Skoda Enyaq Coupé RS iV im Test: Komfort pur

9 Minuten
Wuchtig, aber doch dynamisch und auf Wunsch zudem auffällig lackiert präsentiert sich der bisher stärkste Skoda aller Zeiten. Der Skoda Enyaq Coupé RS iV entfaltet vordergründig beim gemütlichen Cruisen über Landstraße und Autobahn ungemein viel Komfort, wie wir in einem Test erleben durften.
Skoda Enyaq Coupe RS iV in Mamba Grün in der Seitenansicht.
Der Skoda Enyaq Coupe RS iV im Test von inside digital.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Was kann es Schöneres geben, als ein Elektroauto in einer exklusiven Farbe zu fahren? Genau das bietet der Škoda Enyaq Coupé RS iV, wenn man sich für die Lackierung in Mamba-Grün entscheidet. Ob man nun Gefallen an diesem auffallend grellen Anstrich findet, ist sicherlich Geschmacksache. Als Käufer des E-Autos hat man aber ohnehin die Qual der Wahl. Denn alternativ stehen gegenwärtig auch noch acht weitere, oft weniger hervorstechende Farben bereit. In jedem Fall lässt sich aber festhalten: Wer sich für die RS-Version des Škoda Enyaq entscheidet, darf sich über ein E-Auto freuen, das in vielen Situationen den Fahrspaß in den Mittelpunkt stellt; oder einfach ganz entspannt und ungemein komfortabel über die Autobahnen gleitet.

Skoda Enyaq Coupé RS iV im Test: Komfort garantiert

In der RS-Ausführung des Škoda Enyaq fährt es sich auf der Langstrecke mit bis zu 180 km/h bei Bedarf ordentlich flott und mit einer angenehm straffen Lenkung zum Ziel. Es lässt sich im Stadtverkehr aber auch einiges an Energie einsparen. Nämlich genau dann, wenn man die drei verfügbaren Stufen zur Energierückgewinnung (Rekuperation) nutzt. Sie lassen sich über Schaltwippen hinter dem Lenkrad auswählen und verzögern das Gleiten in der höchsten Stufe deutlich spürbar. Zudem steht neben einem D- auch ein B-Fahrmodus zur Verfügung. Während der rassige Skoda im Standard-Gang (D) quasi ohne Verzögerung über die Straße gleitet, wenn man den Fuß vom Gas nimmt, ist im B-Modus eine spürbare Entschleunigung automatisch aktiv. Es ist aber grundsätzlich kein entspanntes 1-Pedal-Fahren möglich.

Die Gänge legt der Fahrer über einen kleinen Wippschalter an der Mittelkonsole ein. Wer in der Stadt unterwegs ist, fährt am effizientesten im Eco-Modus, kann alternativ aber auch andere Fahrmodi auswählen: Comfort, Normal, Sport, Traction und Individual. Die verfügbare Geschwindigkeitsregelanlage ist über das Sportlenkrad in 1- und 10-km/h-Schritten einstellbar und spielt ihre Stärken insbesondere auf der Autobahn und Landstraße voll aus.

Gangschaltung im Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Die Gangschaltung fällt im Skoda Enyaq Coupé RS iV recht klein aus.
Bedientasten im Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Mechanische Bedientasten gibt es im Skoda Enyaq Coupé RS iV einige.

Travel Assist sorgt für entspanntes Cruisen auf der Autobahn

Denn der Skoda Eyaq Coupé RS iV reduziert die Geschwindigkeit nicht nur vor potenziellen Gefahrenstellen wie Kreisverkehren oder Kurven automatisch, sondern auch vor Zonen mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Ist der sogenannte Travel Assist aktiviert, fährt man so zum Beispiel in eine Tempo-70-Zone nicht mit überhöhter Geschwindigkeit ein und umgeht auf diese Weise das Risiko, wegen einer Überschreitung der Geschwindigkeit mit einem Bußgeld belegt zu werden.

Hinsichtlich der Leistung kannst du bei der RS-Version des Skoda Enyaq RS iV übrigens auf zwei Elektromotoren vertrauen. Vorn steht ein Aggregat mit 70 kW (95 PS) zur Verfügung, hinten eine E-Maschine mit 150 kW (204 PS). Die maximale Systemleistung liegt somit bei 220 kW (299 PS). Ein Sportfahrwerk gibt es serienmäßig, ebenso Spurhalte- und Spurwechselassistent. Auch für einen Frontradarassistenten mit Fußgänger- und Radfahrererkennung samt Notbremsfunktion musst du keinen Aufpreis bezahlen.

