Samsung Galaxy Book Flex im Test: Edler Laptop mit Überraschung

7 Minuten
Mit der Galaxy-Book-Serie hat sich Samsung in diesem Jahr hierzulande unter den Laptop-Anbietern zurückgemeldet. Das Flex ist das dritte Modell, und es gleicht optisch auf den ersten Blick dem Galaxy Book Ion. Im Test kann es uns dennoch überraschen.
Seite des Samsung Galaxy Book Flex
Seite des Samsung Galaxy Book FlexBildquelle:

Die Ähnlichkeit ist markant, doch verrät der metallische Glanz der Außenschale, dass hier ein anderer Werkstoff als beim Ion – Aluminium – zum Einsatz kommt. Im Vergleich zum Schwestermodell fällt direkt das höhere Gewicht des Samsung Galaxy Book Flex auf. Das kommt neben dem Gehäuse auch vom Touch-Display, das etwas mehr wiegt. Mit 1,57 Kg ist das Gesamtgewicht für ein 15,6-Zoll-Notebook aber immer noch niedrig. Der schlanke Schnitt des 355 x 227 x 15 mm großen Laptops weiß ebenso zu gefallen.

Schickes Aluminium-Gehäuse des Galaxy Book Flex

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Alles sitzt, wie es sein soll, die Haptik wirkt hochwertig. Der scharfe Schnitt der Kanten stört allerdings, wenn das Notebook nicht auf dem Schreibtisch genutzt wird. Auf dem Sofa machen sich die Ecken unangenehm bemerkbar.

Drehbares Full-HD-Display und gute Boxen

Bei den technischen Parametern glänzt das Display des Galaxy Book Flex zunächst mit Konventionellem: Das QLED-Panel bietet eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln (Full HD), bei einer Diagonale von 15,6 Zoll. Es liefert satte Farben hinter einer stark glänzenden Oberfläche. Dank einer enormen Helligkeit, können jedoch unangenehme Reflexionen auch in lichtintensiven Situationen gut unterdrückt werden.

Front des Samsung Galaxy Book Flex
Front des Samsung Galaxy Book Flex

Das Highlight ist jedoch der Drehmechanismus, sodass sich das Notebook in ein großes Tablet verwandeln lässt. Im Tabletmodus sind die Größe und das Gewicht hinderlich, wenn diese Nutzungsform ein zentrales Kriterium ist, dann empfehlen sich kompaktere Geräte. Doch die Möglichkeiten können bei der Wiedergabe von Videos, Präsentationen oder Arbeiten mit dem digitalen Stift am Schreibtisch überzeugen.

Bei der Wiedergabe von Medieninhalten gefallen überdies die in der rechten und linken Seite integrierten Boxen, die einen ausgewogenen Klang mit wahrnehmbaren Höhen und Tiefen bieten.

Samsung steckt viel Rechenpower für den Alltag rein

Aktuell werden von Intel mit dem u10510 und dem 1065G7 zwei i7-Prozessoren angeboten, die sich technisch jedoch deutlich voneinander unterscheiden: Im Galaxy Book Flex setzt Samsung auf den i7-1065G7, der zwar im Vergleich zu der anderen Version deutlich niedrigere Taktgeschwindigkeiten aufweist (1,3/3,8 Ghz vs. 1,8/4,9 Ghz), allerdings im moderneren 10-nm-Verfahren gefertigt wird. Die Geschwindigkeitsnachteile existieren letztlich nur auf dem Papier.

Der im Galaxy Book Flex verbaute Prozessor bietet jedoch einen weiteren Vorteil: Er verfügt über die deutlich potentere IRIS-Plus-GPU. Allerdings steckt in dem Notebook zusätzlich eine Nvidia MX250, die über einen 2 GB großen Grafikspeicher verfügt und gegenüber der Intel-Grafikeinheit ein Leistungsplus von rund 20 Prozent liefert.

Der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB nicht zu klein bemessen, sodass auch Anwendungen nichts im Wege steht, die höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeiten eines Systems stellen. Echtes Gaming ist damit jedoch nicht inbegriffen.

Gute Laufzeit auch unter Last

Die Intel-Core-Prozessoren bieten aufgrund ihrer Architektur gegenüber den aktuellen u-Modellen noch einen weiteren Vorteil: Sie arbeiten deutlich sparsamer und bieten gleiche Leistungen bei einem niedrigeren Takt. Bei mittlerer Last kommen die Effekte weniger zum Tragen, weil etwa ähnlich hohe Taktfrequenzen genutzt werden, wenn du anspruchsvolle Anwendungen im Akku-Betrieb ausführst, ist die Laufzeit jedoch deutlich besser als bei vergleichbaren Notebooks, die mit dem Intel Core i7-u10510 ausgestattet sind.

Hinzu kommt die Akku-Kapazität von 69,7 Wh, ein Spitzenwert in dieser Klasse, der die Basis für die langen Laufzeiten stellt.

