Matebook 16s: Huaweis Rezept für Leistungshungrige

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Mehr als nur Office: Das neue Huawei Matebook 16s soll nicht nur mit seinem großen Display gefallen. Ein schneller Prozessor soll für genug Performance sorgen, wenn es um mehr als die Bearbeitung von Tabellen- und Textdokument geht.
Huawei Matebook 16s
Huawei Matebook 16sBildquelle: Matthias Wellendorf

Huawei-Notebooks zeichnen sich durch hohe Beständigkeit aus. Gerade äußerlich verzichtet der Hersteller weitestgehend auf Experimente, sondern vertraut seit Jahren auf die gleiche Hülle. Das ist beim Matebook 16s nicht anders. Von den älteren Huawei- und Honor-Notebooks lässt sich die Grundform nicht unterscheiden. Typische Merkmale wie die links und rechts der Tastatur untergebrachten Lautsprecher oder die dicken Gummilippen auf der Rückseite, die für sicheren Halt sorgen, hat Huawei übernommen.

Typische Huawei-Verarbeitung

Der äußerlich gelungene Auftritt wird einmal mehr mit einer guten Verarbeitung unterstrichen. Das Notebook wirkt robust. Der Unterbau zeigt jedweder Art von Verwindung die kalte Schulter und auch der Displaydeckel bietet dem Bildschirm ein sicheres Zuhause. Trotz des recht schlanken Rahmens um den Bildschirm lässt sich dieser ebenfalls nur wenig verwinden. Das bedeutet allerdings auch, dass hier kein Leichtbau erwartet werden kann. Das Matebook 16s bringt nahezu zwei Kilo auf die Waage. Das wirkt in der Hand zwar schon recht viel, mit Blick auf den großen Bildschirm sowie seiner Maße von 35,1 x 25,5 x 1,8 cm relativieren sich diese Werte jedoch.

Huawei Matebook 16s: Viel Bildschirm

Das Display ist eines der Highlights des Matebook 16s. Dies beginnt schon beim Format. Dank eines Seitenverhältnisses von 3:2 besticht der Bildschirm mit viel Höhe und sorgt für Übersichtlichkeit in den Anwendungen.

Zwei klassische USB-Ports für klassische Schreibtisch-Gerätschaften

Auch die technischen Details überzeugen. Bildschirminhalte stellt der Laptop mit einer Auflösung von 2.520 x 1.680 Pixeln gestochen scharf und mit ordentlichen Kontrasten dar. Auch die Farbwiedergabe des IPS-Displays gefällt. Die Farben wirken kräftig, aber nicht übersättigt. Bildschirmarbeiter freuen sich über eine 100-%-Unterstützung des sRGB-Farbraums. Für Gamer ist die Bildrate von 60 Hz etwas knapp bemessen. Sie finden geeignetere Laptops.

Der schnellste i7 fürs Notebook

Das Huawei Matebook 16s soll auf Anklang stoßen, wenn etwas mehr als die für Notebooks übliche Leistung benötigt wird. Dazu setzt der Hersteller mit dem i7-12700H auf einen Prozessor, der aus sechs Performance- und acht Effizienz-Kernen zusammengestellt wird, die zusammen 20 Threads parallel abarbeiten können. Die Taktgeschwindigkeit wird auf maximal 4,7 GHz festgelegt. Für grafische Berechnungen baut Huawei auf die im Chip integrierte Intel-Iris-Xe-GPU, deren 96 Ausführungseinheiten mit 1,4 GHz takten.

Huawei Matebook 16s 
Display:16 Zoll, IPS, 2.520 x 1.680 Pixel
Prozessor:Intel Core i7-12700H
Grafik:Intel Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR5
DatenspeicherSSD, 1 TB, PCIe 3.0
Kamera1-MP-Frontkamera
Anschlüsse:2x USB Typ-C, 1x USB Typ A 3.2
Drahtlos:WLAN 6, Bluetooth 5.1, LTE
Akku:84 Wh
Lieferumfang:Tastatur, Netzteil
Abmessungen:35,1 x 25,5 x 1,8 cm
Gewicht:2 kg
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:1.699,00€

Im Vergleich zu dem eine Stufe darunter angesiedelten Core i7-1260P, der in vielen leistungsstärkeren Office-Notebooks verbaut wird, überzeugt der 12700H vor allem bei Mehrkernanwendungen. Während die Leistung im Geekbench nahezu identisch ist, fällt sie um gut 20 Prozent höher aus, wenn alle Kerne im Verbund agieren. Echte Arbeitstiere hätten sich jedoch über eine etwas hochwertigere Speicherbestückung gefreut. Denn mit 16 GB RAM ist der Arbeitsspeicher nicht sonderlich groß, auch wenn dieser schon den LPDDR5-Standard bietet.