Skoda Enyaq Coupé RS iV Motorraum.
Im Motorraum des Skoda Enyaq Coupé RS iV ist mehr zu sehen als bei anderen Elektroautos.
Skoda Enyaq Coupé RS iV im Test - geöffnete Heckklappe.
Die Heckklappe des Skoda Enyaq Coupé RS iV lässt sich elektrisch öffnen und schließen.

Umfangreiche Ausstattung

Grundsätzlich war bei unseren Fahrten in dem Fünfsitzer die angenehme 3-Zonen-Climatronic (Klimaanlage) eingeschaltet. Eine insbesondere im Winter vorteilhafte Wärmepumpe ist beim Skoda Enyaq Coupé RS iV gegenwärtig Teil der Serienausstattung. Ebenso zwölf Lautsprecher, ein Head-up-Display sowie zwei USB-C-Anschlüsse vorn. Hinter dem Lenkrad ist ein Display in das Armaturenbrett integriert. Zusätzlich steht ein 13 Zoll großer Touchscreen für die Bedienung von Navigationssystem, DAB+-Digitalradio und anderen Fahrzeugeinstellungen bereit. Android Auto und Apple Car Play stehen zur Verbindung mit dem Smartphone nicht nur kabelgebunden, sondern auch kabellos zur Verfügung.

Im Fond geht es bauartbedingt wegen des nach hinten flach abfallenden Dachs hinsichtlich der Kopffreiheit etwas weniger voluminös zu. Auch großgewachsene Menschen fühlen sich aber nicht zu stark eingeengt. Ab knapp 1,95 Metern Körpergröße wird es im Hinblick auf die Kopffreiheit aber langsam knapp. Um unterwegs etwa Smartphones oder Tablets mit Strom versorgen zu können, stehen auch in der zweiten Sitzreihe zwei USB-C-Anschlüsse zur Verfügung. Außerdem ist eine 230-V-Steckdose nutzbar.

Cockpit des Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Einfaches, zuweilen nicht immer übersichtliches Cockpit des Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Blick vom Fahrersitz des Skoda Enyaq Coupé RS iV in die zweite Sitzreihe.
Blick vom Fahrersitz des Skoda Enyaq Coupé RS iV in die zweite Sitzreihe.

Wie viel verbraucht der Skoda Enyaq Coupé RS iV?

Rund 850 Kilometer haben wir mit dem Skoda Enyaq Coupé RS iV in unserer zweiwöchigen Testphase abgespult, um das gleichermaßen wuchtige wie sportliche Elektroauto umfangreich auf die Probe stellen zu können. Dabei sind wir nicht nur im Stadt- und Regionalverkehr unterwegs gewesen, sondern auch auf der Langstrecke; mit zuweilen stark variierenden Verbrauchswerten.

Beispiel Kurzstrecke innerhalb der Stadt: An einem kühlen Morgen lag der Verbrauch bei mehr als 26 kWh pro 100 Kilometern. Es geht aber auch deutlich sparsamer. Bei frühlingshaften Temperaturen haben wir innerstädtisch auch einen Verbrauch von nur 14,5 kWh messen können. Wer die Klimatisierung oder Lüftung stark in Anspruch nimmt und möglicherweise sogar noch die Heckscheibenheizung aktiviert, kann den Energiehunger des Enyaq stark in die Höhe treiben. Im Schnitt lag der Verbrauch in der Stadt im Test bei durchschnittlich 18,7 kWh pro 100 Kilometer.

Skoda Enyaq Coupé RS iV im Test - Seitenspiegel
Klares Indiz für sportliches Fahreigenschaften: der RS-Schriftzug am vorderen Kotflügel.
Skoda Enyaq Coupé RS iV im Test - kantige Linienführung
Die ein oder andere kantige Linienführung ist bei diesem E-Auto unübersehar.

