Govecs Elmoto Kick im Test: Einhell-Akkus sorgen für Wow-Effekt

8 Minuten
E-Scooter-Modelle gibt es im Fachhandel inzwischen fast wie Sand am Meer. Heute präsentieren wir dir im Test ein besonderes Modell: den Elmoto Kick von Govecs. Was ihn so einzigartig macht? Lies selbst.
Govecs Elmoto Kick im Test
Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Aus vielen Städten sind sie nicht mehr wegzudenken: E-Scooter von Sharing-Diensten wie Tier oder Lime. Sie sorgen für flexible Mobilität auch abseits von Taxis oder Carsharing-Angeboten. Wer sich regelmäßig einen E-Scooter ausleiht, fährt unter Umständen aber mit einem Kauf besser – und langfristig vor allem günstiger. Zur Verfügung steht zum Beispiel der Elmoto Kick des deutschen Herstellers Govecs. Schon im Jahr 2011 brachte das Unternehmen aus München einen Elektroroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf den Markt. Jetzt steht mit dem Elmoto Kick auch ein E-Scooter zur Verfügung. Wir haben uns den nicht ganz preiswerten Alltagsbegleiter ganz genau angesehen.

Elmoto Kick – Der Zusammenbau

Satte 15 Kilogramm bringt der Elmoto Kick ohne eingelegte Akkus auf die Waage. Entsprechend wuchtig ist das Paket, in dem der E-Scooter darauf wartet, ausgepackt zu werden. Du bist handwerklich nicht so versiert? Mach dir keine Sorgen! Der Zusammenbau des Elektro-Scooters ist auch für Laien in rund 10 Minuten ohne Probleme zu erledigen. Alles, was du tun musst, sind zwei Dinge: Zwei Kabel des Bord-Computers zwischen Lenker und Lenkstange zusammenstecken und den Lenker mithilfe von vier beiliegenden Schrauben und einem Inbusschlüssel mit der Lenkstange verbinden. Fertig.

Hast du diese kleine Hürde gemeistert, kann es auch schon losgehen. Ab auf die Straße. Oder vielleicht doch nicht? Wer noch nie zuvor einen E-Scooter genutzt hat, sollte sich einen Ort suchen, an dem das Fahren zunächst geübt werden kann. Bestenfalls übrigens zur eigenen Sicherheit mit Schutzhelm. Denn das Handling des Tretrollers ist zwar grundsätzlich sehr einfach, die flotte Beschleunigung und vor allem die kräftigen Bremsen erfordern aber eine gewisse Eingewöhnungszeit.

 

Govecs Elmoto Kick Seitenansicht
Robust und stabil verbaut: der Govecs Elmoto Kick

Flott unterwegs mit bis zu 20 km/h

Damit der Elmoto Kick auf deutschen Straßen fahren darf, ist die Höchstgeschwindigkeit über den 500-Watt-Motor auf 20 km/h begrenzt. Mit einem kleinen Hebel rechts am Lenker lässt sich der E-Scooter flott beschleunigen. Von 0 auf 20 km/h ist ein Sprint bei ausreichend vollem Akku in circa 8 Sekunden möglich. Ein Ausrollen dauert etwa doppelt so lange. Hast du die Höchstgeschwindigkeit erreicht, cruist du in der Regel nahezu geräuschlos mit 19 bis 20 km/h durch die Gegend. Teilweise auch minimal schneller – doch das ist die Ausnahme.

Auffällig: Auch bergab fährt der Elmoto Kick kaum schneller als 21 bis 22 km/h. Und selbst bei kleineren Steigungen ist der E-Scooter in der Lage, die ihm zugedachte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zu erreichen. Dann ist aber zu merken, dass der E-Antrieb ganz schön kämpfen muss. Die maximal mögliche Reichweite gibt Govecs mit 20 Kilometern an. Ein Wert, der auf dem Papier zwar schön aussieht, aber kaum zu erreichen ist. Realistischer ist eher eine Reichweite von 12 bis 15 Kilometern.