Typisch Huawei: Keine Änderungen am gewohnten Design

Große SSD mit PCI-3.0-Interface

Die gestiegenen Speicherkapazitäten von SSDs zeigen sich auch beim Matebook 16s. Standardmäßig wird nun auf eine Kapazität von einem Terabyte gesetzt. Dabei bleibt Huawei aber althergebrachten Standards treu: Nach wie vor wird das NVMe-Laufwerk mithilfe der PCIe-3.0-Schnittstelle angebunden. Die daraus resultierenden Geschwindigkeiten sind mit etwas mehr als 3.500 MB/s beim Lesen und rund 2.900 MB/s beim Schreiben von Daten auf einem ordentlichen Niveau. Mit SSDs, die via PCIe 4.0 angebunden werden, haben die Geschwindigkeiten jedoch nichts zu tun. Sie sind etwa doppelt so schnell.

Großer Akku stark beansprucht

Der Energiespeicher das Matebook 16s ist ein weiteres Indiz dafür, wie behutsam Huawei mit Änderungen bei seinen Notebooks umgeht. Denn der 84 Wh große Akku steckte auch schon in den früheren Modellen dieser Größenordnung. Und trotz der Größe wird das 16s nicht zu einem Marathonläufer. Nach einer Stunde im Browser sind bereits rund 20 Prozentpunkte der Reserven verbraucht. Bei intensiverer Nutzung zeigt die Kombination aus schnellem Prozessor und großem Display noch deutlicher, dass für ihre Fähigkeiten Energie benötigt wird. Nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt 9: Legends verbleiben lediglich 38 Prozent der mitgeführten Reserven im Akku.

Damit ist die Laufzeit einmal mehr stark von den genutzten Anwendungen abhängig. Allerdings dürfte der Akku nach vier Stunden langsam an seine Kapazitätsgrenzen stoßen.

Bildschirm für Berühungen, aber nicht vollends drehbar

Wie bereits angedeutet, ist das Huawei Matebook 16s kein klassisches Office-Notebook, auch wenn es die damit verbundenen Aufgaben mit Bravour erledigt. Doch Tabellen-Fans werden sich einmal mehr am fehlenden Nummernblock stören. Dabei ist die Tastatur Vielschreiber-geeignet. Die Chiclet-Tasten bieten einen spürbaren Hub und einen – etwas zu – knackigen Anschlag. Auch das Touchpad soll den Schaffensprozess bestmöglich unterstützen. Dazu wird auf eine üppige Fläche von 14 x 9 cm gesetzt, die sich dank des Glasüberzeugs unter den Fingern sehr gut anfühlt. Auch hinsichtlich Präzisionen und Schnelligkeit lässt sie keine Wünsche offen. Als kleines Schmankerl kannst du Eingaben überdies direkt am Bildschirm tätigen. Allerdings hätte das Konzept an dieser Stelle bis zu Ende gedacht werden dürfen. Mit einem um 360° drehbaren Display wäre das Notebook besser für Präsentationen und ähnliches nutzbar. Doch die Scharniere schaffen nicht mal ganz 180°.

Anschlussvielfalt im gut gearbeiteten Metallgehäuse

Anschlüsse: Hafen für Gerätschaften

Von der praktischen Seite zeigt sich das Huawei-Notebook bei den Anschlüssen, denn im Prinzip ist alles vorhanden, um direkt loslegen zu können: Für das Anschließen zusätzlicher Gerätschaften stehen gleich vier USB-Ports bereit, von denen zwei klassisch geschnitten sind, während die anderen beiden mit einem Typ-C-Interface aufwarten und zusätzlich DisplayPort und Thunderbolt 4 zur Verfügung stellen. Außerdem steht eine HDMI-Buchse bereit, die ein einfaches Anschließen eines zusätzlichen Monitors ermöglicht.

Fazit Huawei Matebook 16s

In den vergangenen Monaten hat Huawei die „Creator“ entdeckt. Die Entwickler (multimedialer) Inhalte benötigen leistungsstarke Hardware, die dennoch in einem halbwegs transportablen Gehäuse untergebracht sein soll. Klassische Gaming-Boliden stoßen hier schon an Grenzen, das Matebook 16s nicht. Huawei verbaut einen flotten Prozessor in einem noch immer recht schlanken Gehäuse, das robust genug ist, um im Arbeitsalltag von Vielreisenden nicht zu schnell unter Reibungsverlusten zu leiden. Hinzukommt das Display, das nicht nur mit seiner Größe und seinem Format gefällt. Auch die Bildqualität überzeugt hinsichtlich der Farben und der Detailschärfe. Lediglich die Speicherausstattung ist, gerade mit Blick auf den RAM, eher konventionell.

Testwertung Huawei Matebook 16s
Design / Verarbeitung108
Display1511
Prozessor2014
Speicher106
Akku und Verbrauch108
Tastatur53
Anschlüsse108
Preis / Leistung2015
Gesamt10073

Wer sich aktuell für das Matebook 16s erwärmen kann, bekommt den Kauf zusätzlich versüßt: Bis zum 31. August gibt Huawei neben einem Rucksack noch einen HUAWEI MateView GT 27, einen Curved-Monitor mit einer 27-Zoll-Diagonale gratis dazu.

Pro

  • Sehr gutes, großes Display
  • Robust, gut verarbeitet
  • Schneller Prozessor

Contra

  • Keine dezidierte Grafikkarte
  • Eher kleiner RAM
  • Mäßige Akku-Laufzeit

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