Im Regionalverkehr erreichte der Stromverbrauch des Coupé-Enyaq mit RS-Genen und Allradantrieb Werte zwischen 15,2 und 22,4 kWh. Im Durchschnitt haben wir auf sieben protokollierten Fahrten einen Strombedarf von ziemlich genau 19 kWh messen können. Auf der Autobahn war der Stromhunger etwas größer. Im Schnitt wurden bei Reisegeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 km/h knapp 21 kWh verbraucht. An dieser Stelle wirkt sich unter anderem das hohe Gewicht von 2,3 Tonnen negativ auf die zu erzielende Langstrecken-Reichweite aus. Sie lag in unserem Test trotz zurückhaltender Fahrweise bei nur knapp 320 Kilometern. Bei ausschließlich innerstädtischen Fahrten sind ungleich höhere Reichweiten die Regel.

Wiederaufladung: Flott, aber kein Ladewunder

Um den Akku des Škoda Enyaq Coupé RS iV mit neuer Energie zu versorgen, kannst du entweder auf einen klassischen Typ-2-Stecker setzen oder eine Schnellladesäule mit CCS-Stecker ansteuern. Im Test konnten wir nach einer langen Autobahnfahrt zu frühlingshaften Temperaturen mit bis zu 101 kW laden. Von 21 auf 85 Prozent der maximal möglichen Akkukapazität mussten während des Ladevorgangs 40 Minuten vergehen. Im Auto selbst wird dabei die Landegeschwindigkeit nicht in kW, sondern in Kilometern pro Stunde signalisiert, was etwas unübersichtlich ist und auch beim Volkswagen ID.4 (Test) schon zu beobachten war.

In der Spitze verspricht Skoda unter optimalen Bedingungen eine Ladeleistung an HPC-Schnellladesäulen in Höhe von 125 kW. Selbst das wird einem RS-Modell aber streng genommen nicht gerecht. Schon gar nicht bei den von Skoda aufgerufenen Preisen (siehe unten). Wer eine Normalladesäule (AC) ansteuert oder an der heimischen Wallbox laden möchte, ist mit bis zu 11 kW dabei. Dann dauert eine komplette Aufladung des Akkus mit einer Netto-Nennkapazität von 77 kWh etwa sechs bis acht Stunden.

Der Ladeanschluss ist beim Skoda Enyaq Coupé RS iV hinten rechts zu finden.

Wie viel kostet der Skoda Enyaq Coupé RS iV?

Stellt sich noch die Frage, was man auf den Tisch legen muss, wenn man sich für den Škoda Enyaq Coupé RS iV entscheiden möchte. Die Antwort: ziemlich viel. Denn los geht es derzeit bei 63.300 Euro. Es gibt aber auch noch aufpreispflichtige Extras. Zum Beispiel bei der Lackierung. Denn nur in Energy-Blau musst du mit keinen zusätzlichen Kosten rechnen. Das polarisierende Mamba-Grün kostet hingegen 410 Euro extra, andere Metallic-Farben bis zu 1.030 Euro Aufpreis. Entscheidest du dich statt der Basis-Bereifung (20 Zoll) für 21 Zoll große Leichtmetallfelgen, bist du weitere 750 Euro los.

Etwas preiswerter geht es aber auch. Nämlich dann, wenn du dich für den Skoda Enyaq Coupé in der leistungsschwächeren Standard-Ausführung entscheidest. Dann ist das Elektroauto aktuell schon ab 54.400 Euro zu haben. Den klassischen Enyaq in iV wiederum gibt es im klassischen SUV-Stil und mit deutlich abgespeckter Ausstattung ab 39.990 Euro zu kaufen, in der RS-Variante werden wie beim Coupé-Modell mindestens 63.300 Euro fällig. Bleibt das von konfigurierte Elektroauto unter einem Nettolistenpreis von 65.000 Euro, kannst du noch 4.500 Euro Umweltbonus vom Kaufpreis abziehen.

Front des Skoda Enyaq Coupé RS iV
Front des Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Heck des Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Heck des Skoda Enyaq Coupé RS iV.