Besonders wichtig für die Sicherheit bei einem E-Scooter sind die verbauten Bremsen. Und hier geht Govecs keine Kompromisse ein. Vorne und hinten sind an den 10 Zoll großen Reifen (luftgepolstert) nämlich hydraulische Scheibenbremsen verbaut. Sie lassen den Elmoto Kick unmittelbar zum Stehen kommen, sollte es zum Beispiel vor einer Ampel oder bei einer Gefahrensituation notwendig sein. Das ist einerseits gut, andererseits aber auch nicht ungefährlich. Vor allem beim Betätigen der Vorderbremse solltest du Vorsicht walten lassen. Dosiertes Bremsen ist hier echt wichtig, wenn du nicht über den Lenker segeln möchtest. Tipp: Primär auf die Hinterbremse setzen.

Govecs Elmoto Kick Vorderreifen
Scheibenbremsen sorgen dafür, dass du schnell und sicher zum Stand kommst. Die Vorderbremse ist allerdings nicht ganz ungefährlich.

LED-Lichter vorne und hinten lassen dich auch in der Dämmerung und bei Dunkelheit sicher über Radwege fahren. Sie sind immer aktiv, lassen sich nicht abschalten. Am Lenker ist zudem links eine Klingel zu finden. Sicheren Stand findet der Elmoto Kick auf einem kleinen Ständer an der linken Flanke seiner Trittfläche. Und: Deine aktuelle Geschwindigkeit, den Batteriestatus sowie die insgesamt mit dem Tretroller zurückgelegte Strecke kannst du über ein auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbares LED-Display ablesen.

Govecs Elmoto Kick Bordcomputer
Das einfach gehaltene Display stellt nur die wichtigsten Informationen dar.

Einhell-Akkus für den Antrieb

Besonders macht den ersten E-Scooter von Govecs aber nicht nur die gute, robuste Verarbeitung, sondern auch die eingesetzte Akkutechnologie namens Power X-Change. Denn die beiden wechselbaren (!) Energiespeicher, die du unter der Trittfläche einlegen kannst, stammen aus dem Hause Einhell. Und theoretisch könntest du diese beiden Akkus mit einer Kapazität von je 5,2 Ah auch an einer Akku-Bohrmaschine, einem Akku-Rasenmäher oder anderem Einhell-Werkzeug nutzen. Mehr als 170 Geräte von Einhell funktionieren mit dieser Akku-Technologie. Unter Umständen besitzt du zu Hause also schon alles, um mit dem ersten E-Scooter von Govecs losfahren zu können. Angst, dass man dir die Akkus klauen könnte, musst du übrigens nicht haben. Denn sie sind über ein Schloss vor Langfingern geschützt.

Govecs Elmoto Kick Einhell
Zwei Einhell-Akkus sorgen für den Antrieb des elektrischen Tretrollers.

Apropos Langfinger: Sie werden sich ziemlich erschrecken, wenn sie den abgestellten Elmoto Kick einfach fortbewegen wollen. Denn ist der E-Scooter noch eingeschaltet und im Sperrmodus geparkt, ertönt unmittelbar bei einer Bewegung der Räder eine ziemlich schrille Alarmanlage, die sofort alle Blicke auf sich zieht. Abschalten kannst du sie über eine kleine Fernbedienung, mit der du das Gefährt auch einschalten musst. Ohne diese Aktivierung tut sich beim E-Motor überhaupt nichts.

Govecs Elmoto Kick Fernbedienung
Eine Fernbedienung zum Starten des E-Motors und ein Schlüssel zur Sicherung der Akkus sind im Lieferumfang inklusive.

Solltest du dir übrigens die Frage stellen, wie es um Ersatzteile für den Elmoto Kick bestellt ist: problemlos im Fachhandel erhältlich, verspricht der Hersteller. Das gilt zum Beispiel auch für Schlauch und Reifen. Allerdings ist ein Wechsel am Hinterrad nicht ganz so simpel. Hier rät der Hersteller dazu, lieber einen Fachmann ans Werk zu lassen. Bei etwaigen Fragen steht der Govecs-Kundenservice mit eigenen Werkstätten und einem deutschlandweiten Servicenetz zur Verfügung.

Was kostet der Elmoto Kick?

Bleibt abschließend natürlich noch die Frage nach dem Preis. Die hochwertige Verarbeitung des E-Tretrollers hat zur Folge, dass der E-Scooter nicht gerade günstig ist. Aktuell werden im Online-Shop des Herstellers 770 Euro fällig. Kaufen kannst du den E-Scooter dort wahlweise in Blau oder Schwarz. Bis Ende August bekommst du unter Eingabe des Gutschein-Codes „Schotter3“ 3 Prozent zusätzlichen Rabatt, sodass der Preis auf knapp 747 Euro sinkt. Die notwendigen Batterien sind im Preis allerdings noch nicht inklusive. Sie kosten inklusive Ladegerät 194 Euro extra. Und 38 Euro Lieferkosten kommen auch noch hinzu.