Schnelle SSD und Micro-SD-Karteneinschub

Samsung zählt unter den Speicherhersteller zu den Branchengrößen. Dementsprechend wird das Galaxy Book Flex mit einer SSD aus eigenem Haus bestückt, die eine Speicherkapazität von 512 GB bereithält. Sie basiert auf dem NVMe-Standard und wird mithilfe der PCI-Express-Schnittstelle angebunden. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind dementsprechend hoch und sind nicht daran schuld, wenn du mit deiner Arbeit nicht vorwärtskommst.

Ist der Speicher voll, ist ein einfacher Austausch durch ein größeres Modell nicht angedacht. Dafür bietet der Hersteller einen Micro-SD-Karteneinschub, mit dem die Speicherkapazität leicht erweitert werden kann. Dass der Schacht nicht zum steten Kartenwechsel gedacht ist, zeigt sich daran, dass für die Öffnung stets eine Nadelspitze o.ä. benötigt wird.

Ein Stift, der auch als Maus dient

Laptops mit berührungsempfindlichen Bildschirmen stellen zwar keine Besonderheit mehr dar, die Kombination mit einem Stift aber schon: Samsung versteckt im Gehäuse seinen vom Galaxy-Note-Smartphone bekannten S Pen. Am Schreibtisch ist der digitale Stift eine überraschend gute Erweiterung, und das nicht nur beim Zeichnen. Mit etwas Eingewöhnung ist er durchaus ein adäquater Mausersatz. Auf dem Schoß limitieren die Außenmaße des Flex jedoch eine komfortable Nutzung.

Stift des Samsung Galaxy Book Flex
Stift des Samsung Galaxy Book Flex

Gute Tastatur, großes Touchpad

Samsung weiß wie gute Tastaturen gestaltete werden müssen. Das zeigt der Hersteller auch beim Flex. Eine angenehm große Handballenauflage, eine Tastatur mit Nummernblock und 17 x 17 mm große Tasten, die auch dann präzise reagieren, wenn sie nur am Rand getroffen werden. Der Tastenhub dürfte Vielschreibern zwar etwas zu gering sein, der Anschlag gefällt dagegen.

Das Touchpad ist ergonomisch vorteilhaft etwas außerhalb der Mitte platziert und bietet eine üppige Fläche von 121 x 80 mm hinter Glas. Allerdings könnte die Präzision insbesondere bei der Mehrfingergestenerkennung etwas besser sein. Gerade beim Scrollen dürfen die Fingerchen nicht zu eng zusammenstehen.

Tastatur des Samsung Galaxy Book Flex
Tastatur des Samsung Galaxy Book Flex

USB & Klinke – sonst nichts

15-Zoll-Notebooks werden von vielen Nutzern als die Alleskönner schlechthin angesehen, doch Samsung trübt die Freude am Galaxy Book Flex mit einer arg eingeschränkten Schnittstellenauswahl. Drahtlos werden zwar die aktuellsten Standards – Bluetooth 5.0 und WLAN nach ax-Standard – unterstützt, für Stecker stehen neben einem Klinke-Anschluss für Kopfhörer nur drei weitere USB-C-Ports zur Verfügung. Immerhin wird bei zwei der Anschlüsse, Intels schnelle Thunderbolt-3-Technologie unterstützt.

Eine klassische USB(-A)-Buchse wäre bei einem Notebook dieser Kategorie ähnlich wünschenswert wie ein HDMI-Port fürs einfache Anschließen von Bildschirmen, Beamern usw.

Tastatur des Samsung Galaxy Book Flex
Tastatur des Samsung Galaxy Book Flex

Fazit des Samsung Galaxy Book Flex im Test

Das Samsung Galaxy Book Flex ist ein gelungenes Allround-Notebook, dessen drehbares Display am Schreibtisch wie auf der Couch Spaß macht – auch wenn die Größe der Nutzung als Tablet Grenzen setzt. Unterwegs ist das Notebook dank der immer noch kompakten Ausmaße und des vergleichsweise niedrigen Gewichts dennoch ein angenehmer Begleiter. Zumal der Akku eine lange Nutzung ohne Stromkabel ermöglicht. Auch die Hardware-Ausstattung ist stimmig. Du willst noch mobiler sein? Dann schau dir auch das Samsung Galaxy Book S im Test an.

Einer der großen Kritikpunkte ist die Schnittstellenausstattung. USB-C ist die Zukunft, die an immer mehr neuen Gerätschaften zu finden ist. Doch der klassische USB-Anschluss ist noch derart weitverbreitet, dass ein zusätzlicher Adapter für viele unumgänglich wird. Wenn du auf Adapter verzichten willst, dann ist vielleicht das LG Gram die richtige Wahl.

Pro

  • Stabiles, kompaktes und schickes Äußeres
  • Stimmige Hardware-Ausstattung
  • Touch-Display und digitaler Stift

Contra

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