ASUS Zenbook Pro Duo im Test: Was bringen zwei Displays in einem Laptop?

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Zwei Bildschirme am Notebook? ASUS hält an dem im vergangenen Jahr eingeführten Konzept fest, verpasst aber der zweiten Zenbook-Duo-Generation einen leistungsstärkeren Prozessor und ein paar andere Verbesserungen. Doch lohnt sich der Doppel-Display-Laptop?
ASUS Zenbook Duo

Äußerlich lässt sich das ASUS Zenbook Pro Duo nichts anmerken. Auf den ersten Blick wirkt das Notebook wie ein klassischer Begleiter für die Geschäftswelt. Optisch dezent, in einem sehr dunklen Blau gehalten, wirkt das Metallgehäuse rundherum robust und ist hervorragend verarbeitet. Selbst an dicke Gummifüße für einen sicheren Stand wurde gedacht.

Trotz zweiten Bildschirms kein Übergewicht

Die eigentliche Besonderheit zeigt sich beim Aufklappen: Die Fläche des Unterbaus teilen sich Tastatur, Touchpad – und ein zweites Display. Und das fällt nicht mal weiter ins Gewicht: Mit 1,75 Kg ist das Notebook mit einem 14,5-Zoll-Display zwar alles andere als ein Leichtbau, es fühlt sich in der Hand aber auch nicht an wie ein Sack Zement.

Auch auf die Außenmaße wirkt sich der zweite Bildschirm kaum aus, denn mit 33,1 x 22,1 cm ist die Fläche des ASUS Zenbook Pro Duo nicht mal groß. Alles ist knapp auf Kante genäht. Mit einer Bauhöhe von knapp 1,7 cm ist das ASUS-Notebook zwar keine flache Flunder, doch schlussendlich bleibt der Aufschlag für die zusätzliche Komponente gering.

ASUS Zenbook Duo
Zweiter Bildschirm als zusätzliche Arbeitsfläche

ASUS Zenbook Pro Duo: Hauptbildschirm für Bildbearbeiter

Knackige, aber nicht übersättigte Farben und hohe Kontraste – das 14,5 Zoll große Display des Zenbooks weiß auf den ersten Blick zu gefallen. Ein satter Schwarzwert weist darauf hin, dass es sich hier um ein OLED handelt. Dazu kommt ein eine hohe Bildrate von 120 Hz. Eine Pantone-Zertifizierung sorgt für eine farbechte Darstellung. Hinzukommt eine ordentliche Auflösung des Panels im Seitenverhältnis von 16:10. Mit 2.880 x 1.800 Pixeln wirken auch feine Details gestochen scharf.

Ein Display als Arbeitsfläche

Das ASUS-Notebook soll Content-Schaffenden gefallen und bekommt dazu ein zusätzliches IPS-Display mit einer Diagonale von 12,7 Zoll sowie einer Auflösung von 2.880 x 864 Pixeln verpasst. Darunter sitzen die Tasten sowie das Touchpad.

Sind Anwendungen zentral, die sich von Haus aus sehr gut auf die Belegung von zwei Bildschirmen verstehen, etwa Audio-, Bildbearbeitungs-, Video- oder Compositing-Software, zeigt der leicht aufgestellte zweite Bildschirm sein ganzes Potenzial: Mit den Werkzeugen auf dem kleineren Display steht dem Fokus auf die eigentliche Arbeit kaum etwas im Weg. Per Tastendruck können die beiden Ansichten einfach getauscht werden.

ASUS Zenbook Duo
Gute Verarbeitung bis zur Klappmechanik des zweiten Displays

Wenig Platz für Tasten und Touchpad

Allerdings hat die kompakte Bauform auch ihre Defizite. Wer öfter längere Texte verfasst, wird sich kaum an die fehlende Handballenauflage gewöhnen. Auch wenn die Tastatur trotz der eher kleinen Tasten mit einem Kantenmaß von 1,5 cm gelungen ist. Die Tasten weisen recht viel Hub und einen angenehmen, aber nicht zu weichen Anschlag auf. Lediglich bei den seitlichen Funktionstasten kann es hin und wieder zu Fehleingaben kommen, was besonders lästig bei großen und kleinen Buchstaben ist.

Ebenso ungewöhnlich ist die Form und Positionierung des Touchpads, das mit einer Fläche von 8,8 x 5,3 cm hochkant auf der linken Seite untergebracht wurde und über zwei klassische Tasten verfügt. Zumindest für Rechtshänder lässt es sich hervorragend bedienen, und das nicht nur aufgrund der Position. Geschwindigkeit und Präzision sind exzellent.

Flottes Rechenwerk im ASUS Zenbook Pro Duo

Um der Schaffenskraft möglichst wenig entgegenzustellen, greift ASUS auf Intels i7-12700H zurück. Der Prozessor der performanteren H-Serie wird aus sechs Performance- und acht Efficient-Cores zusammengesetzt: Sie können insgesamt 20 Threads parallel abarbeiten, wobei sie mit maximal 4,7 GHz (P-Cores) respektive 3,5 GHz (E-Cores) zu Werke gehen. Der Basistakt liegt bei 2,3 GHz. Damit werden auch anspruchsvolle Aufgaben keine unüberwindbaren Herausforderungen: Wird nur ein CPU-Kern genutzt, liegt die Leistung auf dem Niveau des darunter angesiedelten i7-1260P; bei der Nutzung aller Kerne fällt sie um gut zehn Prozent höher aus. Lediglich der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB im DDR5-Format für die Produktion mit Multimedia-Inhalten eher knapp bemessen.