Fazit: Spaß garantiert

Sicher, der Elmoto Kick von Govecs ist kein preiswertes Vergnügen. Spaß macht das Fahren aber trotzdem. Wer sich für den E-Scooter aus deutscher Entwicklung entscheidet, bekommt ein Elektrokleinstfahrzeug, das dich zum Beispiel den Weg zur Arbeit entspannter fahren lässt als etwa auf dem Fahrrad. Vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen kannst du dir lässig den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, kommst aber garantiert nicht schweißgebadet an deinem Ziel an.

Govecs Elmoto Kick Ständer
E-Scooter anlehnen? Unnötig! Auf einem Ständer findet er sicheren Stand.

Etwas unkomfortabel ist allerdings, dass man den kleinen Gas-Hebel dauerhaft mit dem Daumen nach unten drücken muss, um in Fahrt zu bleiben. Gerade bei längeren Strecken schmerzt der Daumen mit der Zeit etwas. Ein weiterer Nachteil ist sicherlich die überschaubare Reichweite. Sie lag im Test bei maximal 15 Kilometern. Innerstädtisch ist das weniger ein Problem, wer aber eine weitere Anreise zu seinem Ziel hat, braucht in der Regel am Zielort einen Stromanschluss, um die Akkus mit neuer Energie versorgen zu können. Ladegerät nicht vergessen!

Praktisch: Über einen Klappmechanismus an der Lenkstange kannst du den Elmoto Kick im Handumdrehen „zusammenfalten“ und (mehr oder weniger) entspannt durch die Gegend tragen oder in Bus und Bahn transportieren. 15 Kilogramm zu schleppen sind aber kein Pappenstiel.

Elmoto Kick
Handlicher, aber keinesfalls leicht: der Elmoto Kick im zusammengeklappten Modus.

Etwas schade ist zudem, dass Govecs sich gegen eine zusätzliche Federung des Vorderreifens entschieden hat. Denn wenn du auf Pflastersteinen unterwegs bist, über Bahnschienen fährst oder eine abgesenkte Bordsteinkante meistern möchtest, rüttelt es dich als Fahrer doch ein wenig durch. Spaß macht es aber trotzdem, zum Beispiel über Rasenflächen zu fahren. Eine Sprecherin von Govecs erklärte auf Anfrage von inside digital: „Die für diese E-Scooter-Kategorie verfügbaren Federelemente stehen meist kritisch in Bezug auf Haltbarkeit, Wartung und gleichmäßigen Komfort.“ Deswegen habe man sich auf die luftgefüllten Reifen beschränkt.

Und so ist der Elmoto Kick unter dem Strich ein echter E-Mobilitäts-Allrounder, der dein Leben in so manchen Situationen bereichern kann. Sicher sein kannst du dir, dass du für dein Geld eine sehr ordentliche Qualität bekommst.

Bildquellen

  • Govecs Elmoto Kick Seitenansicht: Hayo Lücke / inside digital
  • Govecs Elmoto Kick Scheibenbremse vorne: Hayo Lücke / inside digital
  • Govecs Elmoto Kick Display: Hayo Lücke / inside digital
  • Govecs Elmoto Kick Akkus: Hayo Lücke / inside digital
  • Govecs Elmoto Kick Schlüssel: Hayo Lücke / inside digital
  • Govecs Elmoto Kick Ständer: Hayo Lücke / inside digital
  • Elmoto Kick: Govecs
  • Govecs Elmoto Kick im Test: Hayo Lücke / inside digital
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2 KOMMENTARE

  1. Auch Autofahrer dürfen künftig unter Auflagen 125er Motorräder bzw Elektro-Motorräder fahren ohne einen speziellen Führerschein zu machen, wenn sie mindestens 5 Jahre lang schon ihren Autoführerschein der Klasse B haben, mindestens 25 Jahre alt sind und mindestens 9 Fahrschuleinheiten á 90 Minuten absolviert haben, 4 davon in Theorie und 5 in der Praxis.

    Quelle: https://elektroroller-futura.de/blog/74_aaa.html

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