich Geräte wegen einer schwächeren Akkuleistung im Betrieb ausschalten. Kritiker warfen Apple vor, Kunden zum Kauf eines neuen Gerätes drängen zu wollen. In den USA wurde eine Sammelklage gegen Apple erhoben. Nun wurde der Rechtsstreit beigelegt und betroffene Kunden dürfen auf eine Entschädigung hoffen.
Rückseite 2 des Apple iPhone 11 Pro
Rückseite 2 des Apple iPhone 11 ProBildquelle: Blasius Kawalkowski

Apple betont die Leistungsdrossel ab iOS 10.1.1 (iPhone 6 und 6S) beziehungsweise iOS 11.2 (iPhone 7) nur eingebaut zu haben, um das unerwartete Abschalten des iPhones bei zu schlechter Akkuleistung zu verhindern. Dadurch wurden aber das iPhone von Millionen Kunden langsam.

Jedoch wurde diese Methode nie klar kommuniziert und Kunden fühlten sich zurecht frustriert durch eine teils erhebliche Verlangsamung ihrer Geräte. Dies sorge weltweit für Aufregen und zog Klagen und Beschwerden von Behörden und Verbraucherschützern nach sich.

Mehr Transparenz per Update

Ende März 2018 veröffentlichte Apple iOS 11.3. Mit dieser Softwareversion gab es erstmals die Möglichkeit den Akkuzustand eines iPhones ganz einfach in den Einstellungen des Gerätes zu prüfen. Unter Batterie → Batteriezustand kannst du seit dieser Version nachschauen, wie es um den Akku deines iPhones steht. Ab einer Kapazität von unter 80 Prozent gilt ein Akku als defekt und sollte ausgetauscht werden.

Die Kosten hierfür hatte Apple 2018 von 89 Euro auf 29 Euro reduziert. Mittlerweile werden wieder 49 Euro fällig. Seit iOS 11.3 wird auch angezeigt, wenn dein Gerät aufgrund einer schlechten Akkuleistung gedrosselt wird. Wenn gewünscht, kann diese Drosselung abgeschaltet werden. In diesem Fall muss man aber ein plötzliches Ausschalten des iPhones in Kauf nehmen.

Dieses späte handeln sorgte alleine in den USA für über 60 Klagen gegen den kalifornischen Konzern. Diese wurden zu einer Sammelklage zusammengefasst. Bei einer Sammelklage müssen nicht nur die Kläger, sondern alle betroffenen Kunden entschädigt werden. Nun wurde das Verfahren eingestellt, weil Apple sich auf eine Strafzahlung eingelassen hat.

Mindestens 310 Millionen für betroffene US-Kunden

Apple hat sich einverstanden erklärt 310 Millionen Dollar an betroffene Kunden auszuschütten und für Anwaltskosten in Höhe von 90 Millionen Dollar aufzukommen. Zu den betroffenen Kunden zählen alle US-Besitzer eines iPhone 6, 6 Plus, 6S, 6S Plus, 7 und 7 Plus, die iOS 10.2.1, iOS 11.2 oder eine andere betroffene Software-Version installiert hatten. Jeder dieser Kunden wird nun eine Entschädigung von ungefähr 25 Dollar erhalten. Je nach Anzahl der betroffenen Kunden kann sich dieser Betrag noch geringfügig verändern.

Auch mehrere Klagen aus Europa

Mehrere europäische Länder haben ebenfalls gegen Apple geklagt. So musste Apple in Italien wegen der benannten Vorwürfe 10 Millionen Euro Strafe bezahlen. In Frankreich wurden sogar 25 Millionen Euro fällig. Deutschland hat hingegen keine Anklage erhoben.

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