ASUS Zenbook Pro Duo (UX8402Z) 
Display:14,5 Zoll, OLED, 2.880 x 1.800 Pixel)
Prozessor:Intel Core i7-12700H
Grafik:Intel Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR5
Datenspeicher512 GB, SSD
Anschlüsse:2x USB Typ-C 3.2 Gen2, 1x USB Typ-A 3.2, HDMI 2.1, Micro-SD-Karte
Drahtlos:WLAN 6E, Bluetooth 5.2
Akku:76 Wh
Lieferumfang:Netzteil
Abmessungen:35,8 x 23 x 1,7 cm
Gewicht:1,75 kg
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:1.899 €

Bei der Grafikkarte vertraut ASUS auf die im Intel-Chip implementierte Iris Xe, die bereits im Zusammenspiel mit der vorangegangenen elften Core-Generationen eine gute Figur machte. Die Grafikleistung profitiert allem Anschein nach vom Potenzial des Prozessors insgesamt. Die Leistung, die GFX-Benchmark erreicht wurde, liegt etwas über der des Core i7-1260P, der zuletzt im Samsung Galaxy Book2 Pro 360 sein Können zeigte.

Um die Leistungsentfaltung der Komponenten möglichst wenig auszubremsen, setzt Asus nicht nur auf große Luftauslässe an den Seiten. Unter dem zweiten Display, das beim Öffnen des Notebooks automatisch angestellt wird, sitzen zwei dicke Lüfter – die sich unter Last akustisch bemerkbar machen.

Die SSD des ASUS Zenbook Pro Duo hätte größer sein dürfen

Das Zenbook Pro Duo soll insbesondere dann gefallen, wenn aufwendige Inhalte, vorwiegend im Bereich (Bewegt-)Bild und Ton, erzeugt werden sollen. Und das braucht Speicherplatz. Allerdings zeigt sich ASUS an dieser Stelle knausrig: Die verbaute NVMe-SSD von Samsung kommt mit nur 512 GB daher, ein Terabyte hätte dem Notebook deutlich besser zu Gesicht gestanden. Immerhin unterstützt das Speicherlaufwerk bereits PCIe x4, sodass hohe Übertagungsraten von rund 6.800 MB/s beim Lesen sowie 3.300 MB/s beim Schreiben möglich werden.

ASUS Zenbook Duo
Typisch Zenbook: Konzentrische Kreise im Metall

Begrenzte Anzahl an Steckplätzen

Bei den Anschlüssen muss ASUS dem leistungsstarken Prozessor im eng anliegenden Gehäuse Tribut zollen und der Kühlung viel Platz einräumen. Auch auf der linken Seite verdrängt die Luft den Platz für Ports im ASUS Zenbook Pro Duo. Zwar finden sich auf der Rückseite ein HDMI-2.1-Anschluss sowie ein Einschub für Micro-SD-Karten, darüber hinaus müssen jedoch drei USB-Schnittstellen genügen. Wobei davon nur eine im klassischen Typ-A-Format zur Verfügung steht. Dabei sind gerade bei der Erzeugung von Inhalten oftmals eine ganze Reihe von Peripheriegeräten im Einsatz. So kommst du kaum um einen zusätzlichen Hub vorbei. Intels AX211-Modul sorgt für WLAN 6E und Bluetooth 5.2.

Zweiter Bildschirm steigert Stromverbrauch

Zwei Displays und ein leistungsfähiger Prozessor machen sich ebenso beim Stromverbrauch bemerkbar. Dementsprechend wird in einer Stunde im Browser bereits ein Viertel der mitgeführten Reserve verbraucht. Und das, obwohl der Akku mit 76 Wh nicht der kleinste ist. Bei anspruchsvollen Anwendungen, etwa dem hier üblichen Testspiel Asphalt 9: Legends, wird nach einer Stunde der Füllstand des Akkus mit 54 % angegeben. Viel mehr als vier Stunden sind mit anspruchsvollen Aufgaben kaum drin.

ASUS Zenbook Duo

Fazit zum ASUS Zenbook Pro Duo

Das ASUS Zenbook Pro Duo spricht eine spezielle Nutzergruppe an. Denn in den meisten Anwendungsszenarien sind die Vorteile dieses zweiten Bildschirms begrenzt. Wer diesen jedoch zu nutzen weiß, der wird die damit verbundenen Nachteile sicherlich verschmerzen können. Vielschreiber, werden sich an der in die untere Hälfte gequetschten Tastatur stören.

Design / Verarbeitung109
Display1513
Prozessor2016
Speicher105
Akku und Verbrauch105
Tastatur54
Anschlüsse105
Preis / Leistung2015
Gesamt10072

Darüber hinaus überzeugt das Gesamtpaket des ASUS Zenbook Pro Duo. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Leistung der Hardware auf einem Niveau, das dem Anwendungszweck gewachsen ist. Dabei dürfte die Speicherkonfiguration etwas üppiger ausfallen. Dies liegt aber auch am Preis, der mit 1.900 Euro für einen solchen Spezialisten angemessen ist.

Pro

  • Zweiter Bildschirm als zusätzliche Arbeitsfläche
  • Hochwertiger Hauptbildschirm mit Pantone-Validierung
  • Hohe Verarbeitungsqualität

Contra

  • Mäßige Akku-Laufzeit
  • Schreibvergnügen aufgrund des zweiten Displays begrenzt

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