Fazit: Teuer, aber einfach gut

Wer sich für den Skoda Enyaq Coupé RS iV entscheidet, tut dies bewusst, um ein sportliche(re)s Fahrgefühl erleben zu dürfen. Das hat einerseits seinen Preis, bereitet andererseits aber auch unfassbar viel Freude. Und das nicht nur im agilen Sportmodus, sondern auch schon im effektiven Eco- oder Comfort-Modus. Hinzu kommt, dass die 4,65 Meter lange und mit einem Radstand von 2,77 Metern gesegnete RS-Variante mit einer umfangreichen Serienausstattung zu punkten weiß. Sie sorgt schon während der Fahrt dafür, dass der Fahrspaß so schnell nicht enden will. Zu den nutzbaren Extras zählen nicht nur eine elektrische Heckklappe, Panoramaglasdach und Matrix-LED-Scheinwerfer, sondern auch ein auffällig beleuchteter Frontgrill mit 131 LEDs („Crystal Face“).

Seitenansicht des Skoda Enyaq Coupé RS iV.
Seitenansicht des Skoda Enyaq Coupé RS iV.

Das Fahrgefühl ist insbesondere auf der Langstrecke überragend, weil Wind- und Fahrgeräusche auch bei hohen Geschwindigkeiten kaum wahrnehmbar sind. Aber auch im Stadtverkehr macht das Auto mit einem Kofferraumvolumen von 570 Litern (1.610 Liter bei umgeklappten Rücksitzen) auch bei größeren Einkäufen eine gute Figur. Optisch muss man das Coupé-Design natürlich mögen. Hier scheiden sich von Person zu Person sicherlich die Geister. Unbestritten ist aber, dass der bisher leistungsstärkste Skoda eines der komfortabelsten Elektroautos ist, das man derzeit kaufen kann.

Vorteile des Skoda Enyaq Coupé RS iV

  • umfangreiche Ausstattung
  • sehr hoher Komfort
  • Kofferraum mit viel Ladevolumen
  • niedriger Verbrauch trotz eines recht hohen Gewichts

Nachteile des Skoda Enyaq Coupé RS iV

  • hoher Preis
  • mäßige Reichweite auf der Langstrecke
  • in manchen Phasen etwas unübersichtliche Bedienung
  • Ladeleistung nicht gerade auf Spitzenniveau

Hinweis: Der Skoda Enyaq Coupé RS iV wurde inside digital von Skoda Deutschland für zwei Wochen als Testwagen kostenlos zur Verfügung gestellt.

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4 KOMMENTARE

  1. Karsten Frei

    OMG. So ein Display in der Mitte ist schon krank.
    Der Fahrer soll auf die Straße schauen, wozu so ein Display?
    Und gibts irgendwo Informationen, wie sich solche Displays bei einem Unfall verhalten? Was passiert, wenn der Beifahrer sich bei einem Frontalaufprall mit dem Kopf an die Kante von dem Display draufhaut?

    Antwort
    • Testredakteur

      Dann ist das Display wahrscheinlich kaputt.

      Antwort
  2. Testredakteur

    Wenn Bahnfahrer Autos testen, kommt so etwas heraus: „Komfort pur“. Das RS steht bei Skoda bekanntermaßen seit jeher für „reine symbolik“ und „reise soft“. Hier geht es um einen Kleinwagen mit 300 PS und nicht um die S-Klasse, wenn die Büchse auch fast so teuer sein soll. Ab 48.000 Euro gibt es eine C-Klasse, Welten besser und komfortabler als dieser vergoldete E-Fiat auf Steroiden. Und selbst jene C-Klasse ist noch sehr weit entfernt von „Komfort pur“. Die richtige Überschrift müsste hier lauten „Wer soll so etwas kaufen? Fast 65.000 Euro für E-Kleinwagen mit Plastikeinrichtung“. Aber das wäre dann wahrscheinlich das letzte Test-Auto von Skoda und Hayo müsste wieder Smartphones testen.

    Antwort
    • Ich habe noch nie Smartphones bei inside digital getestet. 😉 Und Bahn fahre ich auch nur noch 1-2 Mal im Monat. 🙂

      Abgesehen davon: Was ist falsch daran, wenn ich den Enyaq als komfortabel empfinde? Das ist ein rein subjektiver Eindruck, den gebe ich so weiter. Das war auch beim VW ID.4 so, bei anderen Fahrzeugen, die ich getestet habe, weniger… dass auch eine S-Klasse Komfort liefern dürfte, daran habe ich übrigens keine Zweifel.

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